Ajatollah-Anweisung: Ahmadinedschad entlässt seinen Vize

Ajatollah Chamenei sprach ein Machtwort, und der Präsident beugte sich: Mahmud Ahmadinedschad kommt einer Forderung des geistlichen Staatsoberhaupts des Iran nach und trennt sich von seinem bei Konservativen umstrittenen Stellvertreter.

Teheran - Der iranische Staatschef Mahmud Ahmadinedschad gibt seinen Widerstand gegen Ajatollah Ali Chamenei auf und entlässt seinen Stellvertreter. Das meldete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA am Freitag unter Berufung auf einen ranghohen Berater des Präsidenten.

Wollte seinen Vize halten: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
AFP

Wollte seinen Vize halten: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad

Das geistliche Staatsoberhaupt Chamenei hatte Ahmadinedschad bereits am Mittwoch angewiesen, den neu bestellten Vize Esfandjar Rahim Maschaie zu entlassen. Der Präsident hatte jedoch trotz massiven Drucks von konservativer Seite darauf beharrt, den Schwiegervater seines Sohnes auf diesem Posten zu behalten.

Hardliner kritisierten Maschaies Berufung heftig. Er hatte sie im vergangenen Jahr mit der Äußerung verärgert, Iraner seien "Freunde aller Menschen der Welt - sogar der Israelis".

Ausschlaggebend für Ahmadinedschads Einlenken war offenbar die öffentliche Verlesung von Chameneis Anordnung im Staatsfernsehen am Freitag. Darin hieß es, Maschaie stehe den Interessen der Regierung entgegen.

Kurz zuvor hatte ein einflussreicher Geistlicher Ahmadinedschad während des Freitagsgebets ebenfalls dazu aufgerufen, sich von Maschaie zu trennen. Ein Verbleib des Vizepräsidenten im Amt würde die Anhängerschaft des Staatschefs spalten.

Der Berater Ahmadinedschads sagte laut IRNA, Maschaie betrachte sich nach der öffentlichen Bekanntgabe der Ajatollah-Anweisung nicht mehr als Vizepräsident.

can/AP/Reuters

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