Uno-Vollversammlung: Ahmadinedschad wettert gegen "unzivilisierte Zionisten"

Mahmud Ahmadinedschad hat auch seinen letzten Auftritt vor der Uno-Vollversammlung zu Angriffen gegen Israel genutzt. Der iranische Präsident sprach von militärischen Drohungen "unzivilisierter Zionisten" gegen sein Land. Die US-Delegation blieb der Rede Ahmadinedschads aus Protest fern.

New York - Als Mahmud Ahmadinedschad an diesem Mittwoch ans Rednerpult vor die Uno-Vollversammlung trat, hatte der iranische Präsident auch einige leere Stühle vor sich: Aus Protest gegen die antisemitische Haltung Ahmadinedschads hatte die US-Mission schon vorab entschieden, seiner Rede fernzubleiben.

Auch Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle hatte von vornherein darauf verzichtet, zu Ahmadinedschads Rede zu erscheinen.

Ein weiteres Mal nutzte der iranische Präsident seinen Uno-Auftritt zu Angriffen gegen Israel. "Anhaltende Drohungen von unzivilisierten Zionisten, zu militärischen Mitteln gegen unsere große Nation zu greifen", seien "bittere Realität", sagte Ahmadinedschad. Damit nahm der iranische Präsident Bezug auf Gedankenspiele der israelischen Regierung, militärisch gegen das umstrittene Atomprogramm Irans vorzugehen.

Er vertrete "eine große und stolze Nation", sagte Ahmadinedschad, der sich in seiner Rede darüber beklagte, dass die derzeitige Weltordnung "diskriminierend" sei. Eine "habgierige Minderheit" sei die bestimmende Kraft, "Neokolonialismus" sei verantwortlich für das "Leid auf der Welt".

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach in seiner ersten Reaktion von einem schwarzen Tag für all jene, die im Plenarsaal sitzen geblieben seien und diesen hasserfüllten Worten zugehört hätten. In einem Brief an seine Landsleute versprach Netanjahu vor seiner Abreise zur Vollversammlung in New York, er werde sich auf alle erdenkliche Art und Weise dafür einsetzen, damit der Iran keine Atomwaffen erhalte. Am Donnerstag wird Netanjahu vor der Uno sprechen.

Die Rede war Ahmadinedschads vorerst letzter Auftritt bei der Uno-Vollversammlung, seine Amtszeit als iranischer Präsident endet im kommenden Jahr. Anders als in den Vorjahren verzichtete Ahmadinedschad aber auf provokative Aussagen zum Holocaust.

Bereits vor seinem Redeauftritt hatte er in einem Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur AP einen aggressiven Ton angeschlagen. Eine neue Weltordnung müsse jenseits der "Schikanen" und der Dominanz der USA entstehen, hatte Ahmadinedschad gesagt. Sogar Grundschulkinder in aller Welt hätten verstanden, dass die USA eine internationale Politik der Einschüchterungen verfolgten. Das müsse aufhören, forderte Ahmadinedschad.

Visionen einer neuen Weltordnung

Nach gut einer Stunde detaillierter Fragen der Journalisten zum Bürgerkrieg in Syrien und zum Atomstreit mit Iran hatte Ahmadinedschad plötzlich genug. Nun sei er an der Reihe, das Thema zu bestimmen, entschied der Präsident und begann mit einem Vortrag über seine Vision einer neuen Weltordnung. "Ich bin überzeugt, das System der Imperien ist am Ende. Die Welt kann nicht länger zusehen, wie sie von einem Imperator herumkommandiert wird", sagte er mit Blick auf die USA.

Daher würden in seiner neuen Weltordnung die traditionellen Mächte eine geringere Rolle spielen. Jedes Land sei gleichwertig, sagte er. Das System würde Fairness und Gerechtigkeit schaffen. Auf welchen Regeln des Völkerrechts eine solche Weltordnung basieren würde, sagte Ahmadinedschad nicht.

Zudem stellte der iranische Präsident eine neue Initiative zur Lösung der Syrien-Krise vor. Iran gehöre zu rund einem Dutzend Ländern, die sich im Bemühen um eine Beilegung des Konflikts zu einer Kontaktgruppe zusammengeschlossen hätten. Die unter anderem aus Staaten des Nahen Ostens bestehende Gruppe hoffe, sowohl die syrische Regierung als auch die Opposition an den Verhandlungstisch zu bekommen. Die Kontaktgruppe werde sich "sehr bald" in New York treffen, kündigte Ahmadinedschad an. "Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um in Syrien Stabilität, Frieden und Verständnis zu schaffen", sagte er.

