Ahmadinedschad-Drohung: "Der Countdown zur Zerstörung Israels läuft"

Für markige Sprüche ist Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bekannt, doch jetzt hat er noch einen drauf gesattelt: Der Countdown für die Zerstörung Israels habe begonnen. "Wir werden das hoffentlich in naher Zukunft erleben." Unnachgiebig zeigte sich Irans Präsident wieder im Atomstreit.

Teheran - Der iranische Präsident stellte mit seiner Äußerung über Israel erneut den Fortbestand des israelischen Staates in Frage. "Mit Gottes Hilfe haben die Kinder Libanons und Palästinas den Countdown zur Zerstörung des zionistischen Regimes in Gang gesetzt", sagte er in einer Rede zum Todestag des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini. "Wir werden hoffentlich in naher Zukunft die Zerstörung dieses Regimes erleben", fügte er hinzu, ohne dies näher auszuführen.

Irans Präsident Ahmadinedschad: Internationale Empörung ausgelöst
REUTERS

Irans Präsident Ahmadinedschad: Internationale Empörung ausgelöst

Ahmadinedschad hatte vor zwei Jahren internationale Empörung mit dem Wunsch ausgelöst, Israel solle "von der Landkarte getilgt werden". Damit hatte er sich an Äußerungen des 1989 gestorbenen Chomeini angelehnt.

Der Präsident erwähnt immer wieder die Zerstörung Israels, betont aber auch, Iran stelle keine Bedrohung für das Land dar. Die Regierung in Teheran unterstützt sowohl die libanesische Hisbollah-Miliz, die sich vergangenen Sommer einen mehrwöchigen Krieg mit Israel lieferte, als auch militante Palästinenser-Gruppen wie die Hamas.

Ein Einlenken im Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft lehnte Ahmadinedschad ebenfalls mit scharfen Worten erneut ab. Der Westen könne "schreien" so viel er wolle, es werde in der iranischen Atompolitik keine Änderung geben, sagte er in seiner Rede. Die iranische Regierung sei auch vollkommen unbeeindruckt von den Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats, in denen eine Einstellung des Atomprogramms gefordert wird.

Nachdem Iran die jüngste Resolution zum Stopp seiner umstrittenen Uran-Anreicherung ignoriert hat, dringen westliche Regierungen auf weitere Strafmaßnahmen. Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines Nuklearprogramms zur Energiegewinnung nach Atomwaffen zu streben.

kai/wal/Reuters/dpa

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