Afghanistan Mindestens 29 Tote bei Angriffen auf Sicherheitskräfte

Vier Anschläge an einem Morgen: In Afghanistan wurden mindestens 29 Menschen getötet. Drei der Angriffe auf Sicherheitskräfte reklamierten die Taliban für sich.

Afghanische Sicherheitskräfte in Kabul
REUTERS

Afghanische Sicherheitskräfte in Kabul


Bei einer Anschlagsserie in Afghanistan sind am Samstag insgesamt 29 Menschen ums Leben gekommen. Die radikalislamischen Taliban reklamierten bisher drei der Angriffe für sich.

In der Hauptstadt Kabul wurde am Morgen mindestens ein Mensch von einem Selbstmordattentäter getötet, sechs weitere seien bei dem Anschlag im Stadtteil Schasch Darak in der Nähe des Diplomatenviertels verletzt worden, teilte das Innenministerium mit. Die Opfer seien Sicherheitskräfte und Zivilisten.

Ein Selbstmordattentäter zündete seinen Sprengstoffgürtel in der Nähe eines Geländes des afghanischen Geheimdienstes NDS. Dort hatte sich erst im Dezember ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Mindestens sechs Menschen waren dabei getötet worden. In der Nähe befinden sich auch das Nato-Hauptquartier und die US-Botschaft. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Seit Mitte Januar wurde Kabul von drei Anschlägen erschüttert. Bei einem Angriff auf ein Luxushotel waren mindestens 25 Menschen getötet worden, darunter auch eine Deutsche. Die radikalislamischen Taliban reklamierten den Anschlag für sich, ebenso wie einen Selbstmordanschlag mit mehr als hundert Toten eine Woche später. Bei einem Angriff auf eine Militäreinrichtung , den der "Islamische Staat" (IS) für sich reklamierte, waren elf Soldaten ums Leben gekommen.

In der Westprovinz Farah griff in der Nacht eine große Gruppe Talibankämpfer eine kleine Armeebasis im Bezirk Bala Bulok an und tötete in stundenlangen Gefechten mindestens 25 Soldaten, wie ein Mitglied des Provinzrats sagte. Der Stützpunkt sei nun wieder in Regierungshand. Die Taliban hätten aber viele Waffen mitgenommen. Farah gehört zu den am schwersten umkämpften Provinzen des Landes.

In der südafghanischen Provinz Helmand detonierte am Morgen nach Angaben eines Provinzratsmitglieds eine Autobombe im Hof eines Gebäudekomplexes des Geheimdienstes NDS. Mindestens ein Mensch sei getötet worden, zwei seien verletzt. Ein Sprecher der Provinzregierung bestätigte die Explosion und sagte, bisher seien drei Menschen in Krankenhäuser gebracht worden. Bei einem weiteren Autobombenanschlag auf eine Armeebasis im Bezirk Nadali in Helmand starben mindestens zwei Soldaten, wie der stellvertretende Polizeichef von Helmand sagte.

max/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.