Afghanistan Regierung beendet Waffenstillstand mit den Taliban

Afghanische Sicherheitskräfte nehmen nach 18 Tagen ihre Einsätze gegen die radikalislamischen Taliban wieder auf. Die einseitige Waffenpause sei beendet, kündigte Präsident Ghani am Samstag an - weil die Gegenseite nicht mitziehe.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani bei einer Pressekonferenz am Samstag
REUTERS

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani bei einer Pressekonferenz am Samstag


Knapp drei Wochen schwiegen die Waffen, nun hat die afghanische Regierung ihren einseitigen Waffenstillstand mit den radikalislamischen Taliban beendet. Die Sicherheitskräfte würden ihre Einsätze gegen die Aufständischen wieder aufnehmen, kündigte Präsident Aschraf Ghani am Samstag an.

Die Waffenruhe sei zu "98 Prozent erfolgreich" gewesen, sagte Ghani. Die Regierung hatte zunächst eine Waffenruhe um die Eid-Feiertage zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte Juni verkündet und diesen dann verlängert.

Die Taliban hatten ihrerseits um die Feiertage einen dreitägigen Waffenstillstand eingehalten - drei Tage ohne Kämpfe hatte es in dem bald 17 Jahre andauernden Konflikt bis dato nicht gegeben. Es kam zu spontanen Feiern.

"Ich bin bereit, die Waffenruhe jederzeit fortzuführen, wenn die Taliban dazu bereit sind", sagte Ghani. Vergangene Woche hatte es aber bereits wieder tödliche Angriffe der Taliban im ganzen Land gegeben. Mehrere Grenzschützer starben bei einem Angriff auf eine Militärbasis in der nordafghanischen Provinz Takhar.

Nach Militärangaben sollen die Taliban wieder 14,5 Prozent des Landes kontrollieren. 30 Prozent sollen umkämpft sein.

lgr/AFP/dpa



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