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Neue Allianz: Afghanistan und Iran schließen Pakt

Afghanistans Präsident Karzai:  Vereinbarung mit Iran   Zur Großansicht
AFP

Afghanistans Präsident Karzai: Vereinbarung mit Iran

Die westlichen Truppen ziehen ab - da sucht Afghanistan neue Verbündete: Bei einem Besuch in Teheran hat Präsident Karzai eine weitreichende Zusammenarbeit mit Iran vereinbart. Für die USA ist die neue Allianz ein Rückschlag.

Kabul - Afghanistan und Iran haben eine weitreichende Kooperation vereinbart. Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat laut seinem Sprecher einem Paktangebot von Irans Regierungschef Hassan Rohani zugestimmt. Damit sei eine langfristige Zusammenarbeit auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene sowie ein Sicherheitsabkommen beschlossen.

Das Zusammenrücken mit Iran kommt einer Absage Afghanistans an die USA gleich. Amerika versucht schon seit längerem, Karzai zu einem Sicherheitsabkommen zu überreden und langfristige Vereinbarungen für die Zeit nach dem Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan Ende nächsten Jahres zu treffen.

Das bilaterale Sicherheitsabkommen der USA sieht vor, den Verbleib von etwa 8000 US-Soldaten in Afghanistan über einen Zeitraum von zehn Jahren zu ermöglichen. Eine solche Vereinbarung würde dem Westen weiterhin Einfluss auf das Gebiet sichern.

Karzai hatte vergangenen Monat verlauten lassen, nur dann dem Abkommen mit den USA zuzustimmen, wenn über die Konditionen neu verhandelt werde. Vor den Wahlen im April 2014 wolle er grundsätzlich keinen Vertrag mit Washington unterschreiben.

Rohani fordert Abzug aller Truppen

Gleichzeitig hatte Iran als einziges Land Karzai offen davon abgeraten, enger mit den USA zu kooperieren. Dieser Haltung verlieh Rohani nach dem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten noch einmal Nachdruck. "Alle fremde Truppen sollten aus der Region abgezogen werden", schrieb er auf seinem offiziellen Twitter-Account. "Afghanistans Sicherheit sollte in die Hände der Afghanen gelegt werden."

Bereits im August hatten Iran und Afghanistan eine strategische Partnerschaft vereinbart. Der neue Pakt sei jedoch weitaus umfassender, sagte ein Sprecher Karzais.

Da sich Karzai am Sonntag in Teheran aufhielt, kam ein mögliches Treffen mit US-Verteidigungsminister Chuck Hagel nicht zustande. Hagel war am Samstag zu einem unangekündigten Besuch in der Hauptstadt Kabul eingetroffen.

cst/Reuters

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Karzai´s Geld
pragmat 08.12.2013
Zitat von sysopAFPDie westlichen Truppen ziehen ab - da sucht Afghanistan neue Verbündete: Bei einem Besuch in Teheran hat Präsident Karzai eine weitreichende Zusammenarbeit mit Iran vereinbart. Für die USA ist die neue Allianz ein Rückschlag. http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-und-iran-schliessen-abkommen-a-937900.html
Der Herr Karzai sucht doch nur einen Platz, wo er und sein Clan und sein ergaunertes Geld unterkommen können. Der Iran braucht die Kohle und kein anderer ist bereit einen bekannten Landesverräter aufzunehmen.
2.
taglöhner 08.12.2013
Vielleicht eine Chance. Jedenfalls sind die Perser wesentlich rationaler drauf als die Taliban-Nazis. Wenn Rohani es schafft, die Macht der Mullahs zurückzudrängen, hat Iran die Chance der einzige demokratische Rechtsstaat der Region zu werden, der diesen Namen verdient hat. Leider ist die Schia bei den meisten Moslems als Ketzertum verhasst, dabei ist sie eher reformfähig, als die sunnitische Abteilung.
3. Karzais Wende ?
joepopes 08.12.2013
Ist er vielleicht keine so geglückte Marionette wie vorher angenommen ? Politisch, wirtschaftlich und auch kulturell liegen sie doch auch deutlich näher am Iran, als zu den USA. Warum denn nicht ein Abkommen mit dem Iran ? Wenn die arabischen Staaten sich zusammenraffen und sich nicht mehr von der westlichen Destabilisierungstaktik und Bevormundung beeinflussen lassen, dann haben sie eine echte Chance. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, der uns auch nicht gefallen muss.
4.
sahnekefir 08.12.2013
Iran hat ein sehr ernstes Problem mit Drogenschmuggel aus Afghanistan. Da könnte der Iran profitieren. Aber langfristig werden sich wohl die (von den Saudis gesteuerten) Taliban durchsetzen. Und die werden kaum ein Bündnis mit Schiiten eingehen.
5. Gemeinsame Geschichte
Olaf53 08.12.2013
Das Territorium von Afghanistan gehörte früher zum persischen Großreich. Beide Völker sprechen ähnliche Sprachen. Da wundert es mich eher, warum die Annährung so lange gedauert hat. Möglicherweise hätte ein iranisch-afghanisches Abkommen die Taliban von Anfang an verhindern können.
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Fläche: 652.864 km²

Bevölkerung: 26,023 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staatsoberhaupt:
Ashraf Ghani Ahmadsai

Regierungschef: Abdullah Abdullah

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