Afghanistan Mindestens neun Menschen sterben bei Anschlag in Kabul

Hunderte Menschen wollten an einer Gedenkfeier in Kabul teilnehmen, als ein Attentäter sich in die Luft sprengte. Mehrere Menschen wurden getötet. Der IS reklamiert den Angriff für sich.

Sicherheitskräfte am Tatort in Kabul
AP

Sicherheitskräfte am Tatort in Kabul


Der Anschlag galt offenbar einer schiitischen Moschee im Westen Kabuls: Bei einem Selbstmordattentat auf eine Versammlung in der afghanischen Hauptstadt sind mindestens neun Menschen getötet worden. Das teilten die afghanischen Behörden mit. Weitere sieben Personen seien verletzt worden.

Der Attentäter hatte es demnach auf eine Versammlung zum 23. Todestag eines prominenten Führers der schiitischen Hasara-Gemeinschaft, Abdul Ali Masari, abgesehen. Hunderte Menschen hatten sich dafür auf einem Platz gleich neben der großen Al-Sara-Moschee im Schiitenviertel Dascht-e Bartschi versammelt. Der Attentäter habe seine Bombe etwa 300 Meter von der eigentlichen Versammlung entfernt gezündet, nachdem Sicherheitskräfte ihn als Gefahr erkannt hätten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Angriff für sich. Überprüfen ließ sich das bisher allerdings noch nicht.

Im vergangenen Jahr hat der IS zahlreiche Anschläge auf schiitische Moscheen und Versammlungen verübt. Im Oktober waren bei einem Selbstmordattentat auf eine schiitische Moschee in demselben Viertel 71 Menschen getötet worden. Im Dezember starben bei einem IS-Angriff auf ein Kulturzentrum in der Gegend mehr als 40 Menschen.

Die Sicherheitslage in der afghanischen Hauptstadt hat sich seit Ende der Nato-Kampfmission im Dezember 2014 stark verschlechtert. 2017 gab es dort mehr als 20 schwere Anschläge der Taliban und des IS mit insgesamt mehr als 500 Toten. Auch die Uno warnte in ihrem jüngsten Bericht zu den zivilen Opfern der Konflikte in Afghanistan vor der wachsenden Gewalt gegen Schiiten gewarnt.

mho/dpa/Reuters/AFP



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