Afghanistan Taliban und IS töten Dutzende Menschen

Drei Angriffe, viele Tote und Verletzte: Die Taliban und die IS-Terrormiliz haben Anschläge in Afghanistan verübt. Unter den Opfern waren auch zwei Journalisten.

Anschlagsort in Kabul
HEDAYATULLAH AMID/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Anschlagsort in Kabul


Radikalislamische Taliban haben einen Militärkonvoi in der nordwestlichen Provinz Badghis und einen Kontrollposten der Polizei in der Provinz Tachar im Nordosten Afghanistans angegriffen. Dabei starben mindestens 19 Polizisten und Sicherheitskräfte. Bereits am Mittwoch hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mit einem Doppelanschlag auf einen Sportclub in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens 20 Menschen getötet und 70 weitere verletzt.

Der Taliban-Angriff in Tachar war von einem afghanischen Polizisten ausgeführt worden, der zuvor zu den Taliban übergelaufen war. Solche Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte haben sich in den letzten Jahren gehäuft.

Die Taliban haben in den vergangenen Monaten vermehrt Militärstützpunkte, Kontrollposten sowie Nachschubkonvois der Armee angegriffen. Sie kontrollieren laut Militärangaben knapp 14 Prozent aller Bezirke des Landes, weitere 30 Prozent sind umkämpft. Ende August hatte es kurzzeitig Hoffnung auf Frieden in Afghanistan gegeben, als die Taliban an Gesprächen in Moskau teilnehmen wollten. Nur wenige Tage später eroberten sie aber den Bezirk Ghormatsch in der nordafghanischen Provinz Fariab.

IS in Afghanistan erstarkt

Beim Doppelanschlag des IS am Mittwoch hatte sich der Selbstmordattentäter in der Sporthalle laut einem Polizeisprecher in die Luft gesprengt. Als sich daraufhin Sicherheitskräfte und Journalisten am Anschlagsort versammelten, sei ein mit Sprengstoff präpariertes Auto explodiert.

Unter den Todesopfern waren zwei Journalisten des größten afghanischen Privatsenders Tolo News. Die Medien-Unterstützergruppe NAI erklärte, mindestens vier Journalisten seien verletzt worden.

Auch der IS ist in den vergangenen Monaten in Afghanistan erstarkt: Während die Gruppe lange nur in den beiden ostafghanischen Provinzen Nangarhar und Kunar präsent war, hat sie mittlerweile ihre Anschläge vor allem in urbanen Zentren ausgeweitet. Laut Uno-Experten steige auch die Zahl der IS-Kämpfer in Afghanistan.

mal/dpa/AFP/Reuters



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