Afghanistan Sechs Nato-Soldaten sterben bei Offensive gegen Taliban

Mit sechs toten Soldaten hat die Nato ihren bisher blutigsten Tag bei der Großoffensive gegen die Taliban in Südafghanistan erlebt. Weil die Aufständischen erbitterten Widerstand leisten, rechnet das Bündnis nicht mit einem raschen Ende der Kämpfe.

US-Soldaten in Südafghanistan: Rasches Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht
REUTERS

US-Soldaten in Südafghanistan: Rasches Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht


Mardscha - Bisher sind die Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand nicht zur Aufgabe bereit. Ein britischer Generalmajor erklärte, die Offensive könne noch mehrere Wochen dauern. Nach Angaben der Nato-Schutztruppe Isaf leisten die Aufständischen vor allem in der Region um die Stadt Mardscha "entschlossenen Widerstand". Dort seien die Soldaten zum Teil "heftig" beschossen worden. Zudem legten die Taliban Sprengfallen.

Für die Isaf war der Donnerstag der bisher blutigste Tag seit Beginn der Operation "Muschtarak" ("Gemeinsam") vor knapp einer Woche. An nur einem Tag starben sechs Soldaten. Drei Männer wurden getötet, als Sprengsätze explodierten, wie die Isaf mitteilte. Drei weitere Soldaten starben bei Kämpfen mit den Taliban. Zur Nationalität der Opfer machte die Truppe keine Angaben.

Seit vergangenem Samstag starben bei der Operation elf Nato-Soldaten und ein afghanischer Soldat. Bei der bislang größten Offensive gegen die Taliban seit dem Sturz ihres Regimes Ende 2001 gehen 15.000 afghanische und ausländische Soldaten gegen die Aufständischen in Helmand vor. Die größten ausländischen Kontingente stellen Amerikaner und Briten.

Offizielle Zahlen zu getöteten Taliban-Kämpfern gibt es zwar nicht, aus Kreisen ranghoher Offiziere der US-Marineinfanterie hieß es jedoch unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, die Zahl dürfte bei über 120 liegen. Die Isaf schätzt die Zahl der Aufständischen auf 25.000 bis 36.000 Kämpfer.

Der Chef der Abteilung zur Reintegration von Taliban-Kämpfern, Generalmajor Richard Barrons, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", mit Aussteigerprogrammen für Taliban wolle man zur Stabilisierung des Landes beitragen. Die Aufständischen würden nur von zehn Prozent der Bevölkerung unterstützt. Nach acht oder neun Jahren Krieg sei zudem eine Kampfmüdigkeit zu erkennen.

Alliierte wollen Macht über Gebiete in Taliban-Hochburg übernehmen

Die alliierten Truppen und Spezialeinheiten versuchen unterdessen, die Taliban aus ihrem Rückzugsgebiet zu vertreiben. US-Hubschrauber setzten am Freitag Aufklärungstrupps der Marineinfanterie hinter den Linien der Aufständischen ab, wie ein Offizier mitteilte.

Zudem machten sich rund 400 afghanische Polizisten auf den Weg in die Stadt Mardscha. Die speziell ausgebildeten Sicherheitskräfte sollen in der bisherigen Taliban-Hochburg die Kontrolle über die Gebiete übernehmen, in denen keine Aufständischen oder Minen mehr sind.

