Terror: Britischer Geheimdienst warnt vor möglichem Qaida-Anschlag
Al-Qaida plant angeblich einen Anschlag auf ein US-Flugzeug. Das berichtet die "Sunday Times" unter Berufung auf den britischen Geheimdienst. Verdächtigt wird ein norwegischer Konvertit. Das Terrornetzwerk soll den Mann in einem Trainingslager im Jemen ausgebildet haben.
London - Das Terrornetzwerk al-Qaida plant einem britischen Zeitungsbericht zufolge einen Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug. Die vor allem vom Jemen aus agierende Qaida-Gruppe auf der Arabischen Halbinsel, AQAP, habe dazu einen norwegischen Konvertiten rekrutiert, berichtete die "Sunday Times". Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Geheimdienstmitarbeiter. Offiziell wollte die Behörde zu den Informationen nicht Stellung nehmen.
Bereits vor einigen Tagen warnten europäische Sicherheitsbehörden vor einem möglichen Anschlag eines norwegischen Attentäters. Nun wurden mit den Bericht der "Sunday Times" die Warnungen konkretisiert.
Der gesuchte Mann trägt laut "Sunday Times" den islamischen Namen Abu Abdurrahman, sei zwischen 30 und 40 Jahre alt und nicht vorbestraft. Er sei im Jahr 2008 zum Islam konvertiert und habe sich anschließend schnell radikalisiert. Im Jemen sei er mehrere Monate lang in einem Trainingslager der Terrorgruppe ausgebildet worden.
Der regionale Ableger der al-Qaida gilt als einziger, der in der Lage ist, die USA auf ihrem eigenen Staatsgebiet anzugreifen. So hatte AQAP etwa 2009 den sogenannten Unterhosenbomber entsandt, der ein Flugzeug nach Detroit in die Luft sprengen wollte. Erst vor kurzem war ein weiterer Bomber unterwegs, der sich jedoch als Doppelagent für die USA herausstellte und seinen AQAP-Sprengstoff dem US-Geheimdienst übergab.
Al-Qaida wirbt in Anzeigen um Nachwuchs
Jemen droht neben der pakistanisch-afghanischen Region Wasiristan zur nächsten Front im Terrorkrieg der USA gegen al-Qaida zu werden. Die amerikanischen Geheimdienste vermuten in dem Land die für sie gefährlichsten islamistischen Terroristen.
Das Terrornetzwerk al-Qaida versucht derzeit verstärkt Staatsbürger westlicher Staaten zu rekrutieren. Dafür werden etwa in Internetforen Anzeigen geschaltet - mit martialischen Bildern und der Aufforderung, sich "dem Märtyrer-Geleitzug anzuschließen". Die Anzeigen richten sich an "individuelle Gotteskrieger", die im "Feindesland" tätig werden sollen, um "Christen, Juden und Abtrünnige" zu töten.
Laut "Sunday Times" warnte der Chef des britischen Geheimdienstes MI5 in der vergangenen Woche vor Einheimischen, die durch die Qaida-Propaganda zu radikalen Islamisten werden könnten. Immer häufiger würden sie mittlerweile in Terror-Camps in den Jemen oder nach Somalia reisen.
cte/AFP
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