Afghanistan-Mission Bundeswehrsoldat bei Gefecht in Taliban-Hochburg verletzt

Bei einem Einsatz in einer Hochburg der Taliban ist ein Bundeswehrsoldat schwer verletzt worden. Fast 500 Soldaten sind derzeit gemeinsam mit afghanischen Einheiten dabei, die Taliban aus dem Gebiet bei Kunduz zu vertreiben.


Berlin - Bei einem heftigen Feuergefecht mit Aufständischen ist am Donnerstag ein deutscher Soldat in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kunduz schwer verletzt worden. Der deutsche Infanterist war mit seiner Einheit in Chahar Darreh südwestlich des deutschen Camps unterwegs, als die Gruppe in einen Hinterhalt geriet.

Die Deutschen wurden in ein heftiges Gefecht verwickelt und mit Maschinengewehren und Panzerfäusten angegriffen. Dabei wurde der Soldat schwer verletzt und musste umgehend für eine Operation nach Masar-i-Scharif geflogen werden.

Der Vorfall ereignete sich während einer Großoperation der Deutschen, die am vergangenen Mittwoch begonnen hat. Der Einsatz wird gemeinsam mit afghanischen Einheiten durchgeführt und trägt den Namen "Gala-e Gorg".

Beteiligt sind rund 470 deutsche Soldatinnen und Soldaten sowie 120 afghanische Soldaten und Polizisten. Ziel der Operation ist es, die Bewegungsfreiheit der internationalen Truppen wiederherzustellen. Am Ende der Mission sollen die afghanischen Kräfte in dem Gebiet zumindest einige Checkpoints errichten.

Die Kampfeinheiten der Bundeswehr in Kunduz sind in den vergangenen Tagen deutlich verstärkt worden. So traf die im November von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) angekündigte zusätzliche Infanteriekompanie Mitte Januar in Kunduz ein. Mittlerweile ist die Einheit voll einsatzbereit.

Neben rund 120 Soldaten brachte die Verstärkung 18 gepanzerte Fahrzeuge vom Typ "Dingo" und fünf Schützenpanzer "Marder" mit nach Kunduz. Die frische Einheit soll den Schutz des Lagers verbessern und bei Operationen eingesetzt werden.

mgb



Forum - Soll der Westen in Afghanistan mit den Taliban zusammenarbeiten?
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akolyth2 23.01.2010
1. Zusammenarbeit
Dies ist vollkommen undenkbar. Eine Erhöhung der Militärpräsenz und eine Ausweitung der militärischen Maßnahmen in Zahl, Intensität und Härte sind die einzigen angezeigten Mittel.
Panslawist 23.01.2010
2.
Zitat von sysopÜber die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?
Gestern Russlands Mahnung zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus und heute die Frage nach einer Zusammenarbeit mit den Taliban. Der geneigte Forist mag sich an meine Voraussage bezüglich des kommenden Konflikts zwischen der Nato auf der einen und Russland und China auf der anderen Seite erinnern. Ein möglicher Konflikt zwischen Pakistan und Indien wird der beginn für den grossen Kriegt sein.
Peter Uhlemann 23.01.2010
3.
Zitat von sysopÜber die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?
Eindeutig ja. Um diesen unseligen Krieg endlich zu beenden und zu einer Lösung zu kommen, mit der alle leben können, müssen alle Kräfte in Afghanistan eingebunden werden, auch die "Taliban". Die "Taliban" zu vernichten wird nicht gelingen, nicht heute, nicht morgen, nicht in 100 Jahren.
natterngesicht 23.01.2010
4.
Zitat von sysopÜber die richtige Strategie des Westens in Afghanistan wird intensiv diskutiert. Dazu gehören auch die Möglichkeiten, wie man künftig mit dem Widerstand im Lande umgeht. Soll im Rahmen einer Gesamtstrategie auch mit den Taliban zusammengearbeitet werden?
Ja was denn sonst? Schließlich gibt es genug gemäßigte Taliban. Der Westen kann nichts von oben bestimmen, die einheimischen Politiker und Eliten sind zuständig. Und dazu gehören nun mal die Taliban (übersetzt heißt Taliban: Theologe, jemand der sich in Glaubensdingen anstrengt bzw bemüht. Quasi ein Theologiestudent. "Freedom & democracy" ist nur eine andere Theologie. Der Islam hat natürlich bessere Karten bei den Einheimischen.)
natterngesicht 23.01.2010
5.
Zitat von Peter UhlemannEindeutig ja. Um diesen unseligen Krieg endlich zu beenden und zu einer Lösung zu kommen, mit der alle leben können, müssen alle Kräfte in Afghanistan eingebunden werden, auch die "Taliban". Die "Taliban" zu vernichten wird nicht gelingen, nicht heute, nicht morgen, nicht in 100 Jahren.
Wer die Taliban vernichten will, der will die meisten Afghanen vernichten. Warum sollte das jemand wollen, außer vielleicht Bush, der wußte, wer oder was böse ist.
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