Kabul - Die radikalislamischen Taliban haben mindestens 16 entführte afghanische Soldaten getötet. Nach Angaben der Behörden vom Mittwoch wurden die Männer im Nordosten Afghanistans in der Provinz Badachschan, einem früheren Standort der Bundeswehr, von ihren Entführern erschossen.
Der örtliche stellvertretende Polizeichef sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Aufständischen hätten am Samstag einen Konvoi der afghanischen Armee in der bergigen Provinz in einen Hinterhalt gelockt. Die Taliban hätten 24 Soldaten gefangen genommen. In der Nacht zum Mittwoch seien die Leichen von 17 der verschleppten Soldaten entdeckt worden.
Die Nachrichtenagentur dpa berichtete von 23 verschleppten Soldaten, davon seien 16 Männer erschossen worden. Die anderen sieben seien auf Bitten von Stammesältesten freigelassen worden - im Gegenzug für die Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen, meldete AFP.
Die Taliban bestätigten den Angriff. Sprecher Sabiullah Mudschahid machte aber andere Angaben: 15 Soldaten seien bei dem Überfall selber getötet worden, sagte er. Ein weiterer Mann sei in der Gewalt der Aufständischen an seinen Verletzungen gestorben. Elf Soldaten seien im Austausch gegen gefangene Taliban-Kämpfer freigelassen worden.
Die Provinz Badachschan liegt im Nordosten des Landes und gilt eigentlich als relativ ruhig. Bundeswehr hatte ihr Feldlager in Feisabad im Oktober den Afghanen übergeben. Die Taliban bekämpfen seit Jahren die Regierung in Kabul sowie die internationalen Truppen im Land.
heb/dpa/AFP
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