Afghanistan: Zehn Kinder sollen bei Nato-Angriff gestorben sein

Bei einem Nato-Angriff in Afghanistan sollen zehn Kinder getötet worden sein. In der Grenzregion zu Pakistan seien auch Kämpfer und Frauen verletzt worden, berichten örtliche afghanische Vertreter. Die Allianz spricht lediglich von Verletzten.

Hamburg - Örtliche Vertreter in Afghanistan haben die Nato beschuldigt, bei einem Luftangriff mindestens zehn Kinder getötet zu haben. Der Vorfall soll sich am Samstag in der Provinz Kunar an der Grenze zu Pakistan bei einem gemeinsamen Einsatz afghanischer und internationaler Streitkräfte ereignet haben. Ein Nato-Sprecher sagte auf Anfrage, bei dem Einsatz seien "bis zu zehn Frauen und Kinder verletzt, aber nicht getötet worden". Der Vorfall werde untersucht.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ein Korrespondent habe die Leichen von elf toten Kindern gesehen, als sie zum Büro des Provinzverantwortlichen gebracht worden seien. Das afghanische Außenministerium erwähnte in einer Mitteilung zwar, dass bei den Kämpfen sechs Aufständische getötet worden seien. Zivile Opfer wurden in der Stellungnahme aber nicht erwähnt.

Laut einem Provinzsprecher wurden bei dem Angriff neben den Kindern auch acht Kämpfer getötet. Zudem seien sechs Frauen verletzt worden. Andere Quellen sprechen von insgesamt elf toten Zivilisten, darunter mindestens zehn Kinder und eine Frau. Die Zivilisten seien beim Einsturz eines Hauses während des Luftangriffs gestorben. Zu dem Nato-Luftangriff sei es während schwerer Gefechte zwischen militanten Taliban und den internationalen Streitkräften gekommen.

Die Provinz Kunar im Osten des Landes gilt als Hochburg der radikalislamischen Aufständischen. Die zahlreichen zivilen Opfer der Nato-Luftangriffe sorgten immer wieder für Streit zwischen der Führung in Kabul unter Präsident Hamid Karzai und der Nato. Karzai hatte den afghanischen Streitkräften untersagt, Nato-Lufteinsätze anzufordern. Im vergangenen Jahr war die Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan aber deutlich gesunken.

Am Samstag waren bei einem Selbstmordanschlag im Süden Afghanistans fünf Amerikaner, darunter drei Zivilisten, und ein afghanischer Arzt ums Leben gekommen. Unter den Toten ist eine junge US-Diplomatin, die beim jüngsten Afghanistan-Besuch des US-Außenministers John Kerry dessen engste Beraterin war.

Lesen Sie hier mehr über den Krieg in Afghanistan: Bundeswehr gibt sich ahnungslos über US-Einsätze +++ Junge US-Diplomatin stirbt bei Taliban-Anschlag +++ Bundeswehr kehrt in umkämpftes Gebiet zurück

dba/AFP/AP/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Afghanistan-Krieg
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback

Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staats- und Regierungschef: Hamid Karzai

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon