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Schwerreiche Regenten: Afrikas Raubkönige

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Mswati III., König von Swasiland: Erheblicher Wohlstand Zur Großansicht
AFP

Mswati III., König von Swasiland: Erheblicher Wohlstand

Hunderte Millionen Afrikaner leben in Armut - dafür verschleudern einige ihrer Staatschefs märchenhafte Vermögen: Viele Machthaber gelten als waschechte Kleptokraten. Hier sind die neun reichsten.

Es gibt durchaus Regierungschefs in Afrika, die sich um Transparenz und Bescheidenheit bemühen. In Nigeria legte Präsident Muhammadu Buhari zum Amtsantritt sein Privatvermögen offen: 150.000 Dollar auf der Bank, dazu fünf Häuser, zwei Lehmhütten, 270 Stück Vieh und ein paar Schafe.

Buhari war früher schon als Militärherrscher Staatschef seines Landes und ist sicher kein armer Mann. Aber immerhin erklärt er, was er hat. Tansanias neuer, John Magufuli, verbot als eine der ersten Amtshandlungen ehemaligen Regierungsmitgliedern die Auslandsreisen auf Staatskosten.

Die Regel sind solche Beispiele nicht.

Natürlich geraten Politiker auf allen Kontinenten in den Ruch, sich zu bereichern, von Israel bis Frankreich, von Spanien bis Australien. Doch auch wenn es ein trauriges Klischee bedient: Korrupte Regierungschefs gibt es in Afrika mit seinen mehr als 300 Millionen Menschen in Armut besonders viele.

Selbst wer hoffnungsvoll beginnt, kann später schwer enttäuschen: Robert Mugabe (Simbabwe), José Eduardo dos Santos (Angola) und Paul Biya (Kamerun) waren vor mehr als 30 Jahren als Volkshelden gestartet. Ihre genauen Vermögenswerte kennen heute wohl nur sie selbst, aber wirtschaftliche Verflechtungen und ihr Lebenswandel weisen sie als waschechte Kleptokraten aus.

Sie haben es mit sieben anderen Herrschern auf die Liste der wohlhabendsten Machthaber des Kontinents geschafft. Fast immer sind erhebliche Ländereien und noch massivere Rohstoffvorkommen die Basis der Vermögen.

Hier sind Afrikas reichste Staats- und Regierungschefs im Überblick:

José Eduardo dos Santos, Angola, mehrere Milliarden US-Dollar: Santos ist nach Simbabwes Mugabe der hartnäckigste unter Afrikas Langzeitherrschern. Er geht in sein 37. Amtsjahr. Der 73-jährige ehemalige marxistische Revolutionär steht an der Spitze einer Clique, die das Land ausraubt - so offen darf man das bei Santos wohl sagen. Der staatliche Ölkonzern Sonangol arbeitet bei der Ausbeutung der Ölvorkommen eng mit den internationalen Energiemultis aus China, Europa und den USA zusammen.

Öl gibt es in Angola reichlich, die Staatskasse müsste also prall gefüllt sein. Entwicklungsarbeit ließe sich finanzieren - wenn das Geld in Santos' Reich nicht immer wieder verschwinden würde. Ein Journalist der "Financial Times" hat in Unterlagen des Internationalen Währungsfonds recherchiert, dass allein zwischen 2007 und 2010 an die 32 Milliarden Dollar aus dem Haushalt verschwanden.

Für eine kleine angolanische Elite, die trotz massenhafter Armut ihr Jetset-Leben pflegt, ist Santos Anführer und Protegé ihres dekadenten Luxuslebens in der Hauptstadt Luanda. Präsidententochter Isabel, 42, gilt laut "Forbes"-Magazin als erste Dollarmilliardärin Afrikas. Die Familie Santos machte wiederholt mit großen Partys von sich reden: Bei der Weihnachtsfeier einer Mobilfunkfirma, die der Präsidentenfamilie mitgehört, trat die mehrfach Grammy-nominierte Rapperin Nicki Minaj auf. Mariah Carey hatte 2013 für den Diktator gesungen, mutmaßlich für eine Millionengage. Und Santos' Sohn gebietet über einen unkontrollierten Fünf-Milliarden-Dollar-Fonds aus Öleinnahmen, angeblich für soziale Investitionen.

