Afghanistan: Taliban töten US-Soldaten in Camp von Prinz Harry

Bei einer großangelegten Attacke auf ein Armee-Lager in Afghanistan sind zwei US-Marines gestorben. Auch der britische Thronfolger Prinz Harry befand sich in dem Camp, er blieb unverletzt. Die Taliban bekannten sich - und nannten den Angriff eine "Vergeltung für das Schmähvideo".

Britisches Lager Camp Bastion (Archivbild): Schwere Attacke in der Nacht Zur Großansicht
AFP

Britisches Lager Camp Bastion (Archivbild): Schwere Attacke in der Nacht

Washington/Kabul - Die Angreifer kamen in der Nacht mit Panzerfäusten und Raketenwerfern: Ein blutiger Anschlag hat ein Militärlager der internationalen Truppen im Süden Afghanistans erschüttert. Dabei wurden in der Nacht zum Samstag zwei Isaf-Soldaten getötet. Das bestätigte ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe.

US-Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Getöteten um zwei US-Marineinfanteristen, weitere Soldaten seien verletzt worden. 16 Taliban kamen bei der Attacke ums Leben. Der Angriff ereignete sich gegen Mitternacht (Ortszeit).

Laut der Nachrichtenagentur Reuters bekannten sich die Taliban zu der Attacke. Dies hatte zuvor bereits die britische BBC berichtet. Demnach handelt es sich um einen Vergeltungsschlag für das Anti-Islam-Video aus den USA, das seit Tagen für schwere Unruhen in der muslimischen Welt sorgt. "Es ist die Rache an den Amerikanern für den Film", sagte Taliban-Sprecher Kari Jusuf zu Reuters.

Der britische Prinz Harry, der sich im Rahmen seines zweiten Afghanistan-Einsatzes zum Zeitpunkt des Vorfalls im britischen Teil des Lagers aufhielt, sei unverletzt geblieben, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Er habe sich mit anderen Mitgliedern seiner Apache-Kampfhubschrauber-Einheit in rund zwei Kilometer Entfernung aufgehalten, so PA.

Angriff am Geburtstag des Thronfolgers

Der Angriff auf das von mehreren Nationen gemeinsam genutzte Militärlager in der Provinz Helmand richtete sich gegen Camp Leatherneck, den amerikanischen Teil. Die Angreifer hätten Panzerfäuste, Granaten und leichte Waffen eingesetzt, meldete der US-Sender Fox News unter Berufung auf einen Sprecher der Schutztruppe Isaf. Gebäude, ein Hangar und mehrere Flugzeuge seien beschädigt worden.

Ein Sprecher von Camp Leatherneck bestätigte den Angriff. Auf das Lager werden häufig Anschläge verübt, selten jedoch so heftig wie im aktuellen Fall.

Prinz Harry war dem PA-Bericht zufolge am Freitag vor einer Woche in Camp Bastion, dem britischen Teil des Lagers, eingetroffen. Kurz zuvor hatten die Taliban mit Anschlägen auf den britischen Thronfolger gedroht.

Prinz Harry, Nummer drei in der britischen Thronfolge, der an diesem Samstag seinen 28. Geburtstag feiert, war bereits 2008 am Hindukusch stationiert. Der geheime Einsatz war jedoch nach kurzer Zeit abgebrochen worden, nachdem die Presse darüber berichtet hatte. Dieses Mal soll er vier Monate in Afghanistan bleiben.

jok/dpa/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ich glaube es wäre besser, wenn Harry aus Afghanistan weggeht...
haltetdendieb 15.09.2012
....man mag ihm dann vielleicht Feigheit vorwerfen, aber mit den "verbündeten" Afghanen hat er schon die Mörder im Haus. Die Taliban wissen anscheinend über jeden Schritt der Invasionstruppen Bescheid. Wie auch der Botschaftere in Bengasi von seinen "Sicherheitskräften" an die "Demonstranten" verraten wurde. Die Taliban wollen Harry, und wenn er in Afghanistan bleibt, kriegen sie Harry. Es wäre schade um diesen netten jungen Mann, wie es auch schade ist um jeden getöteten westlichen Soldaten, der für nichts als Dämlichkeit der Politiker stirbt. Also hurry up Harry, und ich denke, das würden auch die Briten verstehen.
2. auslandseinsatz
werder11 15.09.2012
wahlkampfthema für 2013 - raus mit der bw nicht nur aus afghanistan, sondern notfalls auch aus der nato - wie kann sich ein deutscher soldat oder polizist freiwillig für auslandseinsätze melden - immer weniger polizei in deutschland, aber dafür in afghanistan usw
3. Riskante PR
rainer_daeschler 15.09.2012
Gut für die Royal-PR, schlecht für die Kameraden in seiner Nähe. Prinz Harry zieht die Angriffe auf sich, wie der Kuhfladen die Mücken. Den kapitalen Hirsch wollen sich die Taliban Jäger nicht entgehen lassen und um Geheimhaltung ist man in Sachen Aufenthaltsort des Prinzen ja nicht sonderlich bemüht.
4. ca. 20-30 Angreifer gefallen
Crass Spektakel 15.09.2012
Insider melden daß ca. 20-30 Angreifer gesichert getötet wurden. Wohl eher etwas mehr da die Verwundeten wohl keine grosse Überlebenschance haben. Sieht man sich "List of military operations in the War in Afghanistan (2001–present)" auf Wikipedia an sieht man daß alle Talib-Angriffe auf befestigte NATO-Stellungen zu horrenden Verlusten bei den Angreifern führen.
5. Armer Harry
moe.dahool 15.09.2012
Zitat von haltetdendieb....man mag ihm dann vielleicht Feigheit vorwerfen, aber mit den "verbündeten" Afghanen hat er schon die Mörder im Haus. Die Taliban wissen anscheinend über jeden Schritt der Invasionstruppen Bescheid. Wie auch der Botschaftere in Bengasi von seinen "Sicherheitskräften" an die "Demonstranten" verraten wurde. Die Taliban wollen Harry, und wenn er in Afghanistan bleibt, kriegen sie Harry. Es wäre schade um diesen netten jungen Mann, wie es auch schade ist um jeden getöteten westlichen Soldaten, der für nichts als Dämlichkeit der Politiker stirbt. Also hurry up Harry, und ich denke, das würden auch die Briten verstehen.
Ja nee, ist klar, und die anderen britischen Soldaten/Väter/Söhne/Ehemänner/nette junge Männer dürfen dann weiterhin ihren Allerwertesten hin halten, sind ja nicht blaublütig, also scheint Ihres Erachtens nach deren Leben weniger wert zu sein. Übrigens kämpfen diese Soldaten dafür, dass die Afghanen irgendwann mal ähnliche Rechte wie wir haben. Und der Prinz, ich nenne ihn nicht fürsorglich Harry, wird bestimmt nicht an die gefährlichen Orte geführt werden, da können Sie sich Ihres Lieblings, im wahrsten Sinne des Wortes, sicher sein. Dann kann er auch zukünftig Hakenkreuzarmbänder öffentlich zur Schau stellen ;-) Und wenn die pöööhsen Afghanen, die hinterhältigen Killer, so gut Bescheid wüssten, hätten sie nicht den amerikanischen Teil der Basis, sondern den britsichen Teil attackiert.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Prinz Harry
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 8 Kommentare
  • Zur Startseite

Fotostrecke
Prinz Harry: Auf Nacktfotos folgt ein Einsatz in Uniform