Afghanistan Zwei deutsche Soldaten bei Bombenanschlag getötet

Schwerer Anschlag in Afghanistan: Bei einem Selbstmordattentat auf das Büro eines Provinzgouverneurs sind mindestens zwei Bundeswehrsoldaten getötet worden. Vier Deutsche wurden verletzt, darunter General Markus Kneip, der im Norden des Landes die Internationale Schutztruppe kommandiert.

REUTERS

Talokan - Bei einem Anschlag mehrerer Selbstmordattentäter im Gouverneurssitz in der nordafghanischen Provinz Tachar hat es mehrere Opfer gegeben. Wie SPIEGEL ONLINE aus Bundeswehrkreisen erfuhr, wurden mindestens zwei deutsche Soldaten bei dem Anschlag getötet und mehrere Menschen verletzt. General Markus Kneip, der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, wurde schwer verwundet, befindet sich aber außer Lebensgefahr. Auch sollen mehrere Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sein.

Der Sprecher des Gouverneurs sagte SPIEGEL ONLINE, mehrere Selbstmordattentäter hätten sich vor dem Hauptgebäude des Amtssitzes des Gouverneurs in die Luft gesprengt, als die afghanischen und deutschen Militärs und Politiker nach ihrem Treffen in den Hof gekommen seien. Dabei sei der Polizeichef von Nordafghanistan, Daud Daud, zwei seiner Bodyguards und der persönliche Sekreträr des Gouverneurs getötet worden. Gouverneur Abdul Dschabar Takwa wurde nach Informationen der afghanischen Behörden schwer verletzt. Die Ärzte kämpften derzeit um sein Leben.

Der Sprecher berichtete von mehreren deutschen Soldaten, die bei der Attacke ums Leben gekommen seien. In dem Chaos nach dem Anschlag habe er aber nicht genau sehen können, um wie viele Tote es sich handelte. Die Deutschen forderten nach dem Anschlag sofort Rettungshubschrauber an, um die Verletzten in die Kliniken der Feldlager der Bundeswehr abzutransportieren.

Die Bundeswehr hat mittlerweile Politiker des Bundestags unterrichtet, dass zwei deutsche Soldaten getötet worden seien. Vier Deutsche seien verletzt worden. Im Norden Afghanistans sind vor allem Bundeswehrsoldaten als Isaf-Kräfte im Einsatz. Der Anschlag hat demnach um 14.14 Uhr deutscher Zeit stattgefunden.

Die Provinzhauptstadt Talokan war kürzlich Schauplatz heftiger Proteste gegen die ausländischen Truppen gewesen, in deren Verlauf mehrere Demonstranten getötet wurden und auch ein Bundeswehrlager angegriffen wurde. Dabei haben deutsche Soldaten auch gezielte Schüsse abgegeben.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahed sagte, einer ihrer Selbstmordattentäter habe den Anschlag auf das Treffen in Talokan verübt.

mbe/mgb/dpa/Reuters

insgesamt 169 Beiträge
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ToertjeX 28.05.2011
1. Rückzug aus Afghanistan...
...in kleinen Schritten bringt es irgendwie nicht. Es wird Zeit, dass wir die ganze Truppe schnell und sitzend zurückfliegen.
donbilbo 28.05.2011
2. Endlich Farbe bekennen
Wir sollten endlich sämtliche Truppen abziehen, den Geldhahn zudrehen und diese Menschen ihrem selbstgewählten, steinzeitnahen Schicksal überlassen. Wir sind dort nicht gewollt, ob als Schutztruppe, Kämpfer, Brunnengräber oder Geldesel, so langsam haben wir alle Rollen durch und stossen trotzdem nur auf Ablehnung.
Danny Wilde 28.05.2011
3. Es ist zu hoffen...
... dass der SpOn sich daran hält, dass, bevor derartige Eilmeldungen veröffentlicht werden, die BW die Chance hatte, die Angehörigen zu unterrichten.
Rainer Daeschler, 28.05.2011
4. Weitere sinnlose Opfer
Nur die Politik weiß, warum weitere 2 Soldaten gestorben und 4 verwundert wurden. Die Bevölkerung weiß es schon längst nicht mehr.
Diana Simon, 28.05.2011
5. Raus!
Raus! RAUS! RAAUUS!!!
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