Mohammed VI., König von Marokko, 2,5 Milliarden US-Dollar: 1999 startete er als "der coole König", nannte er doch Rapper seine Freunde, hatte im Ausland studiert, trug westliche Anzüge. Vor allem aber ist Mohammed VI. Herr über viele Paläste in seinem Reich und Sammler italienischer Sportwagen. Der Unterhalt seiner vielen Immobilien im ganzen Land soll am Tag samt Personalkosten knapp eine Million Dollar verschlingen. Für die Pflege seiner Autosammlung gebe der König sechs Millionen Dollar jährlich aus, berichtete die "Welt" über den "King Cool". Das ist beträchtlich, aber bei einem geschätzten Familienvermögen von mehreren Milliarden US-Dollar kann er es sich leisten.

Erstaunlich ist, dass sein Vater, König Hassan II., dem heute 52-Jährigen nur einen Bruchteil dieser Summe hinterlassen haben soll. Möglich machte den Zuwachs die königshauseigene Investmentfirma SNI, die in nahezu allen marokkanischen Wirtschaftszweigen vom Bankengeschäft bis in den Tourismus aktiv ist. Ein Enthüllungsbuch über die enge Verbindung zwischen marokkanischem Königshaus und der Wirtschaft verlieh Mohammed den unrühmlichen Titel "Der Raubkönig". In Marokko ist das Buch verboten.

Paul Biya, Präsident von Kamerun, 200 Millionen US-Dollar: "Den Vater" nennen seine Landsleute den 83-jährigen Regenten Biya. Seine Amtsgeschäfte führt er gern von einem Luxushotel in Genf aus, wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtete. Ein Urlaub vor ein paar Jahren, den Biya mit seinen Getreuen und der Familie im französischen La Baule verbrachte, war ausgesprochen mondän: 43 Suiten mieteten der Präsident und seine Entourage, für 800.000 Euro.

Nach solchen Details muss man suchen, denn Biya lebt diskret und genießt seinen unbestrittenen Reichtum eher still und fern der Heimat. Wie andere Länder am Golf von Guinea ist Kamerun als ölreiches Land politisch vergleichsweise stabil. Die Beziehungen zu westlichen Regierungen sind gut, besonders zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich.

Joseph Kabila, Demokratische Republik Kongo, mindestens 100 Millionen US-Dollar: Sein Vater soll, so schrieb es Peter Scholl-Latour, etwa 1,2 Milliarden US-Dollar veruntreut haben. Zu diesem Erbe kommt Geld hinzu, das Kabila und seine Gefolgsleute mit der illegalen Vergabe von Schürfrechten in dem rohstoffreichen Land verdient haben sollen. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtete, erhalte der 44-jährige Kabila für die wertvollen Konzessionen von ausländischen Unternehmen heimliche Zahlungen auf Privatkonten.

Öffentlich erklärt hat Kabila sein Vermögen bislang nie. Kabilas einflussreiche Zwillingsschwester Jeanette verwaltet als Präsidentin der Stiftung Laurent-Désiré Kabila das geistige Erbe des Vaters sowie sein nicht unbeträchtliches Vermögen. Sie ist, wie auch ihre Mutter, längst in das lukrative Geschäft mit staatlichen Bergbaukonzessionen eingestiegen, berichtete die "FAZ" vor Jahren. Eine seriöse Schätzung Kabilas eigenen Vermögens gibt es nicht, die Angaben reichen von mehreren Hundert Millionen bis zu Milliarden US-Dollar.

Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, Präsident von Äquatorialguinea, 600 bis 700 Millionen US-Dollar: Mbasogo herrscht seit 1979 und ist großer Nutznießer der Ölförderung in dem westafrikanischen Zwergstaat. Sein Vermögen wird auf Hunderte Millionen US-Dollar geschätzt. Der 73-jährige Despot nimmt sein Land schamlos aus, gewählt wurde er zum letzten Mal im Jahr 2002 mit nahezu hundert Prozent - seitdem fanden keine Wahlen mehr statt. Alle vorangegangenen wurden von Exilierten und Beobachtern als weder frei noch fair beurteilt. Oppositionelle werden inhaftiert oder aus dem Land vertrieben, manchmal auch als Putschisten hingerichtet.

Das Land erlöste im vergangenen Jahr 15 US-Milliarden Dollar ausschließlich mit Erdöl- und Gasverkäufen an internationale Multis. Trotzdem lebt der Großteil der knapp eine Million Bürger in bitterer Armut.

Und ein Familienmitglied steht schon bereit, um das Vermögen des Clans zu mehren: Teodoro Nguema Obiang Mangue, genannt Teodorin, könnte in die Fußstapfen seines gierigen Vaters treten.

Uhuru Kenyatta, Kenia, 500 Millionen US-Dollar: Der Reichtum Kenyattas, seit 2013 Präsident von Kenia, ist schwierig zu schätzen. 2011 führte ihn die "Forbes"-Liste der reichsten Afrikaner noch mit 500 Millionen US-Dollar Privatvermögen.

Ein Jahr später fiel er heraus, weil zu undurchsichtig ist, wem in seiner Familie was gehört. Im Sommer 2015 reduzierte Kenyatta medienwirksam sein Präsidentengehalt von monatlich 14.000 auf 11.000 US-Dollar - doch auf dieses Geld ist er kaum angewiesen. Anteile am größten Molkereikonzern Ostafrikas, einer Hotelkette und einer Bank sichern den Reichtum der Familie. Dazu kommt das Erbe: Das Vermögen von Kenyattas Vater, dem postkolonialen Staatsgründer Jomo Kenyatta, soll an dessen vierte Ehefrau Mama Ngina Kenyatta übergegangen sein.

Basis ist vor allem Land, das sich der erste Präsident nach der Unabhängigkeit 1963 illegal angeeignet hat. Gesichert ist durch den Ndungu-Bericht von 2013 lediglich ein Grundbesitz der Kenyattas von einer Million Quadratmeter. Laut "Forbes" soll die Fläche allerdings 2000 Mal so groß sein. Illegale Landnahme ist eines der brisantesten Themen in Kenia seit der Unabhängigkeit. Die Mächtigen nehmen, die anderen schauen meist hilflos zu.

Mswati III., König von Swasiland, 100 Millionen US-Dollar: Geboren als Prinz Makhosetive Dlamini ist Mswati laut "Forbes" nur der 15-reichste Monarch der Welt. Mit geschätzten 100 Millionen Dollar - der "Guardian" geht sogar von 200 Millionen Dollar aus. Trotzdem gehört er zu den reichsten afrikanischen Staatschefs. Dem Monarchen gehören 25 Prozent an allen Minen des Landes, den Reichtum aus den Bodenschätzen verwaltet er treuhänderisch für die Bevölkerung.

Oppositionsgruppen kritisieren den ausschweifenden Lebensstil ihres 43-jährigen Königs, bislang allerdings ohne Erfolg. So gern der Herrscher nimmt, so ungern gibt er: Wie ein südafrikanischer Gewerkschaftsverband meldete, stoppte Mswatis Regierung Ende 2015 eine Lohnerhöhung für Angestellte im öffentlichen Dienst.

Eine andere Entscheidung, die jedes Jahr ohne Parlamentsdebatte durchgeht: Das Budget für königliche Ausgaben steigt und steigt, 2014 etwa um zehn Prozent auf 61 Millionen Dollar pro Jahr. Mehr als die Hälfte von Mswatis Untertanen lebt von weniger als 30 Dollar im Monat.

