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Einsatz der US-Truppen: Nato stützt Obamas Afghanistan-Pläne

US-Nato-Soldat in Kandahar: 10.000 sollen noch in Afghanistan bleiben Zur Großansicht
DPA

US-Nato-Soldat in Kandahar: 10.000 sollen noch in Afghanistan bleiben

Die USA lassen vorerst 10.000 Soldaten in Afghanistan stationiert. Ein Plan, den die Nato begrüßt. Das Verteidigungsbündnis selbst bleibt mit Beratern und Ausbildern ebenfalls im Land vertreten.

Washington - Die Nato hat sich hinter die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama gestellt, auch nach dem Abzug der US-Kampftruppen in Afghanistan präsent zu bleiben. Fast 10.000 Soldaten sollen auch nach Jahresende in dem Krisenland bleiben. "Wir begrüßen den beachtlichen Beitrag, den die USA für den von der Nato geplanten Einsatz in Afghanistan leisten wollen", sagte eine Nato-Sprecherin am Dienstagabend in Brüssel.

Die Nato werde ihrerseits die Verpflichtung einhalten, auch nach Ende des Kampfeinsatzes der Afghanistan-Schutztruppe Isaf mit Beratern und Ausbildern im Land zu bleiben. Für diesen Schritt müsse die Regierung in Kabul jedoch das bereits ausgehandelte Abkommen über den rechtlichen Status ausländischer Soldaten unterzeichnen.

"Dieses Jahr bringen wir Amerikas längsten Krieg zu einem verantwortungsvollen Ende", sagte Obama am Dienstag in Washington. Der Präsident versprach ein "neues Kapitel der US-Außenpolitik". Im nächsten Jahr sollten 9800 Soldaten in Afghanistan bleiben, zu Anti-Terror-Einsätzen und zur Ausbildung afghanischer Soldaten. 2016 solle die Präsenz fast ganz abgebaut werden, nur noch wenige Soldaten sollen zum Schutz der US-Botschaft im Land bleiben.

Abkommen von Präsidentschaftswahl abhängig

Derzeit sind noch 33.000 US-Soldaten am Hindukusch stationiert, 2011 waren es noch 100.000. Es liege nicht in der Verantwortung der USA, aus Afghanistan einen "perfekten Ort" zu machen, sagte Obama. Mit dem Abzug endet für die USA ein mehr als ein Jahrzehnt dauerndes Engagement in dem zentralasiatischen Land.

Über Monate hatte die Obama-Regierung mit Hamid Karzai um ein Abkommen über die weitere Truppenpräsenz der Amerikaner in der Krisenregion gefeilscht. Ob der Einsatz in der nun umrissenen Form zustande kommt, hängt daher auch vom neuen afghanischen Präsidenten ab, der in einer Stichwahl im Juni bestimmt werden soll.

Einsätze wie den in Afghanistan, begonnen nach den Terroranschlägen vom 11. September, soll es nach den Vorstellungen Obamas auch künftig geben.

vek/dpa/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Na dann kann Merkel das Scheckbuch zücken
WernerT 28.05.2014
Denn kein Senator oder Kongressangeordneter kann seinen Wählern erklären, dass Milliarden nach Afghanistan fließen, während im Inland die Veteranen sterben, weil die Mittel nicht ausreichen, um sie zu behandeln oder die Straßen in Bundesverantwortung zerfallen. Unsere Freunde im Westen sind pleite und versuchen gerade die Bevölkerung mit Steuersenkungen zu ködern, im Osten schaffen sie nicht mal die Verteidigung zu sichern, also bleibt nur Deutschland
2. Aufbau Nahost
Siggi0815 28.05.2014
Obama bombt, Merkel baut auf. Ein zukunftsweisendes Konzept. Da werden sich die Ukrainer aber gefreut haben können.
3. Das Abkommen ist das Problem
olt2010 28.05.2014
---Zitat--- Für diesen Schritt müsse die Regierung in Kabul jedoch das bereits ausgehandelte Abkommen über den rechtlichen Status ausländischer Soldaten unterzeichnen. ---Zitatende--- Wenn ich es richtig verstanden habe, hat das Abkommen für Afghanistan zur Folge, daß die ausländischen Soldaten tun und lassen können, was sie wollen. D.h. die Amerikaner können Hausdurchsuchungen vornehmen, Gebiete absperren, Lufträume sperren und natürlich, wie sie es in Pakistan und dem Jemen tun, nach Herzenslust morden, ohne das die afghanische Regierung oder deren Behörden die Möglichkeit hätten, die Amerikaner dafür zur Verantwortung zu ziehen. Wenn Sie sich mal vorstellen, daß Sie der Präsident eines souveränen Staates wären, würden Sie dann einem solchen Abkommen zustimmen? Ich glaube nicht! Sowas tut außer unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel wirklich niemand.
4. der unermüdliche Kampf gegen Ziegenhirten
mattotaupa 28.05.2014
"Feuerkraft statt Überzeugungskraft": Die blamable Bilanz von 4 anglo-afghanischen Kriegen seit 1841 Während das aufstrebende China keinen Schuss in Afghanistan verschwendet, pflegen angezählte Kolonialmächte dort imperiale Marotten: 1841: Im 1. anglo-afghanischen Krieg verheizen Briten dort ihre indischen Hilfstruppen. 1878: Im 2. anglo-afghanischen Krieg erzwingen Briten eine 40-jährige Teil-Besetzung. 1919: Im 3. anglo-afghanischen Krieg verlieren die Briten auch die letzten Kontrollzonen. 1978: Zur Abwechslung will die Sowjetunion "Verantwortung übernehmen" 1980: Sowjets marschieren ein. Bis zum ruhmlosen Abzug werden 1,5 Mio. Afghanen getötet. 2001: Die Angelsachsen greifen ihre Verlierertradition wieder auf. Statt indischer Hilfstruppen darf jetzt Deutschland mitziehen... Im Folgejahrzehnt verpulvert schon allein das US-Militär 1000 Mrd. Dollar. Das ist Jahr für Jahr der Gegenwert des Sechs- bis Elffachen afghanischen BIPs. Zuletzt 120 Mrd. USD im Jahr - für Nichts. Derweilen zerstört China mit Arbeitssoldaten friedlich+leise die industrielle Basis der alten Kolonialmächte.
5.
cum infamia 28.05.2014
Diese Meldung hätte man sich sparen können : Noch NIE hat die Marionette NATO die "Führungsmacht" USA NICHT unterstützt !!!
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Fläche: 652.864 km²

Bevölkerung: 26,023 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staatsoberhaupt:
Ashraf Ghani Ahmadsai

Regierungschef: Abdullah Abdullah

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