Afghanistan: Taliban verüben Anschlag auf Bundeswehr-Konvoi

Er sprengte sich mit seinem Auto in die Luft, als der Konvoi vorbeifuhr: In Afghanistan hat ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf die Bundeswehr verübt, alle Soldaten blieben unverletzt. Laut afghanischer Regierung kamen drei Zivilisten ums Leben.

Kabul - Es geschah in der Nähe des deutschen Lagers in Kunduz: Die radikalislamischen Taliban haben am Sonntag in Nordafghanistan einen Anschlag auf einen Konvoi der Bundeswehr verübt. Dabei seien allerdings keine deutschen Soldaten getötet oder verletzt worden, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden drei afghanische Zivilisten getötet und mehrere verletzt.

Es habe sich um einen Sprengstoffanschlag auf eine Marschkolonne gehandelt, gab die Bundeswehr bekannt. Zwei Fahrzeuge vom Typ Dingo 2 seien beschädigt worden, eines müsse geborgen werden. Der Anschlag ereignete sich demnach um 9.34 Uhr Ortszeit (7.04 Uhr deutscher Zeit) etwa drei Kilometer nordwestlich vom Lager des deutschen Wiederaufbauteams in Kunduz.

Nach Angaben des Innenministeriums in Kabul sprengte sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Auto in die Luft, als der Konvoi vorbeifuhr. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ein Sprecher sagte, durch die Explosion seien zwölf Nato-Soldaten getötet worden. Angaben der Aufständischen gelten jedoch als unzuverlässig und haben sich oftmals als falsch herausgestellt.

hut/dpa/dapd

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tmpsec 19.06.2011
Es mag zynisch klingen, aber wenn die getöteten Zivilisten durch ISAF oder gar die Bundeswehr ums Leben gekommen wären, dann stünde in diesem Forum schon eine dreistellige Zahl an Kommentaren. Aber so interessiert es keinen. Passt halt nicht in das Bild der "edlen" Taliban, die ja nur heroisch gegen die "Besatzer" kämpfen.
2. ...
PeaceNow 19.06.2011
Zitat von tmpsecEs mag zynisch klingen, aber wenn die getöteten Zivilisten durch ISAF oder gar die Bundeswehr ums Leben gekommen wären, dann stünde in diesem Forum schon eine dreistellige Zahl an Kommentaren. Aber so interessiert es keinen. Passt halt nicht in das Bild der "edlen" Taliban, die ja nur heroisch gegen die "Besatzer" kämpfen.
Taliban, Hekmatyar und viele andere kämpfen gegen die Besatzer, welche aus fremdln Ländern mit erlogenen Begründungen eingefallen sind, in ihrem EIGENEN Land, die in ihrem Land ihre Frauen und Kinder töten und ganze Landstriche verüsten und eine Marionette installierten, die sich nur durch massiven Wahlbetrug und 150.000 fremde Soldaten und zehntausende fremde Söldner an der Macht halten kann.
3. ...
PeaceNow 19.06.2011
Zitat von tmpsecEs mag zynisch klingen, aber wenn die getöteten Zivilisten durch ISAF oder gar die Bundeswehr ums Leben gekommen wären, dann stünde in diesem Forum schon eine dreistellige Zahl an Kommentaren. Aber so interessiert es keinen. Passt halt nicht in das Bild der "edlen" Taliban, die ja nur heroisch gegen die "Besatzer" kämpfen.
Apropos, können Sie uns allen auch nur ansatzweise plausibel erklären, was die USA und NATO in AFG tun, obwohl OBL längst tot ist und Taliban weder was mit 9-11 noch mit AL Quaida gemein haben, wozu die USA und NATO 150 MILLIARDEN im Jahr an Kriegskosten in AFG verpulvert und im Schnitt 2 Soldaten pro Tag dort opfern???. AKttuell verhandelt man mit den Taliban, weil man sie nicht besiegen kann, Kapitulationsverhandlungen sozusagen.
4. Stimmt genau
deuslovult 19.06.2011
Zitat von tmpsecEs mag zynisch klingen, aber wenn die getöteten Zivilisten durch ISAF oder gar die Bundeswehr ums Leben gekommen wären, dann stünde in diesem Forum schon eine dreistellige Zahl an Kommentaren. Aber so interessiert es keinen. Passt halt nicht in das Bild der "edlen" Taliban, die ja nur heroisch gegen die "Besatzer" kämpfen.
Bei Attentaten der Taliban, die gezielt gegen die afghanische Bevölkerung gerichtet sind oder bei denen afghanische Zivilisten als "Kollateralschaden" ums Leben kommen, schweigt der gemeine deutsche Gutmensch. Nur wenige versuchen selbst in einem solchen Fall, die Brücke zum fiesen Westen zu schlagen.
5. ,
Asharon 19.06.2011
ich sag mal damit kommen sie wieder auf eine liste mit al qaida, gucken wir in 10 jahren nochmal
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Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staatsoberhaupt:
Ashraf Ghani Ahmadsai

Regierungschef: Abdullah Abdullah

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Karzai und Afghanistan
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Hamid Karzai
Hamid Karzai ist der derzeit amtierende Präsident Afghanistans. Nach der ersten Phase des Afghanistan-Kriegs hatten ihn die USA und die Uno auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 als Regierungschef einer afghanischen Interimsregierung durchgesetzt. Die Loya Jirga wählte Karzai 2002 zum Präsidenten einer Übergangsregierung, und nach Verabschiedung einer neuen Verfassung bestimmten ihn die Afghanen 2005 in direkter Wahl zu ihrem Präsidenten. Durch den Einfluss der Warlords blieb Karzais Macht jedoch beschränkt. Zuletzt verlor er auch die Unterstützung der USA.

