Afghanistan Taliban greifen Flughafen in Kabul an

Die Taliban haben Afghanistans Tor zur Welt angegriffen. Mehrere Kämpfer nahmen den Flughafen der Hauptstadt Kabul unter Beschuss. Stundenlang konnten Maschinen weder starten noch landen.


Kabul - Taliban-Kämpfer haben den internationalen Flughafen in Kabul unter heftigen Beschuss genommen. Die Aufständischen eroberten am Donnerstagmorgen ein im Bau befindliches Gebäude nördlich des Geländes. Von dort aus sollen die Extremisten unter anderem 16 Raketen abgefeuert haben. Schäden am Flughafengebäude oder an Flugzeugen sei nicht entstanden.

Der Flughafen der afghanischen Hauptstadt ist streng gesichert. In dem Komplex befinden sich auch ein großer Nato-Stützpunkt und eine Basis der im Aufbau befindlichen afghanischen Luftwaffe. Die Taliban erklärten, der Angriff habe eben jedem militärischen Teil des Flughafens gegolten.

Das Feuergefecht zwischen Angreifern und Sicherheitskräften zog sich über fünf Stunden hin. Bei dem Gefecht sollen vier Taliban getötet worden sein, auf Regierungsseite hat es nach offiziellen Angaben keine Opfer gegeben. Laut Augenzeugen sollen während des Angriffs Kampfjets der US-Luftwaffe und Drohnen über Kabul gekreist sein.

In Kabul werden internationale Beobachter erwartet

Der zivile Flugbetrieb wurde wegen der Gefechte eingestellt. In den Morgenstunden landen üblicherweise die internationalen Verbindungen aus Istanbul und den Golfstaaten. Einige Flugzeuge seien nach Herat, Kandahar und Balkh umgeleitet worden.

Der Vorfall ist der zweite Angriff auf den Kabuler Flughafen innerhalb von 14 Tagen. Bereits Anfang Juli feuerten die Taliban Raketen auf das Gelände ab. Dabei gelang es ihnen, den Helikopter von Präsident Hamid Karzai zu zerstören. Vor zwei Tagen waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen Markt in der Provinz Paktia Dutzende Menschen getötet worden.

Die erneute Attacke fällt in eine äußerst angespannte Zeit. Erst in der vergangenen Woche konnte US-Außenminister John Kerry den Streit der beiden Präsidentschaftskandidaten entschärfen. Die beiden Kontrahenten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani reklamieren jeweils den Sieg für sich. Derzeit werden in Kabul internationale Beobachter erwartet, die bei der Neuauszählung der Präsidentenwahl helfen sollen.

Die Neuauszählung soll am Donnerstag beginnen. Flugzeuge der afghanischen Armee und der Isaf-Truppen hatten dafür die Wahlzettel in die Hauptstadt transportiert.

Shoib Najafizada/syd/mgb/dpa/AFP

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insgesamt 2 Beiträge
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apalanca 17.07.2014
1. Verstehen
Der Westen muss doch irgendwann mal begreifen, dass die Menschen in dem Teil der Welt nicht die gleichen Werte teilen. Solange diese Leute dort nicht ihren Frieden erlangen, wird es nie zur Begabung des Kriegsbeils kommen. Erst recht nicht, wenn der "böse" Westen weiterhin Afghanen, Pakistaner, etc. umbringt...
Hermes75 17.07.2014
2.
Zitat von apalancaDer Westen muss doch irgendwann mal begreifen, dass die Menschen in dem Teil der Welt nicht die gleichen Werte teilen. Solange diese Leute dort nicht ihren Frieden erlangen, wird es nie zur Begabung des Kriegsbeils kommen. Erst recht nicht, wenn der "böse" Westen weiterhin Afghanen, Pakistaner, etc. umbringt...
Die Terroristen in Afghanistan sind nicht "die Menschen" dort, sondern eine kleine, fanatische und gewalttätige Minderheit, die allen Menschen dort ihre Vorstellungen aufzwingen will. Wie das aussieht haben die schon vor 2001 demonstriert - barbarisch ist noch nett formuliert. Überlegen Sie mal warum die Taliban regelmäßig die Wähler in Afghanistan mit dem Tode bedrohen - wahrscheinlich nicht weil sie sich so großen Rückhalt in der Bevölkerung haben...
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