Iran gilt als wichtigster Verbündeter von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und liefert dem Regime in Damaskus immer wieder Waffen im Kampf gegen die Rebellen.

hen/Reuters/dapd

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insgesamt 142 Beiträge
G-Kid 26.09.2012
aber ich kann nichts Negatives an seinen Äußerungen feststellen. Wo er recht hat, hat er recht!
Zitat von sysopMahmud Ahmadinedschad hat auch seinen letzten Auftritt vor der Uno-Vollversammlung zu Angriffen gegen Israel genutzt: Der iranische Präsident sprach von militärischen Drohungen "unzivilisierter Zionisten" gegen sein Land. Die US-Delegation blieb der Rede Ahmadinedschads aus Protest fern. Ahmadinedschad hetzt gegen "unzivilisierte Zionisten" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ahmadinedschad-hetzt-gegen-unzivilisierte-zionisten-a-858199.html)
aber ich kann nichts Negatives an seinen Äußerungen feststellen. Wo er recht hat, hat er recht!
britneyspierss 26.09.2012
Das ist doch alles Theater:M.A reist fröhlich in die USA ein,seines Erzfeindes Land,schlendert über die Flure der U.N und trinkt zur Kaffeepause einen Tee und geht heimlich in New York shoppen ! Seine Rede ist doch nur eine [...]
Das ist doch alles Theater:M.A reist fröhlich in die USA ein,seines Erzfeindes Land,schlendert über die Flure der U.N und trinkt zur Kaffeepause einen Tee und geht heimlich in New York shoppen ! Seine Rede ist doch nur eine Theatershow,andernfalls dürfte er gar nicht einreisen trotz seines Diplomatenausweises.Da kennen die Amis nichts!! Wer in den USA pas tout nicht erwünscht ist,der kann keinen Fuß auf dieses Land setzen.
sansiro222 26.09.2012
man Äußerungen fernbleibt und gar nicht erst zuhört, kann man nicht verstehen, was der andere meint und vergibt damit die Möglichkeiten von Aussprache, Debatte und Demokratie.
man Äußerungen fernbleibt und gar nicht erst zuhört, kann man nicht verstehen, was der andere meint und vergibt damit die Möglichkeiten von Aussprache, Debatte und Demokratie.
Klartext007 26.09.2012
Ich lach mich schlapp! "Unzivilisiert", eine Vokabel von einem, der aufgrund seiner simplen Weltsicht genau so gut auf den Bäumen leben könnte, ist irgendwie lustig. Dass er für seine "Weisheiten" auch [...]
Zitat von sysopMahmud Ahmadinedschad hat auch seinen letzten Auftritt vor der Uno-Vollversammlung zu Angriffen gegen Israel genutzt: Der iranische Präsident sprach von militärischen Drohungen "unzivilisierter Zionisten" gegen sein Land. Die US-Delegation blieb der Rede Ahmadinedschads aus Protest fern. Ahmadinedschad hetzt gegen "unzivilisierte Zionisten" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ahmadinedschad-hetzt-gegen-unzivilisierte-zionisten-a-858199.html)
Ich lach mich schlapp! "Unzivilisiert", eine Vokabel von einem, der aufgrund seiner simplen Weltsicht genau so gut auf den Bäumen leben könnte, ist irgendwie lustig. Dass er für seine "Weisheiten" auch noch ein solches Forum bekommt, ist nur dumm.
W. Robert 26.09.2012
Die Drohungen gegen Israel sind sehr massiv. Ahmadinedschad will zweifellos die öffentliche Meinung in Israel beeinflussen, dass ein Angriff auf den Iran unabsehbare Konsequenzen haben kann, was nicht ganz von der Hand zu weisen [...]
Die Drohungen gegen Israel sind sehr massiv. Ahmadinedschad will zweifellos die öffentliche Meinung in Israel beeinflussen, dass ein Angriff auf den Iran unabsehbare Konsequenzen haben kann, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Er stellt die historische Legitimation Israels in Frage und bezeichnet es als temporäre Erscheinung. Nun, Israel droht allerdings auch offen mit einem Angriff auf den Iran. Es ist inzwischen eher unwahrscheinlich, dass es nicht zu einem Schlagabtausch kommt. Die Frage ist eher wann. In unserem Interesse kann man nur hoffen, dass der Konflikt eher begrenzt und überschaubar bleibt. Der Iran sowie die USA würden fatalerweise finanziell stark von einem gestiegenen Ölpreis profitieren, wenn der Golf von Persien tatsächlich für den Ölhandel unpassierbar wird, fallen ca. 40% des Öls weg. Man weiß bei derartigen Konflikten aber nie, ob sie außer Kontrolle geraten. Dann wird es äußerst unangenehm.
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  • Mittwoch, 26.09.2012 – 18:13 Uhr
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 74,962 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Mahmud Ahmadinedschad

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Irans Atomprogramm
AP
Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

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Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.





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