Berlin-Besuch von Chinas Premier Ai Weiwei setzt auf Merkels Hilfe

Chinas neuer Regierungschef Li Keqiang besucht am Wochenende die Kanzlerin in Berlin. Der berühmte Künstler Ai Weiwei setzt große Hoffnungen in Angela Merkel: Sie solle sich für kritische Intellektuelle in der Volksrepublik einsetzen.

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Peking - Der chinesische Künstler Ai Weiwei hofft auf Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel. Es wäre hilfreich, wenn Merkel beim Besuch des neuen chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang am Wochenende in Berlin seine Situation ansprechen würde, sagte der Regimekritiker. Die internationale Gemeinschaft müsse Druck auf die Führung in Peking ausüben, um die Lage kritischer Intellektueller in China zu verbessern. Viele Andersdenkende seien in Haft.

Ai Weiwei erregt immer wieder mit politischen Kunstaktionen Aufsehen und fordert das Regime in Peking heraus - das hat ihm weltweiten Ruhm gebracht, in seiner Heimat ist er jedoch immer wieder Repressionen ausgesetzt. Im vergangenen Jahr saß er ohne Verurteilung drei Monate lang an einem unbekannten Ort in Haft. Die chinesische Regierung hat ihn anschließend mit einem Ausreiseverbot belegt und seinen Pass eingezogen.

Die Polizei halte weiter seinen Pass zurück, so dass er das Land nicht verlassen könne, sagt Ai Weiwei nun. "Die neue Regierung würde Selbstvertrauen demonstrieren, wenn sie Künstlern wie mir erlauben würde, die Freiheit zu haben, überall hinzureisen." Auch 2011 war er 81 Tage eingesperrt, seine Freilassung aus der Haft führt Ai Weiwei auf deutsche Intervention zurück. "Ich glaube, es hatte mit Merkels Gesprächen mit (dem damaligen Ministerpräsidenten) Wen Jiabao zu tun."

Jüngst habe ihn der deutsche Menschenrechtsbeauftragte Markus Löning (FDP) in Peking besucht. "Er zeigte seine Besorgnis über mich und meine Situation." Löning war vergangene Woche aus Anlass des bilateralen Menschenrechtsdialogs in China. "Ich hoffe, Merkel kann sich der Sache annehmen", sagte Ai Weiwei, dem ein Angebot für eine Gastprofessur der Universität der Künste (UdK) in Berlin vorliegt.

kgp/dpa

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Seite 1
schüler.aus.bremen 23.05.2013
1. Hahaha
Hahaha er vertraut auf Merkel Best joke ever! Merkel ist ja DIE Demokratie Vertreterin schlechthin! Ich sag nur Letzter China Besuch!
spon_2087627 23.05.2013
2. hoffentlich nicht
warum sollte Merkel denn in Brüssel Steuersuender anprangern und in China verteidigen? Bitte etwas mehr Objektivitaet
garfield 23.05.2013
3.
Zitat von sysopREUTERSChinas neuer Regierungschef Li Keqiang besucht am Wochenende die Kanzlerin in Berlin. Der berühmte Künstler Ai Weiwei setzt große Hoffnungen in Angela Merkel: Sie solle sich für kritische Intellektuelle in der Volksrepublik einsetzen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ai-weiwei-hofft-auf-hilfe-der-kanzlerin-a-901384.html
Oje, der arme Kerl. Da setzt er komplett aufs falsche Pferd. Leute wie Merkel, für die Demokratie "marktkonform" zu sein hat - und nicht etwa umgekehrt - kümmern sein Schicksal wie das des umfallenden Sacks Reis irgendwo im großen Land. Das was er sich erhofft, könnte doch den Gast verstimmen und dann wird's nichts mit neuen Abschlüssen für die Wirtschaftsbosse. Und wie wir ja alle wissen: Die Arbeitsplätze, die Arbeitsplätze! Da muss so ein bärtiger Künstler eben mal im "Interesse des Gemeinwohls" zurück stecken.
plang 23.05.2013
4.
Worin liegt eigentlich die Bedeutung des Künstlers Ai Weiwei?
rolf.piper 23.05.2013
5. Auweia!
Lebt immer noch? Und dabei glaubte man, dass Steuerhinterzieher in China hingerichtet würden. Oder wo war das? Oder ging´s um Drogen? Man weiß eben zu wenig, und die Presse bringt ja nur wichtige Meldungen, z.B. dass Auweia ein Künstler ist oder war´s ein Intellektueller oder so. Jedenfalls ist es ein ganz wichtiger Mann, der unbedingt im Spon erscheinen muss.
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