Kabul - Drei Tage nach einem Misstrauensvotum im afghanischen Parlament ist Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak zurückgetreten. "Hiermit gebe ich bekannt, dass ich meinen Dienst als Verteidigungsminister beende", sagte Wardak am Dienstag in Kabul. Präsident Hamid Karsai hatte die Entscheidung akzeptiert. Wer den wichtigen Kabinettsposten zukünftig übernehmen wird, war zunächst unklar.
Die Mehrheit der Abgeordneten hatte sich am Samstag bei einer Vertrauensabstimmung für die Entlassung von Wardak und Innenminister Bismillah Mohammadi ausgesprochen. Präsident Hamid Karsai bat die Minister, bis zur Bestimmung von Nachfolgern in ihren Ämtern zu bleiben.
Hintergrund des Misstrauensvotums ist der Grenzkonflikt mit Pakistan, bei dem zuletzt immer wieder Dörfer in Ostafghanistan von pakistanischer Seite aus beschossen wurden. Die Abgeordneten warfen den Ministern vor, nicht genug dagegen unternommen zu haben.
Der Minister spielte eine zentrale Rolle bei der raschen Vergrößerung der Streitkräfte des Landes. Sie sollen bis zum Ende des Jahres die Sicherheitsverantwortung von den internationalen Truppen übernehmen. Durch den Rücktritt von Abdul Rahim Wardak, einem der Vertreter der Regierung von Präsident Hamid Karsai, steht das Schlüsselressort in der Übergangsphase ohne seinen langjährigen Minister da. Wardak genoss auch das Vertrauen Washingtons und anderer Verbündeter.
Unter dessen wurden bei Anschlägen und Angriffen am Dienstag in Afghanistan zwei NATO-Soldaten und mindestens neun Zivilisten getötet. Ein französischer Soldat starb in der Provinz Kapisa in einem Hinterhalt, ein US-Soldat wurde bei einem Angriff von Männern in afghanischen Armeeuniformen getötet, wie Vertreter beider Länder sagten. Bei einem Anschlag auf ein NATO-Militärlager südlich von Kabul wurde mindestens 20 Menschen verletzt.
lei/dpa/dapd
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