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Nummer zwei im Terrornetz: Al-Qaida bestätigt erstmals Tod von Libi

Schon im Juni meldeten die USA die Tötung von Abu Jahja al-Libi - doch die Bestätigung von al-Qaida kommt erst jetzt. In einem Video erklärte der Anführer der Terroristen, dass die Nummer zwei bei einem Drohnenangriff ums Leben kam. Das "Martyrium" werde dem Netzwerk aber nutzen.

Qaida-Kommandeur Libi: "Menschen noch stärker um ihn und seine Schriften scharen" Zur Großansicht
AP / IntelCenter

Qaida-Kommandeur Libi: "Menschen noch stärker um ihn und seine Schriften scharen"

Istanbul - Es war der größte Erfolg für den US-Kampf gegen al-Qaida seit der Tötung Osama Bin Ladens: Im Juni 2012 meldeten die amerikanischen Streitkräfte, dass Abu Jahja al-Libi bei einem Drohnenbeschuss getötet wurde. Er galt als Vizechef des Terrornetzwerks. Nur von al-Qaida selbst fehlte eine Bestätigung des tödlichen Angriffs. Bis jetzt.

In einem am Montag veröffentlichten Video hat Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri nun erklärt, al-Libis Tod würde die "Menschen noch stärker um ihn und seine Schriften scharen". Zudem sprach der Chef des Terrornetzwerks von einem "Martyrium". Dies geht aus einer Übersetzung des US-Unternehmens Site hervor, das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisiert ist.

Bei dem 42 Minuten langen Video handelte es sich um die erste von al-Sawahiri veröffentlichte Botschaft seit rund drei Monaten. Er bestätigte darin nach Angaben von Site, dass al-Libi am 4. Juni bei einem Drohnenangriff in der pakistanischen Stammesregion Waziristan getötet worden sei.

Nach US-Angaben waren zwei Raketen, abgefeuert von einer Drohne über einem Dorf nahe der Stadt Mir Ali, in einem Haus eingeschlagen, in dem Libi sich aufhielt. Er soll dort Verletzungen von einem früheren Drohnenangriff auskuriert haben. Al-Libi galt als Medienchef von al-Qaida.

In den USA soll der Jahrestag der Attentate vom 11. September 2001 am Dienstag mit einer offiziellen Veranstaltung an dem Mahnmal am Ground Zero in New York begangen werden, wo Qaida-Terroristen zwei Passagiermaschinen in die Türme des World Trade Centers lenkten.

Auch an den Einschlag eines Flugzeugs in das US-Verteidigungsministerium in Washington und den Absturz einer vierten entführten Maschine nahe Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania soll erinnert werden. Bei den Anschlägen wurden fast 3000 Menschen getötet. Al-Sawahiri ging in dem Video nicht direkt auf die Ereignisse des 11. September ein.

jok/AFP/dpa

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1. Die Drohnentechnologie...
Centurio X 11.09.2012
...ist eine hocheffiziente Waffe im Kampf gegen den irrationalen menschenfeindlichen Islamistischen Fanatismus und gibt Anlaß zum Optimismus, daß die Führungsebene von Al Quaida peu a peu zum vorzeitigen weltlichen Ableben gebracht wird. Auf diese Weise kann auch eine Machtübernahme nach dem ISAF-Abzug in Afghanistan durch die Taliban verhindert werden.
2. Keine Träne...
schnulli602 11.09.2012
....weine ich ihm hinterher. Ich hoffe, dass der Rest von al-Qaida ein ähnliches Ende findet.
3.
sirraucheinviel 11.09.2012
Zitat von Centurio X...ist eine hocheffiziente Waffe im Kampf gegen den irrationalen menschenfeindlichen Islamistischen Fanatismus und gibt Anlaß zum Optimismus, daß die Führungsebene von Al Quaida peu a peu zum vorzeitigen weltlichen Ableben gebracht wird. Auf diese Weise kann auch eine Machtübernahme nach dem ISAF-Abzug in Afghanistan durch die Taliban verhindert werden.
Wäre so, wenn nicht von alleine über 2000 Toten durch Drohnenangriffe in Pakistan alleine über die Hälfte nicht mit den Terroristen in Verbindung zu bringen wären. Solange immer und immer wieder Unschuldige Opfer von Luftangriffen werden organisiert sich der Westen schon seine Terroristen immer wieder von selbst. Aber wahrscheinlich halten Sie auch Daisy-Cutter für chirurgische Kriegsinstrumente und Hiroshima und Nagasaki für Akte des Humanismus.
4. Respekt
abach 11.09.2012
Zitat von sirraucheinvielWäre so, wenn nicht von alleine über 2000 Toten durch Drohnenangriffe in Pakistan alleine über die Hälfte nicht mit den Terroristen in Verbindung zu bringen wären. Solange immer und immer wieder Unschuldige Opfer von Luftangriffen werden organisiert sich der Westen schon seine Terroristen immer wieder von selbst. Aber wahrscheinlich halten Sie auch Daisy-Cutter für chirurgische Kriegsinstrumente und Hiroshima und Nagasaki für Akte des Humanismus.
Ein schönes Beispiel für die nervige Pöbelei im SPON-Forum. Statt eine andere Meinung einfach stehen zu lassen, oder sachlich darauf einzugehen, werden mit völlig überzogenen und unbegründeten Unterstellungen Andersdenkende diskreditiert und in eine Ecke gestellt, in die sie nicht gehören. Wer andere nicht respektieren kann, der sollte nicht erwarten, dass ihm Respekt entgegen gebracht wird.
5.
hxk 11.09.2012
Zitat von sirraucheinvielWäre so, wenn nicht von alleine über 2000 Toten durch Drohnenangriffe in Pakistan alleine über die Hälfte nicht mit den Terroristen in Verbindung zu bringen wären. Solange immer und immer wieder Unschuldige Opfer von Luftangriffen werden organisiert sich der Westen schon seine Terroristen immer wieder von selbst. Aber wahrscheinlich halten Sie auch Daisy-Cutter für chirurgische Kriegsinstrumente und Hiroshima und Nagasaki für Akte des Humanismus.
Und wenn die Drohnenangriffe eingestellt werden, dann findet sich halt ein anderer Vorwand zur Rechtfertigung des Terrors, Terrors den es genau so schon vor Beginn der Drohnenangriffe gab.
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Fotostrecke
Schlag gegen al-Qaida: Tödlicher Nachtangriff aus der Luft

Fläche: 796.000 km²

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Mamnoon Hussain

Regierungschef: Nawaz Sharif

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