Wie aus Geheimdienstkreisen verlautete, gelang US-Truppen zudem in Pakistan ein Schlag gegen die Taliban. Dort wurde bei einem US-Angriff im Nordwesten des Landes der Bruder des ranghohen afghanischen Taliban-Kommandeurs Sirajuddin Haqqani getötet. Dessen Netzwerk gilt neben den Taliban als eine der gefährlichsten Terrorgruppen in der Region.

mmq/apn/dpa/AFP



Forum - Neue US-Strategie für Afghanistan - kann sie Erfolg haben?
insgesamt 874 Beiträge
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Seite 1
Palmstroem, 13.02.2010
1. Bush-Taktik
Zitat von sysopDas US-Militär korrigiert seine Kriegsführung in Afghanistan. 15.000 Soldaten kämpfen in der Operation "Muschtarak" um die Taliban- und Opiumhochburg Mardscha, doch diesmal sollen sie sich nach der Befreiung nicht zurückziehen - sondern eine zivile Machtstruktur zementieren. Ein Modell für den Sieg?
Was ist daran neu. Bush hat das im Irak erfolgreich vorgemacht. Nur, wenn man 2011 wieder abziehen will, werden die Taliban das bei einer Wasserpfeife aussitzen.
ayamo, 13.02.2010
2. Ja, ja
und nochmals ja. Falls es der NATO wirklich erst sein sollte eine ordentliche CI Operation durchzuführen könnte diese neue Offensive wirklich die Wende (auf dem sehr langen Weg zum Sieg) in Afghanistan einläuten). Clear, hold and build ... diese drei Grundpfeiler einer CI Operation wurde von der NATO bisher sträflich vernachlässigt. Wenn jetzt zu dem übglichen clear auch noch hold und build hinzukommen könnte der Distrikt in Helmand in einigen Jahren wirklich als Modelerfolg gelten - ob die NATO allerdings dren Atem dazu hat diese auch in allen anderen Provinzen durchzuführen bezweifle ich.
Willie, 13.02.2010
3.
Zitat von sysopDas US-Militär korrigiert seine Kriegsführung in Afghanistan. 15.000 Soldaten kämpfen in der Operation "Muschtarak" um die Taliban- und Opiumhochburg Mardscha, doch diesmal sollen sie sich nach der Befreiung nicht zurückziehen - sondern eine zivile Machtstruktur zementieren. Ein Modell für den Sieg?
"...fuer den Sieg" stellt einen Anspruch, der an einen Krieg zwischen Laendern und unifomierten Armeen anlehnt. Solches halte ich fuer ueberzogen in einem Nationbuilding Prozess, der sehr vielmehr "Grau in Grau" als "Schwarz und Weiss" Kontraste enthaelt. "...fuer den Erfolg" waere meiner Meinung nach passender fuer das was versucht wird. Ob die Strategieaenderung nuetzt, bleibt abzuwarten -moeglich ist es. Aber Voraussagen zum jetzigen Zeitpunkt vom den SPON Leser haben genau so viel faktisches Fundament wie das Voraussagen von Lottozahlen.
Willie, 13.02.2010
4.
Zitat von PalmstroemWas ist daran neu. Bush hat das im Irak erfolgreich vorgemacht. Nur, wenn man 2011 wieder abziehen will, werden die Taliban das bei einer Wasserpfeife aussitzen.
Bush hat ueberhaupt nichts vorgemacht. Der hat nur Konflikte begonnen. Das moegliche beenden hat er sehr wohl seinem Nachfolger ueberlassen.
ayamo, 13.02.2010
5. Der
Zitat von PalmstroemWas ist daran neu. Bush hat das im Irak erfolgreich vorgemacht. Nur, wenn man 2011 wieder abziehen will, werden die Taliban das bei einer Wasserpfeife aussitzen.
derzeitige US-Vizepräsident würde Ihnen da ganz energisch widersprechen, werter Palmstroem ... sagte er doch erst vor wenigen Tagen das die Erfolg im Irak auf das Konto der Obama-Administration gehen und mit Sicherheit zu deren "legacy" beitragen werden - ich für meinen Teil habe selten so herzlich gelacht. Was die Reaktion der Taliban angeht haben sie aber mit Sicherheit Recht. Es sei denn die NATO geht aggressiv genug vor um den Taliban keinen Platz mehr zu lassen um diese Wasserpfeife zu rauchen - nur dürfte da wirklich der Zeitplan im Wege stehen.
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