Afghanistan Selbstmordattentäter greift Verteidigungsministerium in Kabul an

Tödliche Schießerei im Verteidigungsministerium in Kabul: Nach Behördenangaben hat ein Selbstmordattentäter versucht, sich in dem Gebäude in die Luft zu sprengen. Es soll zwei Tote und mehrere Verletzte geben. 


Kabul - Ein Selbstmordattentäter ist in das Verteidigungsministerium von Kabul eingedrungen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE trug er eine Uniform und hatte einen Ausweis für das Ministerium. Der Mann war mit einer AK 47 bewaffnet. Nachdem er das Gelände betreten hatte, eröffnete er das Feuer auf Mitarbeiter des Ministeriums. Dabei seien zwei Mitarbeiter getötet und sieben verletzt worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums zu SPIEGEL ONLINE.

Bevor der Selbstmordattentäter jedoch seine Sprengweste zünden konnte, wurde er von Sicherheitsleuten des Ministeriums erschossen, erklärte der Sprecher weiter.

Offenbar handelte es sich um die Tat von mehreren Angreifern. Die Bundeswehr informierte am Morgen den Bundestag über den Vorfall und sprach von einem komplexen Angriff von drei Selbstmordattentätern. Zwei der Täter seien "nach ersten Informationen" noch vor dem Eindringen in das Gebäude getötet worden, der dritte habe seinen Sprengsatz innerhalb des Ministeriums zünden können. Die Bundeswehr sprach von fünf Verletzten, darunter ein Zivilist, zudem seien zwei Soldaten der Afghan National Army (ANA) getötet worden.

Die Taliban haben die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Ein Sprecher sagte zu SPIEGEL ONLINE: "Der Selbstmordattentäter war seit langem in der Armee und war unter Kontrolle der Taliban."

Für den Nachmittag war im Verteidigungsministerium ein Treffen zwischen dem afghanischen Verteidigungsminister und seinem französischen Amtskollegen vorgesehen.

Attentate von Afghanen in Uniform häufen sich in den letzten Monaten. Während die afghanische Polizei und das Militär immer mehr Verantwortung im eigenen Land übernehmen sollen, wächst bei den Sicherheitsorganen offenbar auch die Zahl derer, die unter dem Einfluss der Taliban stehen. Die Bundeswehr hatte das zuletzt im Februar schmerzlich feststellen müssen. Damals erschoss ein afghanischer Rekrut drei deutsche Soldaten, die ihn bei der Wache begleiteten.

shn/anr/ler/mgb

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Seite 1
frubi 18.04.2011
1. .
Zitat von sysopTödliche Schießerei im Verteidigungsministerium in Kabul: Nach Behördenangaben haben Bewaffnete versucht, in das Gebäude einzudringen. Es soll mehrere Tote geben.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757641,00.html
Wieso eigentlich gibt es keine unabhängige Analyse zu den möglichen Effekten des Einsatzes in Afghanistan seit 2001? Wir sind dort nun seit knapp 10 Jahren und haben was geändert? Was wollen unsere MdB´s die nächsten 10 Jahre machen? Stumpfe Verlängerungsmandate abnicken? Immerhin haben die Ereignisse der letzten 6 Monate dazu geführt, dass dieses Thema in den Medien so gut wie gar nicht mehr verkommt. Für die Bundesregierung ein Segen. Wenigstens hat die heroische Soldatenverehrung seit dem Rücktritt von Guttenberg ein Ende. Das war nun wirklich der Gipfel der Heuchelei.
Hubert Rudnick, 18.04.2011
2. Tolle Erfolge?
Zitat von sysopTödliche Schießerei im Verteidigungsministerium in Kabul: Nach Behördenangaben haben Bewaffnete versucht, in das Gebäude einzudringen. Es soll mehrere Tote geben.* http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,757641,00.html
Was haben nun eigentlich all die fremden Soldaten geleistet, wieso können die Taliban nach wie vor so agieren, sind alle andere nur Pappsoldaten, oder sind sie schon der Übermacht von den Taliban unterlegen? Mir kommt das alles sehr merkwürdig vor, wir haben nach sovielen Jahren Afghanistaneinsatz also keine Stabilität erreicht, eine wirklich tolle Leistung. Aber dafür können wir ja wieder mit der Luftwaffen anworten wenn man sich erneut Tankwagen stehlen lässt, da sind wir dann auch sehr stark.
uwebolll 18.04.2011
3. kein titel
Mal ein paar Statistiken zu Afghanistan: http://icasualties.org/oef/ http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2010/aug/10/afghanistan-civilian-casualties-statistics#zoomed-picture So erfolgreich sind die Vereinten Nationen seit 2001.
Gani, 18.04.2011
4. Blabla
Zitat von Hubert RudnickWas haben nun eigentlich all die fremden Soldaten geleistet, wieso können die Taliban nach wie vor so agieren, sind alle andere nur Pappsoldaten, oder sind sie schon der Übermacht von den Taliban unterlegen? Mir kommt das alles sehr merkwürdig vor, wir haben nach sovielen Jahren Afghanistaneinsatz also keine Stabilität erreicht, eine wirklich tolle Leistung. Aber dafür können wir ja wieder mit der Luftwaffen anworten wenn man sich erneut Tankwagen stehlen lässt, da sind wir dann auch sehr stark.
Und wer behauptet, es gäbe keine dummen Fragen, der muss sich nur hier umsehen um eines besseren belehrt zu werden. Was glaubst du, wie man solche Selbstmordaktionen verhindern soll, wenn es wahrscheinlich sogar ein Soldat war, der in Wirklichkeit für das Taliban Lumpenpack gearbeitet hat? Und was soll das mit irgendeiner deiner Fragen zu tun haben? Dazu reicht sogar ein Einzelner. Das die Taliban nicht mehr die Fähigkeiten haben um auf andere Weise ihren Kampf zu führen ist Sonnenklar und en Resultat der ISAF Mission.
zehwa 18.04.2011
5. Perspektive
Zitat von Hubert RudnickWas haben nun eigentlich all die fremden Soldaten geleistet, wieso können die Taliban nach wie vor so agieren, sind alle andere nur Pappsoldaten, oder sind sie schon der Übermacht von den Taliban unterlegen? Mir kommt das alles sehr merkwürdig vor, wir haben nach sovielen Jahren Afghanistaneinsatz also keine Stabilität erreicht, eine wirklich tolle Leistung. Aber dafür können wir ja wieder mit der Luftwaffen anworten wenn man sich erneut Tankwagen stehlen lässt, da sind wir dann auch sehr stark.
Sie sehen das falsch. Um die Erfolge der ISAF bemessen zu können, muss man die Situation in Afghanistan mit der Situation vergleichen, die entstanden wäre, wenn niemand eingegriffen hätte. Dann wäre Afghanistan jetzt unter der Kontrolle einer ressourcenstarken Räuberbande, teilweise geschützt durch Völkerrecht, an einer geopolitisch hochsensiblen Stelle, in Nachbarschaft zu 2 Atommächten. Es geht nicht darum, einen Krieg zu gewinnen. Das wäre vermutlich sehr einfach. Es geht darum, eine Entwicklung zu blockieren, die weltweit fatale Folgen haben könnte.
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