Afghanistan Sechs Tote bei Taliban-Angriff in Kabul

Bis in die frühe Morgenstunden dauerten die Gefechte mit Taliban-Kämpfern in Kabul. Erst dann hatten Sicherheitskräfte die Lage nahe der spanischen Botschaft unter Kontrolle.

Ein afghanischer Soldat vor der spanischen Botschaft: Stundenlange Gefechte in Kabul
AP/dpa

Ein afghanischer Soldat vor der spanischen Botschaft: Stundenlange Gefechte in Kabul


Wieder hat es in Kabul einen Taliban-Angriff gegeben, wieder wurde stundenlang gekämpft. Die Attacke in der afghanischen Hauptstadt hatte am Freitagabend mit einer heftigen Explosion im Zentrum nahe der spanischen Botschaft begonnen. Dabei soll es sich um eine Autobombe gehandelt haben. Später waren immer wieder Schüsse zu hören.

Nach stundenlangen Gefechten hätten Sicherheitskräfte sämtliche Angreifer getötet, teilte die afghanische Regierung am frühen Samstag mit. Sie bestätigte zudem den Tod der vier afghanischen Polizisten. Die Regierung in Madrid sprach zunächst von einem getöteten Spanier, später von zweien.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag, Ziel sei eine Unterkunft für ausländische Gäste gewesen. Zunächst hatte es geheißen, die Attacke habe der Botschaft gegolten.

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist sehr angespannt. Am Dienstag hatten Kämpfer der Taliban den Flughafen der Provinzhauptstadt Kandahar im Süden gestürmt. Sie lieferten sich Gefechte mit Sicherheitskräften und sprengten sich inmitten von Zivilisten in die Luft. Bei dem 27 Stunden dauernden Angriff wurden nach Angaben der afghanischen Sicherheitsbehörden 38 Zivilisten und zwölf Sicherheitskräfte getötet.

Im September hatten die Taliban das nordafghanische Kunduz in einer Blitzoffensive erobert - sie konnten erst nach zwei Wochen von der afghanischen Armee zurückgedrängt werden.

heb/AFP/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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normalo2015 12.12.2015
1. Düstere Aussichten
Dabei ist Dezember nicht einmal die typische „Kampfsaison“. Wenn die Angriffe auf Kunduz Stadt, Kandahar Flughafen und Kabul nur Testläufe für die typische Frühjahrsoffensive waren, dann wird es ungemütlich im April. Die afghanischen Spezialeinheiten sind zu wenige, um gleichzeitige Angriffe dieser Art an mehreren Standorten durchzuhalten, besonders wenn es länger dauert wie in Kunduz. Die normalen afghanischen Soldaten, Jungs mit Gummistiefeln und einer Kalaschnikow die vielleicht funktioniert falls es Munition gibt, werden dem nichts entgegensetzen können. Im Frühling könnte sich die Armee in wenigen Wochen auflösen, wie im Irak, wenn IS und Taliban die Angriffe weiter so gut vorbereiten und gleichzeitig zuschlagen.
el-oso 12.12.2015
2. Afghanistan wird zweiter Irak
Rein, grossen Rand, Tode Soldaten für nichts und dann raus, Kall auf Fall. Typisch Irak! Jetzt rückt der IS nach und dann?
raro 12.12.2015
3. Also
hatten die Sowjets damals richtig gehandelt, die sozialistische Regierung und die Frauenrechte gegen die schon damals verbrecherischen Halsabschneider zu verteidigen. Und dem adeligen Brzezinski(ehemaligen Sicherheitsberater von Carter) und seinem unsäglichen Russenhass, der selbst heute nicht bereut,haben wir es mitzuverdanken, dass die Russen mehr Feindbild sind, als die Halsabschneider und Erdogahn. Und nicht mal aus Schaden wird mann klug, traurig.
normalo2015 12.12.2015
4.
Zitat von rarohatten die Sowjets damals richtig gehandelt, die sozialistische Regierung und die Frauenrechte gegen die schon damals verbrecherischen Halsabschneider zu verteidigen. Und dem adeligen Brzezinski(ehemaligen Sicherheitsberater von Carter) und seinem unsäglichen Russenhass, der selbst heute nicht bereut,haben wir es mitzuverdanken, dass die Russen mehr Feindbild sind, als die Halsabschneider und Erdogahn. Und nicht mal aus Schaden wird mann klug, traurig.
Da muss ich Ihnen Recht geben. Wenn man sich in den asiatischen Ex-Sovietländern umsieht, muss man zugeben, dass viele Soviet-errungenschaften durch Mafiakapitalismus und religiösen Extremismus vernichtet werden. Da ist jetzt nur kurzlebige Coca-Cola-Propaganda. Diese Post-Soviet-Demokratien machen die Leute nicht frei, sondern arm und hoffnungslos, somit leichte Opfer für IS. Es ist ein historisches Unglück, dass die Sovietunion durch eigenes Versagen und subversiven amerikanischen Einfluss zerstört wurde. Soll jetzt mal keiner mit den Gulags der Sovietunion anfangen…. Guantánamo, Bagram, Bondsteel,….
vulcan 13.12.2015
5.
Zitat von rarohatten die Sowjets damals richtig gehandelt, die sozialistische Regierung und die Frauenrechte gegen die schon damals verbrecherischen Halsabschneider zu verteidigen. Und dem adeligen Brzezinski(ehemaligen Sicherheitsberater von Carter) und seinem unsäglichen Russenhass, der selbst heute nicht bereut,haben wir es mitzuverdanken, dass die Russen mehr Feindbild sind, als die Halsabschneider und Erdogahn. Und nicht mal aus Schaden wird mann klug, traurig.
Jo, die Russen haben in Afghanistan alles richtig gemacht. Dummdreister und plumper ging es wohl nicht, oder? Ihre dämliche Propaganda meine ich. Nicht zum Aushalten.
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