Afghanistan USA verhandeln laut Karzai direkt mit Taliban

Die US-Regierung verhandelt im Golf-Emirat Katar mit den Taliban. Nach Angaben des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai sprechen Unterhändler täglich miteinander. Die USA haben die Treffen nicht bestätigt, Taliban-Vertreter dementieren sie.


Kabul - Die USA und die radikal-islamischen Taliban haben nach den Worten des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai ihre Gespräche über den Friedensprozess am Hindukusch wieder aufgenommen. Karzai sagte am Sonntag, Vertreter beider Seiten kämen derzeit täglich im Golf-Emirat Katar zusammen.

Die afghanischen Taliban hatten vergleichbare Gespräche vor rund einem Jahr abgebrochen und den USA vorgeworfen, den Dialog mit widersprüchlichen Signalen torpediert zu haben.

US-Diplomaten hatten angestrebt, die Gespräche auszuweiten, die Ende 2010 in Deutschland begannen, nachdem die Taliban angeboten hatten, im Emirat Katar ein Vertretungsbüro zu eröfnen.

Taliban dementieren, USA äußern sich nicht

Der Sprecher der Taliban in Afghanistan, Sabihullah Mudschahid, dementierte jedoch, dass es neue Verhandlungen mit den USA gebe. Seit dem Abbruch der Gespräche seien keine Fortschritte erzielt worden, erklärte er. Die USA äußerten sich zunächst nicht zu den Angaben Karzais.

Die Regierung in Washington hatte zuletzt erklärt, sich verpflichtet zu fühlen, den Friedensprozess mit den Taliban voranzutreiben. Dazu bedürfe es aber auch einer Einigung zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban.

Die afghanische Regierung dringt auf Verhandlungen mit den Taliban, bevor die US-geführten Nato-Kampftruppen das Land bis Ende des kommenden Jahres verlassen. Afghanische Regierungsvertreter haben bislang keine direkten Gespräche mit den Taliban geführt, deren Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gestürzt worden war.

US-Verteidigungsminister Hagel in Afghanistan

Der neue US-Verteidigungsminister Chuck Hagel ist unterdessen am Freitag zu seiner ersten Reise als Minister in Afghanistan eingetroffen. Er wird den afghanischen Präsidenten Karzai zu Gesprächen treffen. Zwischen den USA und der afghanischen Regierung hatten in den vergangenen Wochen Spannungen zugenommen.

Karzai stellte US-Spezialeinheiten ein Ultimatum, zu dem diese die Provinz Wardak verlassen haben sollten - das Ultimatum läuft während Hagels Aufenthalt in Afghanistan ab. Karzai warf den US-Truppen vor, in Folter und Tötungen in der Region verstrickt zu sein, was die US-Armee bestreitet.

