Afghanistan Mindestens 27 Tote nach Überfall auf Armeeposten

Bei einem Anschlag in der südafghanischen Provinz Kandahar sind Dutzende Menschen getötet und verletzt worden. 17 Soldaten verschwanden - ob sie entführt wurden, ist noch nicht klar.

Zivilisten in Kandahar (Archivbild von 2015)
AP/dpa

Zivilisten in Kandahar (Archivbild von 2015)


Die afghanischen Sicherheitskräfte erleiden im Kampf gegen die Taliban seit Monaten immer wieder schwere Verluste. Bei einem Talibanüberfall auf einen Armeeposten wurden nun erneut zahlreiche Menschen getötet. Militärsprecher Mohammad Essa sagte, mindestens fünf Soldaten seien bei dem Anschlag im südafghanischen Kandahar ums Leben gekommen.

Die meisten Opfer gab es aufseiten der Angreifer. Den Angaben zufolge wurden 22 Talibankämpfer getötet und 26 weitere verletzt. Unklarheit herrschte noch über das Schicksal von 17 afghanischen Soldaten. Sie waren nach der Attacke verschwunden. Ob die Vermissten entführt wurden, war zunächst nicht bekannt.

Allein 2016 waren bis November laut Militärquellen 6785 Soldaten und Polizisten in Afghanistan getötet und weitere 11.777 verletzt worden - ein Vielfaches der Verluste aller internationalen Truppen in Afghanistan in 15 Jahren.

US-Generäle sprachen sich jüngst dafür aus, die internationalen Truppen wieder aufzustocken, auch um die seit 2014 geschrumpfte Nato-Trainingsmission "Resolute Support" zu unterstützen. Derzeit trainieren Nato und USA die afghanischen Sicherheitskräfte mangels Beratern nur bis zur Korpsebene.

vks/dpa



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