Afghanistan Taliban entführen Dutzende Menschen aus Bussen

Taliban-Kämpfer haben in Afghanistan drei Busse überfallen und mehr als hundert Geiseln genommen. Erst kurz zuvor hatte Präsident Ghani eine Waffenruhe angekündigt.

Sicherheitskräfte in Afghanistan
AP

Sicherheitskräfte in Afghanistan


Die Taliban haben in der nordafghanischen Provinz Kunduz drei Reisebusse mit mehr als hundert Passagieren entführt. Die Busse seien am Morgen im Bezirk Khanabad zum Anhalten gezwungen und von dort in ein Dorf in der Nähe gebracht worden, sagte Said Asadullah Sadat, ein Mitglied des Provinzrats. Einheiten der afghanischen Armee seien auf dem Weg dorthin, sagte der Bezirkschef von Khanabad, Hajatullah Amiri.

Wie viele Menschen genau entführt worden seien, sei noch unklar, sagte Amiri. Taliban-Kämpfer errichten immer wieder Kontrollposten auf Überlandstraßen und durchsuchen Autos und Busse auf Mitarbeiter der Regierung und Sicherheitskräfte.

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Die Entführung fand einen Tag nach einem erneuten Waffenstillstandsangebot von Präsident Ashraf Ghani an die Taliban statt. Ghani hatte den Aufständischen am Sonntag eine dreimonatige Waffenruhe angeboten. Die Regierung würde diese ab dem heutigen Montag einhalten, wenn sich auch die Aufständischen daran hielten.

Ein Taliban-Sprecher sagte, noch gebe es keine Zustimmung von oberster Stelle, sich an die Waffenruhe zu halten. Er kündigte an, alle entführten Zivilisten freizulassen. Ein Sprecher der Islamisten sagte, Ziel der Aktion seien Sicherheitskräfte an Bord der Busse gewesen. Diese würden mit nur wenigen Ausnahmen als Gefangene festgehalten. Mindestens 500 andere Buspassagiere würden noch am Montag freikommen.

Im Video: Eine Kommissarin für Kunduz - Deutsche Polizeiausbildung in Afghanistan

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cte/dpa



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