Afghanistan US-Botschaft warnt vor schwerem Anschlag in Kabul

Innerhalb der nächsten 48 Stunden könnte es zu einem schweren Anschlag in der afghanischen Hauptstadt kommen. Das berichtet die US-Botschaft in Kabul.

Afghanische Sicherheitskräfte in Kabul: "Eine allgemeine Bedrohung"
AP/dpa

Afghanische Sicherheitskräfte in Kabul: "Eine allgemeine Bedrohung"


Die USA warnen vor einem schweren Anschlag in der afghanischen Hauptstadt innerhalb der nächsten zwei Tage. "Die US-Botschaft in Kabul hat glaubwürdige Berichte empfangen, wonach eine Attacke in und um Kabul in den nächsten 48 Stunden bevorsteht", heißt es auf der Homepage der Botschaft.

Es lägen allerdings keine Informationen über die Ziele, den Zeitpunkt oder die Art des geplanten Angriffs vor, hieß es weiter. US-Bürger sollten innerhalb der nächsten 48 Stunden aber "extrem vorsichtig" sein, wenn sie sich im Raum Kabul aufhielten.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums in Washington, Elizabeth Trudeau, sagte in Washington, die Bedrohung richte sich nicht eigens gegen US-Bürger. "Es handelt sich um eine allgemeine Bedrohung Kabuls", sagte sie. Eine allgemeine Reisewarnung für das Land gibt es ohnehin schon.

Die radikal-islamischen Taliban verüben in Afghanistan immer wieder Anschläge, auch der "Islamische Staat" (IS) gewinnt in dem Land immer mehr Anhänger. Die Nato-Außenminister beraten am Dienstag in Brüssel über eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes, dadurch soll ein Rückfall des Landes in die Hände der Taliban verhindert werden.

Auslöser war die drastische Verschlechterung der Sicherheitslage seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes vor knapp einem Jahr, die in der zeitweiligen Einnahme der Stadt Kunduz durch die Taliban gipfelte. Die Nato will daher auch 2016 wie bisher mit etwa 12.000 Soldaten in Kabul und in den Regionen präsent bleiben. Sie gibt damit den ursprünglichen Plan auf, die ausländischen Truppen zum Jahreswechsel in der Hauptstadt zusammenzuziehen und ihre Zahl stark zu verringern.

Für die Bundeswehr bedeutet dies, dass sie vorerst weiter in Masar-i-Scharif in Nordafghanistan stationiert bleibt. Erstmals seit Jahren erhöhte die Bundesregierung zuletzt auch wieder die Obergrenze des deutschen Kontingents - von 850 auf künftig 980.

Den größten Anteil der Truppen in Afghanistan werden allerdings weiter die USA mit über 9000 Soldaten stellen. Die USA sind auch das einzige Land, das die Afghanen in Extremfällen noch mit Luftangriffen unterstützt. Im Mandat für den Nato-Einsatz, der seit knapp einem Jahr nur noch der Ausbildung und Beratung der Afghanen dient, ist dies nicht vorgesehen.

sun/dpa/Reuters/AP



insgesamt 4 Beiträge
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thinking_about 01.12.2015
1. Dann wollen wir mal abwarten
ob die Meldung zutrifft. Wenn sie so öffentlich verkündet wird, könnten die Terroristen doch, weil davor gewarnt, einfach woanders zuschlagen, oder? Obama hat ja unlängst eine Terrorwarnung weltweit ausgesprochen, da kann sich da jedweder nur noch überall unsicher fühlen.
letitbe 01.12.2015
2. Terrorismus
Auf meiner Gruppe sind 5 Afghanen und die mögen weder die Taliban noch die Amerikaner. Sie haben Angst, wenn Meldungen aus ihrem Heimatland kommen. Bei uns gibt es viele Diskussionen und zum Teil recht kontrovers. Was sie auch sehen, ist die dramatische Rolle der Türkei und von Saudi Arabien im internationalen Terrorismus. Dem kann und will ich uneingeschränkt zustimmen. Ich hoffe mein Beitrag wird gedruckt!
unbekanntgeblieben 01.12.2015
3. Oh, das lässt würde aber interesante Rückschlüsse zulassen...
Zitat von thinking_aboutob die Meldung zutrifft. Wenn sie so öffentlich verkündet wird, könnten die Terroristen doch, weil davor gewarnt, einfach woanders zuschlagen, oder? Obama hat ja unlängst eine Terrorwarnung weltweit ausgesprochen, da kann sich da jedweder nur noch überall unsicher fühlen.
Wenn auf deratige Warnungen kein entsprechender Anschlag erfolgt, müsste mir jemand mal das hier erklären: http://www.heise.de/tp/artikel/46/46585/1.html oder http://www.free21.org/fuenf-anti-terror-uebungen-die-wahr-wurden/ Da hätte ich ohnehin eine Menge Fragen... Ich hoffe das wird gedruckt, dazu bezieht nie wer Stellugn ... nicht grade vertrauenserweckend.
ritagross 02.12.2015
4. Anscläge/Flüchtlinge
Es ist eigentlich jedem klar,daß die Terroristen die Chancen bei dieser Flüchtlingswelle genutzt haben,In den Zeitungen steht das,was man wissen darf.Nur langsam wächst der Druck auf Mutti gewaltig und das zu Recht.Sie kann nicht das ganze Volk in denAbgrund ziehen,Es gibt ja zufällig auch noch Deutsche in ihrem Land.Aber scheinbar zählen diese nicht unbedingt,es sei denn,sie sollen wählen.Kein Wunder,daß Hass und Wut aufkommt.Ich weiß nicht,wann ich das letzte Mal eine positive Meinung gehört habe zu diesem Thema.Warten wir also den nächsten Anschlag ab,dann kann Mutti wieder mitweinen.
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