Afghanistan Tote bei Anschlag auf Büro von Save the Children

Angreifer haben eine Autobombe vor einem Büro der Hilfsorganisation Save the Children in Afghanistan gezündet. Mehrere Menschen sind gestorben. Der "Islamische Staat" reklamiert die Tat für sich.

REUTERS

Unbekannte Angreifer haben in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad das Büro der internationalen Hilfsorganisation Save the Children (Rettet die Kinder) angegriffen. Das bestätigte ein afghanischer Mitarbeiter der Organisation, der ungenannt bleiben wollte. Ihm zufolge arbeiten in dem Büro ewta 100 Menschen. Laut Berichten von Nachrichtenagenturen gab es mindestens zwei Tote und mehr als zehn Verletzte.

Ein Regierungssprecher der Provinz Nangarhar, Attaullah Chogiani, sagte, am Morgen habe sich vor dem Gebäude zuerst ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei seien auch einige Autos in Flammen aufgegangen. Dann seien Bewaffnete in das Haus eingedrungen und hätten angefangen zu schießen.

Dschalalabad ist die Hauptstadt der Provinz Nangarhar an der Grenze zu Pakistan. Die Region gilt als Hochburg der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Erst vor wenigen Tagen wurden bei einem Angriff der radikal-islamischen Taliban auf ein Hotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens 20 Menschen getötet, darunter auch eine Deutsche.

Mittlerweile hat der IS den Anschlag auch für sich reklamiert. Er habe sich "gegen britische und schwedische Stiftungen" sowie gegen Institute der afghanischen Regierung gerichtet, teilte der IS über sein Propaganda-Sprachrohr Amaq mit. Save the Children hat seine Zentrale in London.

Ein Mitglied des Provinzrats, Nasrullah Murad, berichtete, dass es im Anschluss an die Explosion zu Gefechten mit Sicherheitskräften gekommen sei. In der Nähe der Niederlassung von Save the Children lägen auch Büros von anderen internationalen Organisationen.

Save the Children ist eine der größten Hilfsorganisationen in Afghanistan. Die Nichtregierungsorganisation arbeitet seit Jahrzehnten in vielen Provinzen und hilft vor allem Kindern und Müttern in den Bereichen Gesundheit und Bildung.

apr/aev/dpa/Reuters/AFP



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