Afghanistan Viele Tote bei Selbstmordanschlag

Im Osten Afghanistans sind bei einem Selbstmordanschlag mindestens 20 Menschen ums Leben bekommen. Der Anschlag fällt auf den zweiten Tag einer landesweiten Waffenruhe.

Taliban besuchen ein afghanisches Dorf
STR/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Taliban besuchen ein afghanisches Dorf


Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Friedenstreffen von Taliban, Sicherheitskräften und Zivilisten in Ostafghanistan sind nach offiziellen Angaben 20 Menschen getötet worden. 16 weitere seien verletzt worden, sagte der Sprecher der Provinz Nangarhar, Attaullah Chogiani, am Samstag.

Provinzratsmitglied Nilofar Asisi sagte, die Menschen hätten in einem Park im Rodat-Bezirk die Eid-Feiertage und die landesweite Waffenruhe gefeiert. Der Anschlag fiel auf den zweiten Tag einer von der Bevölkerung begeistert begrüßten Feuerpause zwischen den radikalislamischen Taliban und der Regierung.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu der Tat, ohne weitere Details zu nennen. Die Terrormiliz ist mit den Taliban verfeindet. Nangarhar ist die Hauptbasis des IS in Afghanistan.

Seit Dienstag waren die afghanischen Sicherheitskräfte zu einer einwöchigen Feuerpause aufgerufen. Die Taliban hatten ihrerseits alle Kämpfer der Miliz aufgefordert, während der ersten drei Tage des Zuckerfestes zum Ende des Ramadan die Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte einzustellen. Die US-geführten Nato-Truppen sollten aber weiterhin bekämpft werden. Es war das erste Mal in dem seit dem Jahr 2001 andauernden Konflikt in Afghanistan, dass die Taliban eine Waffenruhe ausriefen.

Am Samstag kündigte Präsident Aschraf Ghani eine Verlängerung der Waffenruhe an und forderte die Taliban auf, die ihrerseits geltende Feuerpause ebenfalls zu verlängern.

ele/AFP/dpa



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