Uno-Bericht Zahl der zivilen Todesopfer in Afghanistan so hoch wie nie

Das vierte Jahr in Folge mehr als 10.000 zivile Opfer: Die Menschen in Afghanistan werden einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge immer öfter Opfer von Bombardements und Terroranschlägen.

Verletzter in Afghanistan
AP

Verletzter in Afghanistan


Deutschland schiebt Menschen nach Afghanistan ab - zuletzt Anfang des Monats. Nun haben die Vereinten Nationen bekanntgegeben, dass die Zahl der am Hindukusch getöteten Zivilisten den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009 erreicht hat.

Im ersten Halbjahr 2018 wurden einem Bericht der Uno-Mission Unama zufolge mindestens 1692 Zivilisten getötet - ein Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Zugleich wurden demnach 3430 Zivilpersonen verletzt, rund fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Hauptursache für zivile Opfer sind demnach Bomben, von denen 427 Zivilisten getötet und 986 verletzt wurden. Dem Bericht nach war die Terrormiliz "Islamischer Staat" für 52 Prozent aller tödlichen Selbstmordanschläge und komplexen Angriffe verantwortlich.

  • Bei bewaffneten Konflikten wurden demnach 157 Frauen und 363 Kinder getötet.
  • 387 Frauen und 992 Kinder wurden verletzt.
  • Luftangriffe afghanischer und US-Truppen seien für 52 Prozent aller zivilen Opfer verantwortlich, darunter 149 Tote und 204 Verletzte.

Insgesamt wurden im Jahr 2017 nach Uno-Angaben 3438 Menschen getötet und 7015 verletzt. Afghanistan verzeichnete dabei das vierte Jahr in Folge mehr als 10.000 zivile Opfer. Die Zahlen der Uno gelten als konservativ, weil die Organisation für jeden registrierten Fall mindestens drei unabhängige Quellen benötigt.

dop/dpa



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