Hamburg/Kabul - "Es wird jede mögliche Taktik angewendet, um den ausländischen Verbrechern eine möglichst hohe Zahl von Opfern beizufügen." Die Mitteilung der Taliban in Afghanistan klingt gewohnt martialisch: Die Führung der radikalislamischen Gruppe kündigt für die kommenden Monate eine Serie von Selbstmordattentaten auf ausländische Militärstützpunkte und Diplomatenviertel an. Auch seien Anschläge von in die Armee und Polizei eingeschleusten Extremisten auf einheimische Sicherheitskräfte und die internationale Schutztruppe Isaf geplant.
Vorfälle dieser Art haben seit dem vergangenen Jahr deutlich zugenommen und die Beziehungen zwischen der afghanischen Regierung und den ausländischen Truppen schwer belastet. Bereits in den Jahren zuvor hatten die Taliban "Frühjahrsoffensiven" angekündigt. 2012 folgte der Drohung ein 18-stündiges Feuergefecht rund um westliche Botschaften, das Isaf-Hauptquartier und das Parlamentsgebäude in Kabul. Außerdem wurden mehrere Selbstmordanschläge verübt.
Der Beginn der Kämpfe nach den harten Wintermonaten in Afghanistan steht in diesem Jahr besonders im Fokus, weil die Isaf-Truppen immer mehr Aufgaben den afghanischen Sicherheitskräften übertragen wollen. Der von der Nato geführte Isaf-Kampfeinsatz mit derzeit rund 130.000 Soldaten soll bis Ende nächsten Jahres schrittweise beendet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Afghanen dann selbst für die Sicherheit in ihrem Land sorgen können.
Der April ist schon jetzt der verlustreichste Monat in diesem Jahr. Insgesamt starben laut Nachrichtenagentur Associated Press seit Monatsanfang 257 Menschen bei Anschlägen und Gefechten.
cbu/Reuters/AP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Afghanistan | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH