Afghanistan US-Bombe auf Haus in Pakistan?

Ein US-Bombardement nahe der afghanisch-pakistanischen Grenze hat für Empörung lokaler Politiker in Pakistan gesorgt. Nachdem ein Amerikaner angeschossen worden war, hatte ein US-Kampfflugzeug ein Haus bombardiert, in das der Täter geflüchtet sein soll - möglicherweise in Pakistan.


Der Vorfall soll sich bereits am Sonntag nahe der afghanischen Stadt Shkhin ereignet haben. Dabei wurde ein US-Soldat am Kopf verwundet, der sich mit pakistanischen Soldaten auf der Suche nach Munistionsverstecken befand. Er wurde anschließend in ein Militärkrankenhaus nach Landstuhl geflogen. Der Täter habe eine pakistanische Grenzeruniform getragen.

Nach der Tat habe eine amerikanischer S. F-16-Bomber ein Gebäude angegriffen, in das der Attentäter geflüchtet war. Laut US-Militärsprecher Major Stephen Clutter sei aber offen, ob er dabei getötet worden sei.

In Pakistan waren zunächst Stimmen laut geworden, die Militärmaschine habe auf ein Ziel in Pakistan geschossen. So seien Bomben auf eine verlassene Religionsschule im Dorf Burmol 350 Kilometer südlich von Peshawar gefallen, über Opfer sei aber nichts bekannt.

Der pakistanische Militärsprecher Gen. Rashid Quereshi wies solche Berichte zurück. Die Bombe sei definitiv auf afghanischem Gebiet niedergegangen. Dennoch beschuldigten lokale islamistische pakistanische Politiker das US-Militär, eine Grenzverletzung begangen zu haben. In der Region werden mehrere geflüchtete Taliban-Kämpfer vermutet.



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