dba/Reuters

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seneca55 10.03.2013
1. Karzai wirft seinen Godfathern vor in willkürliche Tötungen verstrickt
zu sein? Aber Karzai ist doch ein Mann der USA, oder hat er sein Paulus-Erlebnis als Muslim gehabt? Anscheinend steht den USA das Wasser wirklich bis zum Hals, nachdem sie bereits über 3 Trillions USD für die Kriege in der Islamischen Welt seit 2001 verpraßt haben. Jetzt rüstet VRChina und Russland = EURASIEN seit 10 Jahren verstärkt auf und die USA haben sich fast nur auf die Moslems und ihr Öl konzentirert, pardon, die Demokratisierung der Islamischen Welt vorangetrieben und sich dabei nur nachtragende Feindschaften erworben. Bloß raus aus Afghanistan bis auf die CIA und die Drohnen und ab zum Pazifik, ist jetzt die Devise wie vor 40 Jahren aus Vietnam verschwunden wurde, oder? - Vielleicht gibt es dann ja noch einen Friedensnobelpreis für Mr. John Brennan, wer weiß? -
ziegenzuechter 10.03.2013
2. aha
Zitat von sysopDie US-Regierung verhandelt im Golf-Emirat Katar mit den Taliban. Nach Angaben des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai sprechen Unterhändler täglich miteinander. Die USA haben die Treffen nicht bestätigt, Talibanvertreter dementieren sie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-usa-und-taliban-verhandeln-laut-karzai-direkt-in-katar-a-887906.html
und wieso haben wir da jetzt nochmal krieg geführt und mrd verschwendet? in 3 jahren ist afghanistan genauso weit wie vor 2001......aber das war ja von anfang an klar. bin mal gespannt ob ich es nochmal miterlebe, dass irgendeine ausländische macht nach afghanistan einmarschiert......
ziegenzuechter 10.03.2013
3. müsste
Zitat von seneca55zu sein? Aber Karzai ist doch ein Mann der USA, oder hat er sein Paulus-Erlebnis als Muslim gehabt? Anscheinend steht den USA das Wasser wirklich bis zum Hals, nachdem sie bereits über 3 Trillions USD für die Kriege in der Islamischen Welt seit 2001 verpraßt haben. Jetzt rüstet VRChina und Russland = EURASIEN seit 10 Jahren verstärkt auf und die USA haben sich fast nur auf die Moslems und ihr Öl konzentirert, pardon, die Demokratisierung der Islamischen Welt vorangetrieben und sich dabei nur nachtragende Feindschaften erworben. Bloß raus aus Afghanistan bis auf die CIA und die Drohnen und ab zum Pazifik, ist jetzt die Devise wie vor 40 Jahren aus Vietnam verschwunden wurde, oder? - Vielleicht gibt es dann ja noch einen Friedensnobelpreis für Mr. John Brennan, wer weiß? -
es nicht 3 BILLIONEN $ heißen? ich bin mir nicht sicher, aber mir kommt 3 TRILLIONEN unmöglich vor. (vllt haben sie aber auch die zahl aus einem englischen text, bei denen ist es ja umgekehrt mit billionen und trillionen.
horstschmitzberger 10.03.2013
4. Nen Sprengsatz als Begrüßung
für den US Minister in Kabul zeigt deutlich wie klug es ist mit dem Verbrecherregieme des Ex- Herrschers Mullah Omar und seinen Islamfaschisten zu verhandeln. Jetzt das Land aufzugeben, auch wenns bitter ist, heißt in fünf Jahren den nächsten Feldzug zu führen oder sich die Schläge der Gläubigen gefallen zu lassen.. Den Abzug 2014 festzulegen war politisch dumm und von Innenpolitischen Intressen geleitet. Wir sollten so schnell als möglich aus dem Land raus, wenn die Taliban Führung tot, der Militärapperrat der alten Diktatur zerschlagen und der Machtanspruch der Paschtunen Clans gebrochen ist. Jeder Rückzug vorher führt zur Stabilisierung der Krise und zu weiteren Konflikten in unseren Ländern. Lieber Krieg im Land des Feindes, als denen eine Basis zu geben und ihre Terrorangriffe erdulden zu müßen. Es hat sich ja nichts an dem Haß der Gläubigen an unserem Lebensstil geändert und ihre Dummheit und Armut wird ja nicht durch die wiedrerlangung der Regierungsmacht vergehen. Nachdem sie sich an den frechen Frauen, Intelektuellen, Schwulen und den Minderheiten ausgetobt haben wird es des äußerebn Feindes bedurfen um die Unfähigkeit zu übertünchen und Al Qaida wird genügend Freiwilige für ihre Attacken finden. Darum ist es eben kein Frieden wenn der Westen geschlagen flieht, auch wenn´s sich die Friedensfreunde in aller Welt dies wünschen und hoffen.
jested_echo! 10.03.2013
5. Tja..
das Ende der Besatzer in Afghanistan ist abzusehen! Und Karzai versucht schon bei den Taliban auf lieb Kind zu machen, damit die ihn nicht an einen Laternenpfahl aufhaengen, wenn der Grossteil der westlichen Besatzungstruppen AFG verlassen haben! Ich wuerde allerding Hr. Karsai den Rat geben, sich mit den letzten Besatzungssoldaten so schnell wie moeglich aus AFG abzusetzen! Denn ich fuerchte, die Taliban werden mit einen Landesverraeter kurzen Prozess machen! Und das jetzt die USA selbst mit den Taliban verhandelt zeigt auch nur, das sie nicht mehr einen Pfifferling auf Karsai setzen, wenn der Abzug der Natotruppen aus AFG beendet ist! Die USA versuchen also jetzt schon, sich mit den neuen Herrschern von AFG, den Taliban, irgendwie zu arrangieren! Es sollten bei Karsai und seinen Leuten Alle Alamglocken laeuten!
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