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Syrien: Luftangriffe können Vormarsch des IS nicht stoppen

Luftangriffe: Bomben auf den "Islamischen Staat" Fotos
AP

Die US-geführte Allianz verstärkt ihre Luftangriffe auf den "Islamischen Staat". Doch die Terrormiliz zeigt sich davon kaum beeindruckt: Erstmals hat sie eine Kurdenstadt an der syrisch-türkischen Grenze beschossen.

Beirut - Die Luftangriffe auf den "Islamischen Staat" werden immer heftiger: Am Samstag griffen Flugzeuge des von den USA geführten Anti-IS-Bündnisses erstmals Stellungen der Dschihadisten in Dörfern nahe Ain al-Arab an, bestätigte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida). Aber die Bombardements, an denen auch Kampfflugzeuge aus Saudi-Arabien, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emirate beteiligt waren, konnten den IS bisher offenbar nicht aufhalten.

Stattdessen sollen Raketen der IS-Terrormiliz am Samstag die Kurdenstadt Ain al-Arab getroffen haben. Es seien die ersten Raketentreffer seit dem Beginn der IS-Angriffe am 16. September gewesen, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Dabei seien ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden.

Die kurdische Enklave an der syrisch-türkischen Grenze war vor über einer Woche von IS-Kämpfern umzingelt worden. Bei ihrem Vormarsch hatten die Dschihadisten mehr als 60 Dörfer im Umland eingenommen. Zehntausende Menschen waren nach Norden in die Türkei geflohen. Die IS-Kämpfer stehen nach Angaben von Augenzeugen bis zu zehn Kilometer vor Ain al-Arab.

Bei den Kämpfen um die syrische Grenzstadt, die von den Kurden Kobane genannt wird, haben IS-Milizen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle in den vergangenen fünf Tagen 40 kurdische Kämpfer getötet. Darunter seien auch zahlreiche Opfer eines Selbstmordanschlags, der sich in einem westlichen Vorort von Kobani ereignet habe. Der Attentäter habe dabei ein Fahrzeug gefahren, das als Teil eines Hilfskonvois getarnt gewesen sei. Es blieb unklar, wann genau sich der Anschlag ereignet hatte.

Die in Großbritannien ansässige Beobachterstelle steht den gemäßigten Rebellen in Syrien nahe. Bei ihren Angaben stützt sich die Organisation auf ein Netzwerk von Informanten in dem Bürgerkriegsland.

Britische Kampfjets sammeln Aufklärungsmaterial

Bei Angriffen der von der USA geführten Allianz im Irak waren am Samstag unterdessen erstmals britische Jets im Kampf gegen den IS im Einsatz. Einen Tag nach dem Beschluss des Unterhauses waren zwei Tornado-Kampfjets von Zypern aus gestartet und etwa sieben Stunden in der Luft, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag mit. Die Piloten hätten Aufklärungsmaterial mitgebracht, das nun an die irakischen Bodentruppen weitergereicht werden soll.

Die britischen Flugzeuge waren nach offiziellen Angaben ausgerüstet gewesen, um Angriffe zu fliegen, "sobald ein geeignetes Ziel identifiziert" sei. Dies sei am ersten Tag aber noch nicht der Fall gewesen.

An den Bombenangriffen auf den IS beteiligen sich auch Frankreich und mehrere arabische Staaten. Die Europäer fliegen ausschließlich Angriffe im Irak, die Araber konzentrieren sich auf Syrien. Nach Angaben der unabhängigen irakischen Nachrichtenseite Al-Sumaria bombardierte die französische Luftwaffe am Samstag IS-Stellungen im westlich von Bagdad gelegenen Falludscha.

cst/AFP/dpa

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1. Mir scheint...
memet44 27.09.2014
dass alles, was von diesem unfähigen Westen unternommen wird, zum Scheitern verurteilt ist. Dieses ganze Chaos, dieses Leiden, diese Barbarei konnten nur gedeihen, weil die Amis und ihre Vasallen meinten, ihr kaputtes System dort unten installieren zu müssen. Und was noch mehr erstaunt: Kein einsichtiges Wort dazu, kein Bedauern. So viel Selbstherrlichkeit...
2.
Erynnie 27.09.2014
Ich kapiere da was nicht: Die US-Luftwaffe verfügt doch über AWACS-Flugzeuge und über Lenkwaffensysteme wie Tomahawks oder Cruise Missiles und anderes. Wo liegt das Problem, ein AWACS-Flugzeug in einigen tausend Metern Flughöhe über Kobani kreisen zu lassen und alle Panzer- und Artilleriestandorte mit genauen GPS-Daten zu orten. Das ist keine Momentaufnahme, sondern es gibt ganz sicher eine Art "Tracing"-Funktion, so dass Lenkwaffensysteme mit großer Genauigkeit diese "targets" eliminieren könnten. Damit wäre den Kurden in Kobani wirklich geholfen. Oder regiert auch bei der US-Luftwaffe die Kostenkontrolle, die sagt, ein ganzer Tomahawk-Marschflugkörper für nur einen Panzer ist reine Geldverschwendung?
3.
goldt 27.09.2014
Laut Kurden fanden keine Luftangriffe in der Gegend von Kobane statt. Die irakischen Peshmerga dürfen die Waffenlieferungen auch nicht an die kurdischen Kämpfer um Kobane weitergeben. Stattdessen treibt man den IS immer weiter in diese Richtung. Die Kurden in Kobane sind der NATO-Türkei offensichtlich ein Dorn im Auge. Dann dürfen sie ja ruhig vom IS abgeschlachtet werden..
4. Danke
KingTut 27.09.2014
Zitat von memet44dass alles, was von diesem unfähigen Westen unternommen wird, zum Scheitern verurteilt ist. Dieses ganze Chaos, dieses Leiden, diese Barbarei konnten nur gedeihen, weil die Amis und ihre Vasallen meinten, ihr kaputtes System dort unten installieren zu müssen. Und was noch mehr erstaunt: Kein einsichtiges Wort dazu, kein Bedauern. So viel Selbstherrlichkeit...
Danke, dass Sie uns zum x-ten Male an unsere Fehler erinnern, wie das hier im Forum ja laufend geschieht, aber leider werden wieder mal keine Lösungsansätze dargeboten, wie die Weltgemeinschaft auf diese menschenverachtende IS reagieren sollte? Glauben Sie ernsthaft, dass Appelle an die Menschlichkeit beim Kalifen fruchten würden? Selbst Pazifisten wie Rupert Neudeck befürworten ein militärisches Vorgehen gegen diese Verbrecher. Eine andere Sprache verstehen die leider nicht. Leider!
5.
s342 27.09.2014
Immerhin macht der "unfähige" Westen etwas, weil es allen anderen Staaten leider scheissegal ist. Was ist mit all den anderen Ländern? Warum kommt da nie ein Wort/ eine Beteiligung? Am besten machen wir in Zukunft garnichts mehr...aber auch das ist sicherlich falsch. Der IS muss auf alle Fälle gestoppt werden, das steht fest.
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PR-Kampagne zum Krieg gegen IS: "Top Gun" auf Arabisch

Fläche: 9.833.517 km²

Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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