Afghanistan USA verlieren Kontrolle über große Waffenbestände

Hunderttausende Schnellfeuergewehre könnten in Afghanistan in die Hände der Taliban gelangen, warnt die US-Armee. Die Waffen, die an das afghanische Militär und Polizei geliefert wurden, seien nicht ordentlich registriert worden.

Gewehr im Arm eines afghanischen Grenzpostens: 747.000 Kalaschnikows geliefert
REUTERS

Gewehr im Arm eines afghanischen Grenzpostens: 747.000 Kalaschnikows geliefert


Kabul - Die Vereinigten Staaten haben bei ihrem Militäreinsatz in Afghanistan die Kontrolle über große Waffenkontingente verloren. Hunderttausende Waffen könnten in die Hände der aufständischen Taliban gelangen, warnte der US-Rechnungsprüfer für Afghanistan (Sigar), John Sopko, in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

Weder die amerikanische Regierung noch die afghanischen Behörden hätten die Waffen ordentlich registriert, kritisierte Sopko. Zusätzliche Risiken entstünden dadurch, dass die Zahl der afghanischen Sicherheitskräfte in den kommenden Jahren von 352.000 auf 228.500 verringert werden soll.

Seit 2004 seien allein mehr als 747.000 Schnellfeuergewehre vom Typ Kalaschnikow (AK-47) geliefert worden, heißt es laut AFP in dem Report. Der Gesamtwert der Schnellfeuerwaffen, Granatwerfer und sonstiger Waffen belaufe sich auf rund 626 Millionen Dollar.

Die Nachrichtenagentur AP meldete, dass der US-Regierung über eine Vielzahl der 465.000 Waffen, die sie an das afghanische Militär und Armee geliefert habe, keine genauen Informationen mehr vorliegen. Auf welchen Zeitraum sich die Anzahl bezieht, schrieb AP nicht.

heb/AFP/AP



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insgesamt 123 Beiträge
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Seite 1
thor1708 29.07.2014
1.
Waffen sollten an niemanden gehen bzw. auch wieder weggenommen werden. Die Welt ist zu kriegerisch geworden, da weiss niemand mehr, wer auf welcher Seite steht.
Nuernberger 1000 29.07.2014
2. Im Ernst?
Die USA liefern das russische (bzw. Lizenznachbauten) AK47 nach Afganistan? Haben die den gar kein Zutrauen zu ihrem eigenen Infantriestandard Gewehr? Das wundert mich dann doch ....
gerd.lt 29.07.2014
3. Optimal gelaufen
Das darf doch wohl nicht wahr sein!, aber anders gesehen, wenn dem Gegner die Waffen nicht ausgehen, kann man noch lange gegen ihn kämpfen - und vor allem, die Rüstungsindustrie kann weiter produzieren und stützt die Gesamtwirtschaft und die Aktienkurse.
maipiu 29.07.2014
4. So what?
Nach amerikanischer Logik - besonders der der NRA - bedeuten mehr Waffen ja mehr Sicherheit. Was soll's also?
Klaus-Otto 29.07.2014
5. Wunderbar, ...
... dann kann sich die amerikanische Rüstungsindustrie ja freuen, genauso wie die russische mit ihren Waffenlieferungen in die Ostukraine. Was die marodierenden Milizbanden dann jeweils damit anstellen ist ja egal, Hauptsache, die Kasse stimmt.
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