AKP-Wahlsieg in der Türkei Warum Erdogan Europa braucht

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2. Teil: Wie hält es die Türkei mit Europa?


Wenn Ministerpräsident Erdogan im Wahlkampf seine Außenpolitik pries, dann sprach er über Ägypten, den Irak, manchmal über Russland - über Europa sprach er fast nie. Im Wahlprogramm der AKP taucht das Wort Europa im Kapitel Außenpolitik zum ersten Mal auf Seite sechs auf. Erdogan war vor acht Jahren mit dem Ziel angetreten, die Türkei in die Europäische Union zu führen.

Nie war er von diesem Ziel weiter entfernt als heute. Die beiden Partner haben sich entfremdet. Nur auszusprechen wagen sie die Wahrheit nicht, die inzwischen jeder kennt: dass Europa und die Türkei sich nicht mehr viel zu sagen haben.

In den ersten Jahren seiner Amtszeit hat Erdogan die Europäer umarmt, weil sie ihm nützlich erschienen im Machtkampf gegen die alte Staatselite, gegen die Generäle und Richter. Mit Hilfe der Europäischen Union verbannte er das Militär aus der Politik und erstritt mehr Rechte für religiöse Gruppen. Doch der triumphale Wahlsieg vom Sonntag dürfte ihn in seiner Einschätzung bestätigen: Er ist auf fremde Hilfe nicht mehr angewiesen.

Erdogan will die Türkei zu einer wirtschaftlichen und geopolitischen Großmacht ausbauen. Europa ist für ihn nur noch ein Projekt unter vielen. Die Alleingänge der Türkei wie zuletzt beim Atomdeal mit dem Iran werden in den kommenden Jahren eher noch zunehmen.

Wenn es trotzdem einen Grund gibt für Europa, optimistisch zu sein, dann den: Erdogans Wahlerfolg beruht vor allem auf den beeindruckenden Wirtschaftszahlen. Um fast neun Prozent ist die türkische Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen, auf Platz 17 der Rangliste der größten Wirtschaftsnationen hat sich die Türkei unter Erdogan vorgekämpft.

Doch der Aufstieg fußt vor allem in dem regen Handel mit Europa. Trotz neuer Deals mit Russland und Zentralasien, bleibt Europa wichtigster Wirtschaftspartner. Bei allem Selbstvertrauen kann es sich die Türkei nicht leisten, die Bande nach Europa zu kappen.

insgesamt 131 Beiträge
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kundennummer 13.06.2011
1. Rangewanze
Zitat von sysopDer türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan*steht trotz seines Wahlsiegs vor vielen Problemen. Das Land braucht eine neue*Verfassung, eine Aussöhnung mit den Kurden ist überfällig. Vor allem aber*muss er sein Verhältnis zu Europa neujustieren. Kann eine Annäherung gelingen? * http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,768222,00.html
Wieder so ein Artikel bei dem man sich schon nach der 4 5 Zeilen Zusammenfassung am liebsten lange duschen will. Weiter einzusteigen lohnt eh nicht da, wie man immer wieder sehen kann, es vom Autoren sowieso nicht wahrgenommen wird bzw wenn doch es natürlich unerträgliche, krude Wutbürgerei wäre und keinesfalls der Wahrnehmung durch seine Herrlichkeit SPIEGEL-Autor wert. Wie liegen eigentlich die Verkaufszahlen?
horstma 13.06.2011
2. Ich weiss wirklich nicht, was Sie haben.
Zitat von kundennummerWieder so ein Artikel bei dem man sich schon nach der 4 5 Zeilen Zusammenfassung am liebsten lange duschen will. Weiter einzusteigen lohnt eh nicht da, wie man immer wieder sehen kann, es vom Autoren sowieso nicht wahrgenommen wird bzw wenn doch es natürlich unerträgliche, krude Wutbürgerei wäre und keinesfalls der Wahrnehmung durch seine Herrlichkeit SPIEGEL-Autor wert. Wie liegen eigentlich die Verkaufszahlen?
Ich weiss wirklich nicht, was Sie an dem Artikel auszusetzen haben. Ich habe schon oft SPON-Artikel heftig kritisiert, aber dieser trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn Sie natürlich nur 4, 5 Zeilen eines mehrteiligen Artikels lesen...
WUT 13.06.2011
3. Bergtürke!
Herr Popp hat gerade eine nette Email von mir erhalten. Ich verstehe es nicht, was die deutschen Medien mit Bergtürken haben. Die Bezeichnung der Kurden mit "Dag Türkleri" gibt es im türkischen gar nicht! Einfach Mal Bergtürken bzw. Dag Türkleri googlen, dann erkennt man dass es eine Erfindung der deutschen Sprache ist.
querdenker7 13.06.2011
4. Guter Artikel
Ich persönlich finde den Artikel gut.
timusa 13.06.2011
5. EU ? nein danke
Die Türkei braucht sich selbt. Eher Europa braucht die Türkei. Warum? für Sicherheit, Energieversorgung, Märkte usw. Dass mit der EU-Mitgliedschaft ein JOKE (=Witz)ist weiß jeder in der Türkei. Die Türkei ist ein unabhängiges Land. Sie kann sich orientieren, wohin sie will. Ich bin selbt seit über 39 Jahren hier in diesem schönen Deutschland. Ich selbt glaube ich im Leben nicht, dass EU ernsthaft an Türkei-Mitgliedschaft interessiert ist. Also veräppeln können wir uns selber.
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