Idris Déby, Präsident des Tschad, 50 Millionen US-Dollar: Geboren als Hirtenjunge ist Déby seit 1990 Staatschef. Seine Militärlaufbahn begann als Pilot, 1983 wurde er Oberbefehlshaber der Armee. Sieben Jahre später sicherte er sich mit einer Militäroperation vom Sudan aus die Macht - im dritten Anlauf. Nach sechs Jahren, voller Menschenrechtsverletzungen und Putschversuchen, wurde Déby zum ersten Mal zum Präsidenten gewählt, 2001 gelang ihm die Wiederwahl.

Sein Land wandelte sich nach 2003 von einem armen Baumwollstaat zum fünftgrößten Ölproduzenten des Kontinents. Mit 40 Millionen Litern Rohöl am Tag wurde der Tschad auf dem Papier zu einem reichen Land. Viele Millionen Dollar kamen so - vor dem aktuellen Preisverfall - in die Staatskasse. Der Bevölkerung nützte das wenig: Vor dem Boom lebte etwa jeder zweite Tschader in Armut, zehn Jahre später sind es nur geringfügig weniger.

Sicher ist, dass der 63-jährige Ex-Militär das meiste Ölgeld in die Armee steckte und der Tschad somit zu einer bedeutenden Regionalmacht wurde. Die Kombination aus einer beinahe endlos langen Herrschaft und Ölreichtum hat sich für Déby ausgezahlt. Sein privates Vermögen wird auf 50 Millionen US-Dollar geschätzt.

Robert Mugabe, Präsident von Simbabwe, zehn Millionen US-Dollar: Mugabe, 91, herrscht über ein Land mit großen Diamantenvorkommen und das schon länger als irgendein anderer Staatschef Afrikas. Ein großer Teil der Edelsteine wird von der ihm ergebenen Geheimpolizei Central Intelligence Organisation (CIO) kontrolliert, berichtete der "Economist".

Mugabe ist als Parteichef der ehemaligen Revolutionsbewegung Zanu-PF seit mehr als drei Jahrzehnten im Amt. Seine Geburtstagsfeier zum 90. kostete eine Million Dollar - und zwar amerikanische, denn der simbabwische Dollar ist wegen des ruinierten Wirtschafts- und Währungssystems kaum mehr existent.

Chinas Investitionen sind ein stabilisierender Faktor für die Mugabe-Diktatur und den ausschweifenden Lebensstil seiner Familie. Dabei sollen Diamantendeals auch direkt zwischen Geheimpolizei und chinesischen Mittelsmännern laufen, vorbei am Staat und trotz internationaler Sanktionen gegen Mugabes Regime. Immer wieder wird über den schlechten Gesundheitszustand des greisen Diktators spekuliert. Wahrscheinlich ist, dass Mugabes zweite Frau Grace - die "First Shopperin", auch "Gucci Grace" genannt - plant, ihren Mann zu beerben. In der Zanu-PF ist sie die Vorsitzende der einflussreichen Frauenliga. Jüngst sprachen sich Gefolgsfrauen dafür aus, Grace solle im Politbüro Vizepräsidentin ihres Gatten werden.

Das Vermögen Robert Mugabes gab das "Forbes"-Magazin mit zehn Millionen US-Dollar als vergleichsweise bescheiden an. Im September kündigte der Herrscher an, künftig solle jeder Offizielle bei Amtsantritt sein Vermögen offenlegen. Gut für Mugabe, dass er schon so lange auf seinem Posten sitzt.

Lesen Sie im aktuellen SPIEGEL das Porträt von Robert Mugabe: Der Herrscher mit der kalten Hand

