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Afghanistan: Viele Tote bei Raketeneinschlag auf Hochzeitsfeier

Der Kampf der afghanischen Streitkräfte gegen die Taliban fordert immer mehr zivile Opfer - jetzt schlug in der Provinz Helmand eine Rakete auf einer Hochzeitsfeier ein. Viele Menschen kamen ums Leben.

Kabul - Im Süden Afghanistans sind bei einem Raketenbeschuss auf eine Hochzeitsgesellschaft viele Menschen getötet worden - die Angaben der Behörden schwanken zwischen 20 und 28 Todesopfern. Mindestens 40 Menschen wurden verletzt. Bei den Opfern handelte es sich demnach vor allem um Frauen und Kinder.

Im Distrikt Sangeen in der Provinz Helmand soll es zum Zeitpunkt des Raketeneinschlags am Mittwoch schwere Gefechte zwischen Kämpfern der Taliban und der afghanischen Armee gegeben haben. Der stellvertretende Polizeichef der Provinz Helmand sagte, es sehe so aus, als ob Raketen von einem Armeestützpunkt nahe dem Haus, in dem die Gäste auf die Ankunft der Braut warteten, abgefeuert wurden - Untersuchungen, warum genau die Artillerie abgeschossen wurde, seien eingeleitet.

Mit dem Jahreswechsel beendet die Nato offiziell ihren Kampfeinsatz am Hindukusch und beginnt die neue Mission "Resolute Support". Ziel ist die Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte, an der sich 12.000 Soldaten aus 40 Ländern - auch aus Deutschland - beteiligen.

Der Beschuss der Hochzeitsgesellschaft wirft ein Schlaglicht darauf, dass der Krieg in Afghanistan mit dem weitgehenden Abzug der internationalen Kampftruppen aber nicht vorbei ist. Im Jahr 2014 kamen in dem Land erstmals mehr Zivilisten durch Kämpfe zwischen afghanischen Truppen und den Taliban ums Leben als durch Anschläge der Radikalislamisten.

Insgesamt sind 2014 in Afghanistan demnach so viele Zivilisten getötet und verletzt worden wie noch nie seit Beginn der Uno-Aufzeichnungen - bis Ende November starben 3188 Menschen aus der Bevölkerung, 6429 wurden verwundet. Im Vergleich zum Vorjahr stiegt die Zahl der Toten um 19 Prozent.

anr/dpa/AFP/AP/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1.
freespeech1 01.01.2015
Es gibt keinen sauberen oder anständigen Krieg, auch nicht in Afghanistan, selbst wenn uns das unsere Regierung ständig erzählt.
2. Die Ausbildungsmission ist wohl angebracht
winkler00 01.01.2015
Das passiert, wenn man moderne Waffen Leuten überlässt, die sie nicht beherrschen. Wenn aber dort das Stammesrecht über die militärische Befehlsgewalt geht, ist das wohl unausweichlich und wird wohl auch nicht sich aendern. Die Zivilisten, wie in jeden Krieg, sind die, die es aus baden müssen.
3. Dilemma
j.c78. 01.01.2015
zuschauen will man nicht, helfen kann man nicht. Wie würde das Land aussehen wenn es damals nicht durch die Sowjetunion ins Chaos gestürzt worden wäre?
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