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16. Mai 2012, 07:54 Uhr

F-22 Raptor

Prestige-Kampfjet darf nur noch Kurzstrecke fliegen

Er ist der teuerste und modernste Kampfjet der US-Luftwaffe - doch jetzt wird der F-22 Raptor zum Problem. Weil Piloten über Schwindel und Blackouts klagen, hat das Pentagon den Einsatz des Fliegers radikal eingeschränkt - ab sofort dürfen die Maschinen nur noch in Airport-Nähe fliegen.

Washington - Wegen Sicherheitsbedenken hat das US-Verteidigungsministerium die Luftwaffe angewiesen, den Einsatz ihrer modernsten Kampfjets einzuschränken. Verteidigungsminister Leon Panetta verfügte nach Angaben des Pentagon, die Kampfjets vom Typ F-22 Raptor vorerst nicht mehr auf Langstreckenflügen, sondern nur noch im Umkreis von Flughäfen einzusetzen, um im Notfall jederzeit eine Landung zu ermöglichen.

Nach Pentagon-Angaben berichtete seit 2008 mindestens ein Dutzend F-22-Piloten über Benommenheit und Blackouts durch Sauerstoffmangel während des Fluges. Ingenieure suchen noch nach der Ursache des Problems. Das Tarnkappenflugzeug F-22 ist das modernste und teuerste Kampfflugzeug der U.S. Air Force mit einem Stückpreis von 143 Millionen Dollar (111 Millionen Euro).

Im Pentagon herrscht jetzt offenbar die Befürchtung, dass die neu entwickelten Kampfjets vom Typ F-35 vergleichbare Probleme verursachen könnten. Der F-35 hat ähnliche Eigenschaften wie der F-22, kann aber nicht so hoch und schnell fliegen. Ein Pentagon-Sprecher sagte, man sei sehr besorgt über die Vorfälle.

Piloten weigerten sich, mit den Maschinen zu fliegen

Bereits im vergangenen Jahr mussten die F-22-Jets nach einer Reihe von Vorfällen für vier Monate am Boden bleiben, nachdem Piloten über Ohnmachtsanfälle durch Sauerstoffmangel berichtet hatten. Erst im September waren die Maschinen wieder für den Flug freigegeben worden. Einige Piloten hatten sich weiterhin geweigert, in den Kampfjets zu fliegen.

Die F-22-Flieger wurden den Angaben zufolge noch nie im Kampf eingesetzt. Nach den neuen Einschränkungen sind nun auch Patrouilleflüge nach Alaska nicht mehr möglich.

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, wonach die USA F-22-Kampfjets in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationieren. Eine offizielle Bestätigung hierfür aus dem Pentagon gab es nicht. In Iran hatte die angebliche Stationierung für Empörung gesorgt.

anr/AFP

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