Afghanistan Viele Tote bei Explosion nahe Moschee

In wenigen Monaten soll in Afghanistan gewählt werden. Doch die Zentren der Wählerregistrierung werden immer wieder Ziele von Anschlägen - bei dem jüngsten kamen mehr als zehn Menschen ums Leben.

Abtransport eines Verwundeten
AFP

Abtransport eines Verwundeten


In Afghanistan soll am 20. Oktober die seit drei Jahren überfällige Parlamentswahl nachgeholt werden. Die Vorbereitungen werden aber immer wieder durch Anschläge auf Zentren zur Registrierung von Wählern überschattet. Am Sonntag ist es im Osten des Landes erneut zu einer solchen Attacke gekommen. Bei einer Explosion wurden mindestens 30 Menschen getötet oder verletzt.

Der Sprengsatz sei in einem Zelt zur Wählerregistrierung hochgegangen, das auf dem Gelände einer Moschee aufgeschlagen war, sagte der Polizeichef der Provinz Chost, Abdul Hanan Sadran. Zahlreiche Menschen, die aus der Moschee gekommen waren, hätten sich zur Registrierung als Wähler eingefunden.

Während Sadran die Zahl der Opfer auf "etwa 30" bezifferte, sagte ein Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörde, mindestens zwölf Menschen seien bei der Explosion getötet und 33 verletzt worden. Mehrere Verletzte schwebten in Lebensgefahr, fügte er hinzu. Bilal Sarwary, ein ehemaliger Journalist und Kandidat für die Parlamentswahlen, schrieb auf Twitter, dass bei dem Anschlag mindestens 19 Menschen getötet und 32 weitere verletzt worden seien.

Die Behörden hatten Mitte April mit der Registrierung der Wähler für die Parlamentswahl im Oktober begonnen. In mehr als 7000 Wahlzentren können sich volljährige Afghanen zwei Monate lang für die Wahl registrieren lassen. Die Wahlkommission hofft darauf, dass sich 14 Millionen Stimmberechtigte ins Wahlregister eintragen lassen.

Die Abstimmung sollte ursprünglich schon 2015 stattfinden, wurde aber wegen Sicherheitsbedenken und logistischer Probleme immer wieder verschoben.

Sicherheitskräfte aufgestellt

In Afghanistan gab es bereits eine ganze Reihe von Anschlägen auf Zentren zur Registrierung von Wählern. In einem schiitischen Viertel in Kabul waren im April 60 Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet und mehr als 100 verletzt worden. Zu der Tat bekannte sich die sunnitische Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

Die Behörden rechnen damit, dass neben den radikalislamischen Taliban und der IS-Miliz auch örtliche Anführer und Milizen versuchen werden, die Abstimmung zu sabotieren. Zum Schutz der Registrierzentren wurden Polizisten und Soldaten abgestellt.



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