Ultimatum Afrikanische Union droht Südsudan mit Sanktionen

Die Nachbarländer des Südsudan machen Druck auf die Rebellen: Bis spätestens Dienstagabend sollen sie die Kämpfe einstellen, sonst wollen die ostafrikanischen Länder eingreifen. Doch die Gefechte mit den Regierungstruppen dauern zunächst an.

Ugandas Präsident Museveni: Ultimatum an die Rebellen
AFP

Ugandas Präsident Museveni: Ultimatum an die Rebellen


Juba - Die Afrikanische Union (AU) hat die Konfliktparteien im Südsudan aufgefordert, die Kämpfe einzustellen. Die Staatengemeinschaft werde gegen diejenigen Sanktionen verhängen, die Gewalt schürten und die internationalen Friedensbemühungen behinderten, teilte die AU im westafrikanischen Gambia am Montagabend mit. Die vor zwei Wochen ausgebrochenen Kämpfe, bei denen mehr als tausend Menschen getötet wurden, müssten sofort beendet werden.

Kurz zuvor hatte Ugandas Präsident Yoweri Museveni erklärt, die ostafrikanischen Staaten seien zum Eingreifen bereit, sollte Rebellenführer Riek Machar das Waffenstillstandsangebot der demokratisch gewählten Regierung nicht akzeptieren.

Hinweise auf ein Ende der Kämpfe gab es aber nicht. In der Stadt Bor, einem Brennpunkt der jüngsten Gewalt, kam es am Dienstag erneut zu Gefechten zwischen Rebellen und Regierungstruppen. Die Nachbarstaaten des Südsudan hatten den Konfliktparteien eine Frist bis Dienstabend gesetzt, die Waffen niederzulegen und Verhandlungen aufzunehmen.

Die Gewalt war am 15. Dezember in der Hauptstadt Juba ausgebrochen und hatte sich rasch im ganzen Land ausgebreitet. Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und dem von ihm entlassenen ehemaligen Stellvertreter Machar, der das Land in einen Bürgerkrieg zu reißen droht. Kiir gehört zur mächtigen Volksgruppe der Dinka, Machar zu den Nuer. Wegen der eskalierenden Gewalt beschloss der Uno-Sicherheitsrat bereits, die Zahl der Friedenssoldaten auf 12.500 fast zu verdoppeln.

Der Südsudan ist erst seit 2011 unabhängig. Damals spaltete sich das ölreiche Land mit seinen 10,8 Millionen Einwohnern vom Sudan ab.

cte/Reuters



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zoon.politicon 31.12.2013
1. Welche Bevökerungsgruppen werden vertrieben, welche Konzerne profitieren vom Konflikt
Zitat von sysopAFPDie Nachbarländer des Südsudan machen Druck auf die Rebellen: Bis spätestens Dienstagabend sollen sie die Kämpfe einstellen, sonst wollen die ostafrikanischen Länder eingreifen. Doch die Gefechte mit den Regierungstruppen dauern zunächst an. http://www.spiegel.de/politik/ausland/afrikanische-union-droht-suedsudanesen-mit-sanktionen-a-941359.html
Da es in einem Öl-reichen Land bei Kämpfen oft um den Einfluß auf solche Bodenschätze geht, würde mich interessieren, welche Bevölkerungsgruppen von ihrem Land wegen dieser Bodenschätze vertrieben werden und welche grossen internationalen Konzerne davon ggf. profitieren. Darüber findet man in den Medien fast nie etwas.
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