Afghanistan Taliban attackieren Botschaftsviertel in Kabul

Talibankämpfer haben in Afghanistans Hauptstadt Kabul einen Angriff gestartet. Spaniens Premier Rajoy widersprach aber früheren Berichten, die Botschaft Madrids sei Ziel der Attacke gewesen.

Afghanische Sicherheitskräfte am Tatort in Kabul: Taliban-Attacke im Viertel Scherpur
REUTERS

Afghanische Sicherheitskräfte am Tatort in Kabul: Taliban-Attacke im Viertel Scherpur


Widersprüchliche Angaben über einen Taliban-Angriff in Kabul: Das spanische Außenministerium und die Polizei der afghanischen Hauptstadt berichteten zunächst, die Attacke im Viertel Scherpur habe der Botschaft Madrids gegolten. Regierungschef Mariano Rajoy widersprach später: "Es gab weder einen Angriff noch die Absicht, die spanische Botschaft in Afghanistan anzugreifen", sagte er vor Journalisten in Alicante.

Nach Angaben von Rajoy wurde aber ein spanischer Polizist, der bei dem Angriff anwesend war, leicht verletzt. Angaben über mögliche Opfer anderer Nationalitäten machte Rajoy nicht. Die spanische Botschaft arbeitet im Kabuler Viertel Scherpur in mehreren Gebäuden, von denen einige auch als Gästehäuser dienen.

Das Gebiet war am Abend zunächst von einer schweren Explosion erschüttert worden, bei der es sich nach Angaben des Innenministeriums vermutlich um eine Autobombe handelte. Anwohner berichteten von anschließenden Schusswechseln.Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid behauptete über Twitter: "Selbstmordattentäter sind in ein Gästehaus ausländischer Besatzer eingedrungen."

Das Emergency-Hospital, ein Krankenhaus am Rande Scherpurs, teilte über Twitter mit, dort seien sieben verletzte Afghanen aufgenommen worden. Mehrere internationale Organisationen haben Gästehäuser in Scherpur. Auch viele hochrangige afghanische Politiker leben in dem wohlhabenden Viertel. Anwohner berichteten, das Viertel sei nach der Detonation abgeriegelt worden.

als/dpa

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