Afghanistan Taliban erschießen Jungen wegen Englisch-Unterricht

Grausamer Mord in Afghanistan: Taliban-Kämpfer haben einen Jugendlichen erschossen, weil er seinen Freunden nach Schulschluss Englisch beibrachte.


Kabul - Die radikal-islamischen Taliban hatten den Jungen mehrfach gewarnt, berichtete die Polizei in der südostafghanischen Provinz Paktika. Doch er ließ sich nicht beirren. Der 16-Jährige unterrichtete in seiner Freizeit seine Mitschüler weiterhin, sagte Polizeichef Esmatuallh Alisai. Heute nun hätten Extremisten den jugendlichen Schüler aus seiner Klasse gezerrt und vor dem Schulgebäude erschossen. An der Schule hätten sich Polizisten und Taliban-Kämpfer anschließend einen Schusswechsel geliefert. Zwei Beamte und zwei Extremisten seien getötet worden.

Ein Taliban-Sprecher bestritt, dass die Rebellen an dem Mord beteiligt gewesen seien. Sie haben unpopuläre Übergriffe aber immer wieder bestritten. Zudem agieren viele Taliban-Gruppen unabhängig voneinander. In den vergangenen Jahren haben Taliban-Kämpfer immer wieder Lehrer und Schüler getötet, weil sie die staatlichen Schulen besuchten oder weil Mädchen Unterricht erhielten.

Die Taliban kämpfen gegen die Einflüsse der westlichen Welt. Nach Angaben der Polizei brachten sie vor einigen Wochen auch einen Jungen um, der einen Dollarschein bei sich trug.

ler/dpa/AFP/Reuters



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