Hamid Karzai wurde 1957 in Kandahar geboren. Er gehört dem mächtigen Paschtunen-Stamm der Popalzai an, der mehrere afghanische Könige hervorbrachte. Karzai studierte in Indien und hielt sich immer wieder in den USA auf. Zusammen mit den Mudschahidin kämpfte er in den achtziger Jahren gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans . Aus dem Exil in Pakistan unterstützte Karzai die Taliban zunächst, wandte sich dann aber gegen das Regime, dem auch die Ermordung seines Vaters zugeschrieben wird. Nach Beginn der amerikanischen Militäraktion in Afghanistan kehrte Karazi 2001 in seine Heimat zurück und stellte sich an die Spitze der Anti-Taliban-Bewegung in der Region Kandahar.

Präsidentschaftswahlen
Am 30. August 2009 wählten die Afghanen ihren neuen Präsidenten. Doch es kam zu massiven Fälschungen, insbesondere zugunsten Karzais. Die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wurden anschließend für ungültig erklärt. Karzai, der sich zuvor als Sieger gesehen hatte, verfehlte nach dem um manipulierte Stimmen bereinigten Endergebnis die absolute Mehrheit: Er erreichte nur 49,67 Prozent der Stimmen.

Eine Stichwahl zwischen Karzai und Ex-Außenminister Abdullah Abdullah sollte die Entscheidung bringen. Doch der Herausforderer zog seine Kandidatur zurück mit der Begründung, es könne wie im ersten Durchgang erneut zu Unregelmäßigkeiten kommen. Die afghanische Wahlkommission rief Karzai daraufhin erneut zum Präsidenten aus.

Isaf-Einsatz
Nach Beginn des Afghanistan-Kriegs 2001 und dem Sturz der radikal-islamischen Taliban beschloss der Uno-Sicherheitsrat , eine internationale Schutztruppe im Land ( Isaf ) einzusetzen. Sie soll den Wiederaufbau Afghanistans zu einer Demokratie absichern, auch indem sie zivile Wiederaufbauteams (PRTs) schützt, von denen derzeit 26 tätig sind.

Der Einsatz war zunächst auf die Hauptstadt Kabul und deren Umgebung beschränkt und wurde bis 2006 auf das ganze Land ausgeweitet. Seit 2003 führt die Nato die Isaf. Derzeit gehören ihr mehr als 119.000 Soldaten aus 46 Nationen an, darunter auch aus Nicht-Nato-Staaten wie Australien und Neuseeland.
Deutschland übernahm 2006 das Isaf-Kommando für den Norden Afghanistans. 2007 bestellte die Bundeswehr sechs Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado ab, die Luftbilder aus ganz Afghanistan für Isaf liefern. Die Bundesrepublik stellt derzeit mit mehr als 4000 Soldaten die drittgrößte Truppe nach den USA und Großbritannien.

Probleme in Afghanistan
Da die Taliban inzwischen wieder an Stärke gewonnen haben, nehmen die militärischen Auseinandersetzungen zu. Besonders hart umkämpft ist der Osten des Landes, wo die meisten US-Soldaten stationiert sind. Die schwer kontrollierbaren Stammesgebiete Pakistans gelten als Rückzugsgebiet und Nachschubbasis der Taliban.

Die Stabilisierung Afghanistans wird durch Korruption, die bis in höchste Regierungskreise verbreitet ist, sowie durch Drogenproduktion und -schmuggel erschwert.

Opium-Wirtschaft
Obgleich die afghanische Übergangsregierung unter Karzai im Januar 2002 den Schlafmohnanbau verboten hat, ist der Drogenanbau rasch wieder zum dominierenden Wirtschaftszweig Afghanistans geworden. Das Land ist der weltweit größte Produzent von Rohopium .

Mit Einnahmen aus dem Drogenschmuggel finanzieren die Taliban ihren Kampf gegen Karzais Regierung und die ausländischen Truppen. Die Bekämpfung ist problematisch, weil viele Menschen von dem Handel leben. Isaf -Soldaten sind inzwischen befugt, gegen Drogenhändler vorzugehen und Laboratorien zu zerstören, in denen Schlafmohn zu Opium verarbeitet wird.

Afghanistan-Krieg
Der Afghanistan-Krieg der USA und ihrer Verbündeten war die erste große militärische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 . Er richtete sich sowohl gegen das Terrornetzwerk al-Qaida , das für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, als auch gegen das seit Mitte der neunziger Jahre in Afghanistan herrschende islamisch-fundamentalistische Taliban -Regime.

Die Taliban wurden bezichtigt, Osama Bin Laden und andere hochrangige Mitglieder von al-Qaida zu unterstützen und zu beherbergen.

Die erste Kriegsphase endete mit dem Fall der Hauptstadt Kabul und der Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz im November und Dezember 2001. Auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 wurde eine Interimsregierung unter Präsident Hamid Karzai eingesetzt und die Einberufung einer verfassunggebenden Loya Jirga beschlossen. Gleichzeitig erteilte der Uno-Sicherheitsrat den Nato-Staaten und mehreren Partnerländern das Isaf -Mandat zur Unterstützung des Wiederaufbaus.


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Jenseits des Krieges: Alltag in Afghanistan