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 90 Beiträge
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1.
a.weishaupt 22.02.2016
Gern wird behauptet, die Afrikaner seien selbst schuld am Zustand ihrer Gesellschaften. Gleiches gilt für Nahost. Aber der Kolonialismus und die versuchte Einflussnahme der Mächte aus Ost und West haben einen großen Anteil daran, was passiert ist, was sich an einzelnen Ereignissen gut belegen lässt. Und: wie gut, dass man hier in Deutschland noch nie einem fragwürdigen Politiker hinterhergelaufen ist. Da braucht man dann auch nicht nach Lösungen suchen, denn die "sind eben so" dort...
2. Endlich wird das thematisiert!
Margot 357 22.02.2016
Abasse Ndione ist einer der führenden Schriftsteller Afrikas, wurde 1946 in Senegal geboren. Sein zentrales Thema, auch in seinen Romanen, ist die afrikanische Migration, ihre Gründe und Folgen. Der Text ist die gekürzte Fassung einer Rede, die er für die Nibelungen-Festspiele in Worms geschrieben hat: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Nur-Ministersoehne-bleiben/story/19747786 Über die angolanische Präsidententochter wurde auch schon in der FAT berichtet: "Das Märchen von der Prinzessin, die Eier verkaufte" Sie ist die reichste Frau von Afrika und wird in Forbrs als die wichtigste "Investorin" genannt.
3. Glaube ich nicht.
xaindsleena 22.02.2016
Zitat von a.weishauptGern wird behauptet, die Afrikaner seien selbst schuld am Zustand ihrer Gesellschaften. Gleiches gilt für Nahost. Aber der Kolonialismus und die versuchte Einflussnahme der Mächte aus Ost und West haben einen großen Anteil daran, was passiert ist, was sich an einzelnen Ereignissen gut belegen lässt. Und: wie gut, dass man hier in Deutschland noch nie einem fragwürdigen Politiker hinterhergelaufen ist. Da braucht man dann auch nicht nach Lösungen suchen, denn die "sind eben so" dort...
Es gibt viele afrikanische Staaten, die, wenn auch sicherlich nicht im westlich-europäischen Sinne wohlhabend, so zumindest doch sehr erträglich sind und wo es sich gut leben lässt. Glauben Sie mir - ich kenne den Kontinent ganz gut (und mag ihn übrigens auch sehr). Die anderen, die Negativbeispiele, sollten sich mal selbst helfen. Bzw. es sollte eine Afrika-Koalition gegründet werden, so dass man seinen Nachbarländern (und damit auch oft sich selbst) hilft. Immer nur nach anderen rufen, um Hilfen betteln, nicht eigeninitiativ tätig werden funktioniert nicht. Das demonstriert gerade Afrika aufs Feinste. Ich bin ein Gegner sämtlicher Fremdbemühungen auf dem Kontinent, das müssen die Menschen dort selbst schaffen (und das können sie auch, es gibt massenweise Beispiele dafür). Natürlich kann (und soll) man nicht-materielle Hilfestellung geben, wo sie nachgefragt wird (und nicht aufdrängen). Das war's dann aber auch.
4. Was leider völlig verschwiegen wird,
go-west 22.02.2016
ist die eigentliche Kernaussage: diese Diktatoren sind nicht nur Komplizen, nein es sind Marionetten der ehemaligen Kolonialmächte. Insbesondere Frankreich zeichnet sich dadurch aus, diesen Herrschercliquen einen fürstlichen Lebensstil zu ermöglichen, um dann im Gegenzug des Land in wesentlich größeren Dimensionen plündern zu können. Die betroffenen Länder können die Fördermengen selbst meist gar nicht kontrollieren, der Ölpreis wird vom französischen Ölkonzern selbst fixiert und lag schon lange weit unter dem weltweiten Marktpreis. Wie oft habe ich von Einheimischen gehört, daß einzig und allein nur Paris im Stande sei, den jeweiligen Diktator von der ewigen Macht zu entfernen. Daß ein bekannter hibbeliger ehemaliger Präsident mit kleiner Körpergröße in Afrika unterwegs war und mit einem prallgefüllten Koffer zurückzukehrte und so den eigenen Wahlkampf finanzierte, ist vor Ort ein offenes Geheimnis. Afrika der Dekadenz zu bezichtigen greift leider viel zu kurz, engste europäische Verbündete haben wohl letztlich die Hauptverantwortung für die Situation.
5.
wum1 22.02.2016
Als Lektüre bzw. zu den Ursachen hierfür zu empfehlen: "Why nations fail. The Origins of Power, Prosperity und Poverty", von D. Acemoglu & J.A. Robertson, Profile Books, London, 2012 W. Moser
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