Anschlag in Afghanistan Schwere Explosion erschüttert Diplomatenviertel in Kabul

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es eine schwere Explosion gegeben. Mindestens drei Menschen sollen getötet, zahlreiche verletzt worden sein.

Ein Verletzter wird von Polizisten nach einer Explosion in Kabul am 31. Oktober weggetragen.
REUTERS

Ein Verletzter wird von Polizisten nach einer Explosion in Kabul am 31. Oktober weggetragen.


Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag im Diplomaten- und Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens drei Menschen getötet worden. Ihre Leichen sowie zehn Verletzte seien in Kliniken gebracht worden, sagte Ismail Kawusi, ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, am Dienstag.

Die Explosion ereignete sich den Angaben zufolge gegen 16 Uhr Ortszeit. Betroffen sei das Viertel Wasir Akbar Khan, sagte der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mudschahid. In der Gegend befinden sich viele ausländische Botschaften und große afghanische Ministerien wie das bereits mehrfach angegriffene Verteidigungsministerium. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag inzwischen für sich.

Auf wen oder was genau der Attentäter es abgesehen hatte, blieb zunächst unklar. In der Nähe lägen "die Büros des staatlichen Fernsehens, ausländische Botschaften und das Büro für auswärtige Beziehungen des Verteidigungsministeriums", sagte Polizeisprecher Mudschahid. Aus einer Stellungnahme des Ministeriums ging hervor, dass Ministeriumsangestellte nicht betroffen waren.

Der Attentäter hatte sich offenbar problemlos in eine schwerbewachte Zone eingeschlichen. Die sogenannte Straße 14 führt in einen normalerweise an allen Zugangsstraßen abgesperrten Block, in dem sich unter anderem das Nato-Hauptquartier, der Präsidentenpalast, die US-Botschaft, die britische Botschaft oder das Büro der Weltbank befinden. An einem anderen Ende des Blocks liegt auch die deutsche Botschaft, vor der Ende Mai eine schwere Lastwagenbombe explodiert war. Rund 150 Menschen starben damals.

Seit Jahresanfang hat es in Kabul damit 17 schwere Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gegeben. Hinter ihnen steckten sowohl die radikalislamischen Taliban als auch der IS. Kämpfer des sunnitischen IS hatten erst vor elf Tagen eine schiitische Moschee angegriffen und 71 Menschen getötet.

yes/dpa/Reuters



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