"Charlie Hebdo" Zehntausende in Afghanistan protestieren gegen Mohammed-Karikaturen

In Afghanistan sind Zehntausende Menschen gegen die Satirezeitung "Charlie Hebdo" auf die Straße gegangen. Einige Demonstranten verbrannten französische Flaggen. Auch in anderen Ländern kam es zu Protesten.

Protest in Kabul am Freitag: "Beleidigungen unseres geliebten Propheten"
AP/dpa

Protest in Kabul am Freitag: "Beleidigungen unseres geliebten Propheten"


Kabul - Bei der bisher größten derartigen Demonstration in Afghanistan haben am Freitag in Herat mindestens 20.000 Menschen gegen die Mohammed-Karikaturen in der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" protestiert. Die Demonstranten in der westafghanischen Stadt verbrannten französische Flaggen und forderten von Paris eine Entschuldigung bei den Muslimen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. "Kein Muslim kann Beleidigungen unseres geliebten Propheten hinnehmen", sagte einer der Demonstranten.

Auch in der afghanischen Hauptstadt Kabul demonstrierten mehrere Tausend Menschen. Sie riefen "Tod Frankreich, Tod den Feinden des Islam". Einige Demonstranten warfen Steine auf die französische Botschaft, Sicherheitsleute gaben daraufhin Warnschüsse ab.

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad beteiligten sich rund 15.000 Menschen an einer Demonstration gegen "Charlie Hebdo". Sie riefen "Unser Prophet, unsere Ehre" und "Köpft die Gotteslästerer". Weitere ebenfalls von islamistischen Gruppen organisierte Kundgebungen mit tausenden Teilnehmern gab es in Quetta, Peschawar, Karachi, Lahore, Muzaffarabad und im pakistanischen Teil Kaschmirs, wie AFP-Journalisten berichteten.

"Nieder mit Charlie Hebdo"

Auch im indischen Teil der muslimisch dominierten Unruheregion Kaschmir gab es nach den Freitagsgebeten gewaltsame Zusammenstöße zwischen "Charlie Hebdo"-Gegnern und der Polizei. Die Beamten in der Stadt Srinagar feuerten Rauchkanister sowie Warnschüsse ab, um eine Menge demonstrierender Muslime auseinander zu treiben. Sie hatten unter anderem "Nieder mit Charlie Hebdo" gerufen.

Bilder des Propheten Mohammed werden von vielen Muslimen als Blasphemie verurteilt. Vor gut einer Woche war "Charlie Hebdo" mit einem weinenden Mohammed auf dem Titel erschienen, der ein Schild mit der Solidaritätsbekundung "Je suis Charlie" in den Händen hält. In vielen muslimischen Ländern hatte die Karikatur wütende Proteste ausgelöst.

Die Zeitung reagierte mit der Mohammed-Karikatur auf den islamistischen Anschlag eine Woche zuvor in Paris, bei der die beiden Angreifer im Gebäude von "Charlie Hebdo" und bei ihrer anschließenden Flucht zwölf Menschen erschossen hatten.

amz/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.