Afghanistan Wulff sagte Kabul-Besuch nach Anschlägen ab

Der Besuch war lange vorbereitet, doch dann platzte er doch noch in letzter Minute: Wegen akuter Sicherheitsbedenken hat Bundespräsident Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen Mitte September einen Staatsbesuch in Afghanistan absagen müssen.

Darul-Alam-Palast in Kabul: Zehn Jahre Krieg
AFP

Darul-Alam-Palast in Kabul: Zehn Jahre Krieg


Hamburg - Das Bundespräsidialamt hatte monatelang streng geheim eine Visite Wulffs in der Hauptstadt Kabul vorbereitet; dort sollte der Präsident mit seinem afghanischen Amtskollegen Hamid Karzai zusammentreffen. Der erste Besuch eines deutschen Staatsoberhaupts im Palast in Kabul wurde nur Stunden vor der Abreise aus Berlin abgeblasen, nachdem ein Terrorkommando am 13. September die US-Botschaft und das Nato-Hauptquartier angegriffen und sich in einem Hochhaus in der Stadt verschanzt hatte.

Als die ersten Meldungen über die Attacke Deutschland erreichten, entschied sich Wulff nach Beratungen mit seinem Sicherheitsstab und Diplomaten im Auswärtigen Amt, den Staatsbesuch kurzfristig abzusagen.

Deutsche Behörden fürchteten, dass der Präsident durch die Kämpfe im Herzen Kabuls gefährdet sein oder die Visite bei Karzai platzen könnte. Tatsächlich zogen sich die Gefechte in der afghanischen Hauptstadt bis in den Morgen des nächsten Tages, für den die Ankunft Wulffs geplant war.

Die hektische Absage, bisher strikt unter Verschluss gehalten, illustriert die fragile Lage in der afghanischen Hauptstadt zehn Jahre nach der Invasion westlicher Truppen. Die letzte Visite eines Bundespräsidenten in Afghanistan fand im Mai 2010 statt; Horst Köhler allerdings hatte damals ausschließlich die deutschen Truppen im Feldlager Masar-i-Scharif in Nordafghanistan besucht.

Aus Sicherheitsgründen werden Besuche von deutschen Politikern bis zur Reise stets geheim gehalten.

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doc 123 09.10.2011
1. Na super
Zitat von sysopDer Besuch war lange vorbereit, doch dann platze er doch noch in letzter Minute: Wegen akuter Sicherheitsbedenken hat Bundespräsident Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen Mitte September einen Staatsbesuch in Afghanistan absagen müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,790742,00.html
Der Bundespräsident fühlt sich als offensichtlich erster Politiker unter tausenden von Soldaten nicht sicher. Hat er jetzt eigentlich auch dann damit - auf Grund vollständiger Sinnlosigkeit - den SOFORTIGEN Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan angeordnet.
toskana2 09.10.2011
2. Peinlichkeiten erspart
Zitat von sysopDer Besuch war lange vorbereit, doch dann platze er doch noch in letzter Minute: Wegen akuter Sicherheitsbedenken hat Bundespräsident Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen Mitte September einen Staatsbesuch in Afghanistan absagen müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,790742,00.html
Kein Unglück. Steuer gespart und Peinlichkeiten erspart! Was wollte denn der Herr in Afghanistan? Die "Unterstützung unserer Soldaten und die Hervorhebung ihrer Verdienste" für unser Land lobhudeln? - ach was!
Florian_Geyer 09.10.2011
3. Armutszeugnis!
Zitat von sysopDer Besuch war lange vorbereit, doch dann platze er doch noch in letzter Minute: Wegen akuter Sicherheitsbedenken hat Bundespräsident Christian Wulff nach SPIEGEL-Informationen Mitte September einen Staatsbesuch in Afghanistan absagen müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,790742,00.html
Ich denke Deutschland wird am Hindukusch verteidigt? Der erste Mann im Staat ist der BP und der sagt ab wegen Sicherheitsbedenken? Dann sollte die Bundeswehr schnellstens abgezogen werden, Auftrag nicht erfüllt bzw. nicht erfüülbar. Mein Gott waren das Zeiten als der alte Fritz noch selbst in die Schlacht zog...:->
amerzenich, 09.10.2011
4. Nein
Zitat von doc 123Der Bundespräsident fühlt sich als offensichtlich erster Politiker unter tausenden von Soldaten nicht sicher. Hat er jetzt eigentlich auch dann damit - auf Grund vollständiger Sinnlosigkeit - den SOFORTIGEN Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan angeordnet.
Der Präsindent der BRD ist eine wichtige Person, kein Kanonenfutter. Der kann auch schonmal hinter der deutschen Front bleiben.
Der Horizont, 09.10.2011
5. Komisch
Komisch, da wurde erzählt, dass die Lage in AFG sicher ist, so sicher ist, dass man 2014 abzieht. Da haben wir tausende von Polizisten in AFG ausgebildet, und nun traut sich Wuff nicht nach Kabul. Das verstehe ich nicht. War evtl. unser Engagement in AFG doch sinn- und nutzlos?
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