Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Afghanistan: Anschlag auf Restaurant in Kabul

Afghanischer Polizist am Tatort: Anwohner berichten von Schusswechseln Zur Großansicht
AFP

Afghanischer Polizist am Tatort: Anwohner berichten von Schusswechseln

Trotz Stahltüren und Sicherheitsschleusen ist ein Restaurant in Kabul von Terroristen angegriffen worden. Das Lokal soll in einer bei Ausländern beliebten Gegend liegen. Offenbar gab es mehrere Verletzte.

Ein Bombenanschlag hat am Freitag das Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul erschüttert. Ziel des Anschlags sei offenbar ein bei Ausländern beliebtes Restaurant gewesen, sagten Polizei- und Ministeriumsvertreter. Laut Medienberichten gab es mindestens fünf Verletzte. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Attacke.

Die Explosion habe sich im Viertel Taimani ereignet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. "Offenbar wurde ein Restaurant angegriffen." Sidik Siddiki berief sich bei seinen Aussagen auf die ersten ihm vorliegenden Informationen. Laut Vizepolizeichef Gul Agha Rohani handelte es sich um ein Selbstmordattentat, das mit Hilfe einer Autobombe verübt wurde.

Taimani ist eine zentrale Wohngegend für ausländische Mitarbeiter von NGOs, Medien und Firmen. Die Gegend ist beliebt, weil sich dort auch viele Restaurants befinden. Die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters schreiben unter Berufung auf einen Polizeibeamten und einen westlichen Diplomaten, Ziel des Anschlags sei das französische "Le Jardin" gewesen. Das Restaurant gehört dem ehemaligen Protokollchef des Präsidentenpalastes. Mit mehreren Stahltoren und Sicherheitsschleusen gilt es als sehr gut gesichert.

Menschen vor Ort berichteten von einem lauten Knall. Laut dem afghanischen Sender Tolo TV wurden Häuser in der Nachbarschaft bei der Explosion beschädigt. Verletzte würden ins Krankenhaus gebracht. Ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur dpa bestätigte, dass die betreffende Straße von der Polizei abgeriegelt wurde. Anwohner berichteten von Schusswechseln.

Die Taliban hatten erst vor zwei Wochen in Kabul die spanische Botschaft gestürmt. Wegen der verschlechterten Sicherheitslage hatte die Nato kürzlich beschlossen, 2016 in praktisch unveränderter Stärke von etwa 12.000 Soldaten in Afghanistan zu bleiben. Die Bundeswehr wird dabei ihren Einsatz mit verstärkter Truppenzahl fortsetzen.

kev/AP/AFP/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Schröder
Hank Hill 01.01.2016
hat uns die unsinnige Afghanistan Mission eingebrockt. Als Konzession für seine ausdrückliche Nichtteilnahme am Irak Krieg. Es war aber von seiner Seite aus nur Wahlkampf. Länder wie Japan, Kanada, etc. waren auch nicht im Irak, sie haben auf einer UN Resolution bestanden, weil klar war die UN würde kein grünes Licht auf Grund der dürftigen "Beweise" geben. Wir hätten uns also nur wie die große Mehrzahl der anderen Länder verhalten sollen. Schröder wußte aber daß es in Deutschland gut ankommt wenn man "es dem Ami mal richtig zeigt". Die Wahl hat er dann gewonnen, den Trip nach Afghanistan auch.
2.
Frittenbude 01.01.2016
Zitat von Hank Hillhat uns die unsinnige Afghanistan Mission eingebrockt. Als Konzession für seine ausdrückliche Nichtteilnahme am Irak Krieg. Es war aber von seiner Seite aus nur Wahlkampf. Länder wie Japan, Kanada, etc. waren auch nicht im Irak, sie haben auf einer UN Resolution bestanden, weil klar war die UN würde kein grünes Licht auf Grund der dürftigen "Beweise" geben. Wir hätten uns also nur wie die große Mehrzahl der anderen Länder verhalten sollen. Schröder wußte aber daß es in Deutschland gut ankommt wenn man "es dem Ami mal richtig zeigt". Die Wahl hat er dann gewonnen, den Trip nach Afghanistan auch.
Und was haben Ihre Ausführungen jetzt mit diesem Anschlag auf das Kabuler Restaurant zu tun? Rein garnichts, fürchte ich..
3. Das
aschu0959 01.01.2016
war nicht das letzte mal, das man wieder Gräuelmeldungen aus Afghanistan hört - ganz im Gegenteil. Die Steinzeitler dort werden sich bald wieder gegenseitig bekriegen, Frauen steinigen und bei kleinsten "Vergehen" gegen den Propheten oder die Sitten Köpfe rollen lassen.
4.
säkularist 01.01.2016
Zitat von aschu0959war nicht das letzte mal, das man wieder Gräuelmeldungen aus Afghanistan hört - ganz im Gegenteil. Die Steinzeitler dort werden sich bald wieder gegenseitig bekriegen, Frauen steinigen und bei kleinsten "Vergehen" gegen den Propheten oder die Sitten Köpfe rollen lassen.
Und solange wir mit salafistischen Terror-Paten wie Erdogan oder Salman kungeln wird sich daran auch nichts ändern.
5. nur für einen starken Magen
Melange 01.01.2016
BBC World brachte ausgerechnet zur letzten Stunde des Sylvesterabends eine erschreckende und verstörende Dokumentation über die Lynchung einer jungen Afghanin, die von einem tierischen Mob mit unbeschreibbarer Brutalität mitten im „westlichen“ Kabul ermordet wurde. Ihr blutverschmiertes Gesicht und ihr letzter leerer aber vorwurfsvoller Blick in die (Handy-) Kamera im Angesicht ihres Todes bleiben unvergesslich. Farkhunda war eine junge Studentin in Kabul die dort Islam-Wissenschaft studierte und ihr Vergehen war es, dass sie sich der religiösen Norm nicht unterwarf. Eine blutrünstige Meute von an die eintausend Fanatiker ermordeten sie auf bestialische Art, was in diesem BBC-Bericht bis zum Unerträglichen festgehalten wurde. Wer diese Dokumentation sah, dem wurde klar dass diese Menschen von ihrem religiösen Fanatismus derart besessen sind, dass sie ihn niemals ablegen können. Die Aufforderung sich bei uns zu integrieren ist angesichts solcher Ereignisse reine Illusion. Vielmehr lässt sich erahnen, dass solche religiös „inspirierten“ Flüchtlinge zu uns ausschließlich wegen ihrer eigenen Sicherheit (vor Drohen, etc.) flüchten, aber ihre pervers-religiösen Prinzipien nicht ablegen werden, weil sie dies nicht können. Was unsere Gesellschaft langfristig erwartet, ist noch diesem Bericht abzusehen. (Suchbegriff auf YouTube: „BBC World Farkhunda lyched in Kabul“---- ACHTUNG: der 17 minütige Videoclip).
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 652.864 km²

Bevölkerung: 26,023 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staatsoberhaupt:
Ashraf Ghani Ahmadsai

Regierungschef: Abdullah Abdullah

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: