Afghanistan Tote und Verletzte bei Doppelanschlag in Kabul

Erst ein Selbstmordanschlag, dann eine Autobombe: Bei einem Angriff auf einen Wrestling-Klub in Afghanistans Hauptstadt Kabul sind zahlreiche Menschen getötet worden. Wer dahinter steckt, ist noch unklar.


Bei einem Anschlag in einem Schiitenviertel von Kabul sind mindestens 20 Menschen getötet worden. 70 weitere Personen wurden verletzt. Das sagte Nasrat Rahimi, der Sprecher des afghanischen Innenministeriums.

Zunächst hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem Wrestling-Klub in die Luft gesprengt, sagte Rahimi. Laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh, wurden dabei auch mehrere Sportler schwer verletzt.

Etwa 40 Minuten später sei in der Nähe des Klubs eine Autobombe detoniert, als Verletzte versorgt und abtransportiert wurden, sagte der Sprecher der Kabuler Polizei, Haschmat Stanaksai. Unter den Opfern der zweiten Bombe befinden sich nach Angaben des Polizeisprechers auch Journalisten.

Mehr als 400 Todesopfer durch Anschläge seit Januar

Erst vor knapp drei Wochen hatte sich im gleichen Schiitenviertel ein Selbstmordattentäter in einem Bildungszentrum in die Luft gesprengt. Dabei kamen 65 Jugendliche ums Leben, weitere 75 wurden verletzt. Den Anschlag reklamierte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich. Seit Januar sind bei mindestens 16 Anschlägen in Kabul mehr als 400 Menschen getötet worden.

Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten sind in Afghanistan traditionell nicht stark ausgeprägt. Sie nehmen aber zu, seit der IS mit einer Anschlagsserie auf Schiiten begonnen hat. Nach Angaben der Uno wurden im ersten Halbjahr 2018 bei gezielten Angriffen auf Schiiten in Afghanistan 115 Menschen getötet und 251 verletzt, fast alle davon durch Selbstmordattentate, die der IS für sich reklamierte.

Auch Journalisten waren dieses Jahr bereits zum Ziel der Terroristen geworden. Bei einem Anschlag Ende April in Kabul hatte sich nach einer ersten Explosion wenige später ein Selbstmordattentäter in einer Menge versammelter Journalisten in die Luft gesprengt und dabei neun von ihnen getötet. Afghanistan gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten.

aev/AP/Reuters/dpa



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