Angriffe auf Polizeiwachen Mehrere Tote bei Selbstmordanschlägen in Kabul

In zwei Vierteln der afghanischen Hauptstadt Kabul haben Attentäter kurz hintereinander vier Bomben gezündet. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat die Taten für sich reklamiert.

Anschlagsort in Kabul
AP

Anschlagsort in Kabul


Gut eine Woche nach dem tödlichen Doppelanschlag in Kabul sind bei vier kurz aufeinanderfolgenden Selbstmordanschlägen in der afghanischen Hauptstadt mehrere Menschen getötet worden. Je nach Quelle variierte die Zahl der Todesopfer zwischen mindestens fünf und mindestens 13. Mehrere Menschen wurde außerdem verletzt, laut dem Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh, waren es 17.

Innenministeriumssprecher Nadschib Danisch sagte, zwei Selbstmordattentäter hätten sich vor einer Polizeiwache im Viertel Dascht-e Bartschi im Westen der Stadt in die Luft gesprengt. Zwei weitere Bomben wurden laut Danisch im zentralen Stadtteil Schar-e Naw in der Nähe des Haupteingangs zu einer Polizeiwache gezündet.

Wie im Fall des Doppelanschlags mit mindestens 25 Todesopfern vergangene Woche hat sich erneut die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" zu den Attentaten bekannt. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die Terrororganisation über ihre Nachrichtenagentur Amaq.

Milizkämpfer schießen auf Polizeigebäude

In Dascht-e Bartschi lieferten sich laut Ministeriumssprecher Danisch weitere Kämpfer Gefechte mit afghanischen Spezialeinheiten. Das Viertel wird mehrheitlich von der ethnischen Minderheit der Hasaras bewohnt. Sie gehören überwiegend der schiitischen Konfession an.

Danisch teilte weiter mit, dass Milizkämpfer in Schar-e Naw nach den Explosionen auf das Polizeigebäude und andere Organisationen in der Nachbarschaft schossen. Das genaue Ziel des Angriffs war zunächst noch unklar.

In der Gegend befinden sich neben der Polizei unter anderem Gebäude der Afghanistan International Bank, der Telekommunikationsfirma Etisalat sowie verschiedene andere private Organisationen. "Unsere Spezialeinheiten haben den Ort abgesperrt und versuchen, die Menschen zu retten, die sich in den Gebäuden verbarrikadiert haben", sagte der Ministeriumssprecher.

apr/dpa/Reuters/AFP



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