Terror in Afghanistan Mindestens 18 Tote bei Angriff auf Luxushotel in Kabul

Die Attentäter wollten vor allem Ausländer und Regierungsmitglieder töten: Bei einem Angriff auf das Luxushotel Intercontinental in Kabul sind mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Angreifer.

AP

Bei dem Angriff auf ein Luxushotel in Kabul sind nach jüngsten Angaben der afghanischen Behörden mindestens 18 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien 14 Ausländer, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, dem Sender Tolo News. Zuvor hatte das Innenministerium von sechs Toten und sechs Verletzten bei dem zwölfstündigen Angriff der radikalislamischen Taliban gesprochen. Die Deutsche-Presse-Agentur (dpa) geht sogar von mindestens 24 Todesopfern aus. Auch alle sechs Attentäter seien getötet worden.

In der Nacht hatten Regierungssprecher noch von vier Attentätern gesprochen. Die Angreifer hatten offenbar zudem Feuer in dem Gebäude gelegt. Auf Fotos ist zu erkennen, wie schwarze Rauchschwaden aus dem Hotel aufsteigen.

Ein aus dem Hotel geretteter Augenzeuge sagte der dpa, die Attentäter hätten gezielt nach Ausländern und Regierungsbeamten gesucht und dann geschossen. Außerdem sei die Zahl der Opfer "viel höher" als das, was Regierungssprecher offiziell bestätigten.

Insgesamt seien 153 Menschen aus dem Hotel gerettet worden, unter ihnen 41 Ausländer, sagte ein weiterer Innenministeriumssprecher, Nadschib Danisch. 126 von ihnen hätten die Sicherheitskräfte schon in der Nacht gerettet, die anderen am Morgen.

Das Hotel, das schwer bewacht auf einem bewaldeten Hügel an einer großen Straße liegt, war bereits 2011 einmal Ziel eines Angriffs. Die radikalislamischen Taliban hatten damals neun Attentäter losgeschickt, die es schafften, mehrere Sicherheitsposten zu überwinden. Sie rannten die Hotelflure auf und ab und schossen in Zimmer. 21 Menschen, Hotelangestellte und Sicherheitskräfte, wurden damals getötet.

Die Sicherheitslage in der afghanischen Hauptstadt hat sich seit Ende der Nato-Kampfmission im Dezember 2014 stark verschlechtert. 2017 gab es dort mehr als 20 schwere Anschläge der Taliban und der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mit insgesamt mehr als 500 Toten.

kha/dpa/AFP



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