Afghanistan Mehr als 300 Verletzte nach Explosion in Kabul

Eine heftige Explosion hat die afghanische Hauptstadt Kabul erschüttert, Taliban haben die Geheimdienstzentrale angegriffen. Mehr als 300 Menschen sind verletzt worden.

Kabul nach der Explosion
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Kabul nach der Explosion


Dichter schwarzer Rauch hing am Dienstag über dem Zentrum von Kabul, überall waren Sirenen zu hören. Eine heftige Explosion hat die afghanische Hauptstadt erschüttert. Sie ereignete sich in einem belebten Viertel Kabuls - mehr als 300 Menschen wurden laut Gesundheitsministerium verletzt. Mindestens 40 Menschen sind getötet worden.

Präsident Aschraf Ghani machte die radikalislamischen Taliban für die Attacke verantwortlich und verurteilte den Angriff "auf Schärfste".

Ziel der Taliban war die Geheimdienstzentrale. Nahe des Eingangs sprengte sich ein Attentäter mit seinem mit Sprengstoff gefüllten Wagen in die Luft. Kurz darauf schossen Angreifer und lieferten sich Feuergefechte mit Sicherheitskräften, sage ein Sprecher des Innenministeriums zu SPIEGEL ONLINE. Zwei Täter könnten in das Innere des Gebäudes gelangt sein.

In der Nähe liegen auch das Verteidigungsministerium und die US-Botschaft. Durch die Explosion zerbarsten Fensterscheiben in der Gegend.

Die Sicherheitslage in Kabul und weiten Teilen des Landes am Hindukusch hat sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Vor einer Woche hatten die radikalislamischen Taliban den Beginn ihrer diesjährigen Frühjahrsoffensive verkündet.

Die Islamisten haben seit dem Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014 an Stärke gewonnen und stehen jetzt so präsent wie seit ihrem Sturz durch eine US-geführte Invasion 2001 nicht mehr. Nach Angaben der Nato kontrollieren sie zwar nur sechs Prozent von Afghanistan, allerdings könne ein Drittel des Landes in ihre Hände fallen. Die Regierung in Kabul beherrsche höchstens 70 Prozent des Landes.

SPIEGEL ONLINE

kgp/AP/AFP/dpa/Shoib Najafizada



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